Nico Hülkenberg Großer Preis von Kanada

Motorsport : Nico Hülkenberg beendet Durststrecke

Formel 1: Beim Großen Preis von Kanada wird der Emmericher Siebter nach zuvor fünf Rennen in Folge ohne Punkte. Daniel Ricciardo komplettiert auf Position sechs das starke Ergebnis von Renault.

Nico Hülkenberg ist endlich wieder in den Punkterängen gelandet. Beim Großen Preis von Kanada in Montreal fuhr der Emmericher nach einer fehlerlosen Vorstellung auf Platz sieben. Damit beendete Hülkenberg eine Durststrecke von fünf Rennen in Folge, in denen er eine Top-Ten-Platzierung verpasste. Ein starkes Wochenende für Renault komplettierte Daniel Ricciardo. Der Australier kam als Sechster ins Ziel. Insgesamt 307.000 Zuschauer verfolgten das Rennwochenende auf dem Circuit Gilles Villeneuve auf der Île Notre-Dame im Sankt-Lorenz-Strom.

„Mit diesem tollen Team-Resultat können wir wirklich sehr zufrieden sein“, meinte Hülkenberg. „Das ganze Rennen über hatte ich eine gute Pace. Mir ist es gelungen, die Soft-Reifen lange zu fahren, so hatte ich gegen Ende des Rennens dann die frischeren Reifen.“

Beide Renault zeigten schon in der Qualifikation eine klare Leistungssteigerung. Hülkenberg holte mit Position sieben das beste Qualifying-Ergebnis in diesem Jahr. „Ich bin nicht unglücklich mit dem Ergebnis, denn meine Runde war nicht schlecht, obwohl ich vielleicht noch eine Zehntel habe liegen lassen“, so der Emmericher nach dem Qualifying.

Für das Highlight im französischen Werksteam sorgte aber Ricciardo. Der Australier wurde Vierter. Es war das erste Mal, dass ein Renault aus der zweiten Reihe starten durfte seit dem Großen Preis von Japan im Jahr 2010. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich mal so über einen vierten Platz im Qualifying freuen würde. Es fühlt sich an wie eine Pole Position“, erklärte Ricciardo, bei dem das übliche Grinsen noch breiter ausfiel als sonst.

Die beiden Teamkollegen lagen das Qualifying über auf ähnlichem Niveau. In den ersten beiden Abschnitten trennten Hülkenberg und Ricciardo 0,117 beziehungsweise 0,021 Sekunden. Das Q3 erreichten beide Renaults aber ziemlich sicher. „Es ist ein großartiges Qualifying-Resultat und eine tolle Leistung von unseren beiden Fahrern“, lobte Alan Permane, Sport-Direktor von Renault. „Wir werden im Rennen unser Bestes geben, aber wir müssen auch realistisch bleiben, vor allem weil einige gute Fahrer hinter uns auf dem Grid stehen werden.“

Einen Traumstart ins Rennen erlebte Hülkenberg dann am Sonntag. Denn nachdem die Ampeln ausgegangen waren, schnappte sich der 31-Jährige den Mercedes von Valtteri Bottas, so dass er die Position sechs einnehmen konnte. In der Doppelkurve direkt nach dem Start überholte Hülkenberg den Finnen auf der Außenbahn.

Danach konnte der Emmericher seinen ersten Stint auf den weichen Reifen sehr stark gestalten. So war er der letzte Pilot im Rennen, der noch mit der weichsten Reifenmischung unterwegs war, als er nach Runde 17 an die Box fuhr. Als Vierter steuerte er die Boxengasse an und bekam dann die härteste Mischung aufgezogen. Als Siebter reihte er sich hinter Ricciardo wieder im Feld ein.

Nach 24 Runden gab es dann eine schlechte Nachricht aus dem Cockpit. „Mit dem Getriebe stimmt was nicht“, meldete Hülkenberg per Funk an den Renault-Kommandostand. „Es fühlt sich so an, als ob es jede Sekunde kaputt geht.“ Nachdem kurzzeitig beim Emmericher die Rundenzeiten einbrachen, berappelte er sich aber wieder. Das Getriebe sollte halten.

Der Emmericher Nico Hülkenberg bei der Fahrerparade in Montreal. Foto: XPB James Moy Photography Ltd.

Runde um Runde kam Hülkenberg näher an seinen Teamkollegen ran. Elf Runden vor dem Ende konnte der Emmericher das DRS aufmachen und es kam zum Renault-internen Duell. Der Zweikampf wurde aber nicht mit gewetzten Messern ausgetragen. Hülkenberg gab schnell auf, sodass er sich darauf konzentrierte, den siebten Platz unter Dach und Fach zu bringen.