Nico Hülkenberg mit schlechtem Rennen in Barcelona

Emmerich : Nico Hülkenberg und Renault gehen leer aus

Motorsport: Der Emmericher Formel 1-Pilot verplappert sich und muss beim Spanien GP in Barcelona aus der Boxengasse starten.

Der zweite Abschnitt des Qualifyings zum Großen Preis von Spanien hatte gerade begonnen. Nico Hülkenberg saß aber nicht mehr am Cockpit seines Renault, sondern befand sich in der sogenannten Mixed Zone hinter dem Fahrerlager des Circuit de Catalunya. Der Emmericher war als 16. bereits in Q1 ausgeschieden. Bei einem Ausflug ins Kiesbett nach einem Verbremser hatte er sich seinen Frontflügel zerstört.

Dann stellte er sich den Fragen der TV-Journalisten. Sandra Baumgartner, Boxengasse-Reporterin für den Sender Sky, bat um eine ausführliche Antwort, da sie zu diesem Zeitpunkt nur eine Frage stellen durfte. „Mein Fehler im ersten Run hat mir natürlich das Leben schwer gemacht“, sagte der Emmericher. „Wir mussten dann zurückbauen auf den alten Frontflügel, da ich die neue Ausbaustufe beschädigt habe. Mit dem alten Flügel bin ich dann noch zwei Runden gefahren, aber das hat nicht geholfen, denn es hat sich anders angefühlt und ich hatte auch weniger Abtrieb. So kommt eines zum anderen.“

Im Nachhinein sollte er diese ehrlichen Aussagen wenige Augenblicke nach seinem Aus im Qualifying noch bitter bereuen. Denn ein Umbau eines Autos während der Qualifikation ist laut Formel-1-Reglement verboten. Mit Beginn des Qualifyings galt der so genannte Parc fermé. Es durften zwar beschädigte Teile am Auto ersetzt werden, aber eben nur durch baugleiche Elemente. Da aber ein alter Frontflügel benutzt wurde, handelte es sich um einen aerodynamischen Umbau.

Vermutlich merkten auch die Renault-Verantwortlichen, dass sich Hülkenberg im TV-Interview verplappert hatte. Denn im offiziellen Statement des Emmerichers, dass am Nachmittag vom französischen Werksteam verbreitet wurde, war lediglich noch vom Einsatz „eines neuen Frontflügels“ die Rede.

Am Sonntagmorgen gab es dann eine offizielle Untersuchung. „Während des Qualifyings wurde von Renault eine andere Spezifikation des Frontflügels genutzt. Das Teil wurde während Q1 mit einem nachträglichen Antrag getauscht, der um 19.33 Uhr einging. In diesem Antrag hat das Team allerdings nicht erwähnt, dass es sich um eine andere Spezifikation handelt“, heißt es in einem Brief von Jo Bauer, Technischer Delegierter der FIA, an die Stewards. Die Rennkommissäre stellten dann auch einen Verstoß gegen die Regeln fest und sprachen eine Strafe aus: Hülkenberg musste das Rennen auf dem Circuit de Catalunya aus der Boxengasse aufnehmen.

Mit diesem Handicap war dann im Rennen selbst nichts mehr zu holen. Am Ende konnte Hülkenberg zwar noch sieben Positionen gut machen, aber das sollte nicht für Punkte reichen. Auf Platz 13 wurde er abgewunken. Damit lag er einen Platz hinter seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo, der ebenfalls keine Punkte einfahren konnte.

Nico Hülkenberg wurde nach seinen Aussagen im TV-Interview von den Stewards bestraft. Das Rennen beendet er auf Platz 13. Foto: XPB / James Moy Photography Ltd.

„Das gestern hat natürlich einen riesigen Beitrag dazu gegeben, dass heute nicht viel gegangen ist“, meinte Hülkenberg nach dem Rennen. „Unter den Umständen war ich heute eigentlich noch ganz zufrieden. Im Auto ging es eigentlich ganz gut. Wir waren auf einer Ein-Stopp-Strategie, die, glaube ich, ganz in Ordnung war. Mit Punkten wäre es so oder so heute nichts geworden, dafür fehlt es einfach an Pace, an Speed. Das Grundproblem ist einfach, dass wir zu langsam sind. Wir müssen zurück ans Zeichenboard und uns was anderes einfallen lassen.“