Nico Hülkenberg fährt mit neuem Motor

Motorsport : Nico Hülkenberg fährt mit neuem Motor

Beim Großen Preis von Italien in Monza wechselt Renault aus taktischen Gründen am Auto des Emmericher Formel-1-Piloten schon wieder die Antriebseinheit und kassiert erneut eine Strafe.

In einer gewissen Regelmäßigkeit muss jeder Fahrer in der Formel 1 an der offiziellen Pressekonferenz der FIA teilnehmen. Nach seinem Heimspiel in Hockenheim saß Nico Hülkenberg nun wieder auf dem Podium im Presseraum im Königlichen Park von Monza. Dabei war auch noch der Unfall vom vergangenen Wochenende in Spa ein Thema.

Der Emmericher ist ein ausgesprochener Kritiker des Halo-Systems, hat aber nach den Fernsehbildern, die zeigen, dass ein Reifen von Fernando Alonso durch den Halo am Auto von Charles Leclerc nicht Richtung Kopf gelangte, seine Meinung revidiert. „Ich bin zwar immer noch kein großer Fan des Halo, aber ich muss die Fakten sehen und zugeben, dass er der Formel 1 etwas bringt, vor allem Sicherheit“, so der 31-Jährige. „Natürlich können wir nur spekulieren, was geschehen wäre ohne Halo. Aber es ist ja offensichtlich, die Reifenabdrücke waren überall auf dem Halo. Es ist eine gute Vorrichtung, sie hat einen guten Job gemacht.“

Die Voraussetzungen vor dem Großen Preis von Italien sind im Übrigen genau die gleichen wie in Spa. Denn auch in Monza wird Hülkenberg von ganz hinten starten müssen. Zunächst erhielt der Emmericher eine Strafversetzung um zehn Plätze nach hinten wegen der Kollision. Doch die ist mittlerweile eh Makulatur. Denn Renault hat sich entschlossen, im Wagen des Emmerichers schon wieder eine neue Antriebseinheit einzubauen. Dadurch erhält er weitere Strafen.

Den Einbau eines frischen Motors, die Kosten liegen im Übrigen bei rund einer Million Euro, erfolgt aus taktischen Überlegungen. Zum einen ist der Effekt nicht allzu hoch, da die Strafe von Spa eh schon zu einer schwierigen Ausgangsposition geführt hätte. Zum anderen will das französische Werksteam in Singapur in zwei Wochen mit den bestmöglichen Voraussetzungen antreten. Schon vor der Sommerpause hatte Hülkenberg geäußert, dass Singapur eine der Strecken sein werde, die dem Renault von der Charakteristik liegen sollten.

„Ganz klar, mit den Strafen wird das kein einfaches Wochenende“, weiß auch der 31-Jährige Emmericher. „Zudem ist Monza auch eine schwierige Strecke für uns. Aber es ist, wie es ist. Wir gehen da ganz offen ran und wollen ein gutes Wochenende abliefern. Vor allem wollen wir am Sonntag ein gutes Rennen zeigen, weil – egal von wo man startet oder wie schwierig die Voraussetzungen sind – es immer Spaß macht, hier zu fahren.“

Gestern Morgen war der Spaßfaktor für die Piloten in Monza aber überschaubar. Denn Regen hatte die Strecke unter Wasser gesetzt. Erst im Verlauf des ersten freien Trainings trocknete es langsam ab, so dass auch auf Intermediates gefahren werden konnte.

Die Nachmittagssession im Trockenen wurde zunächst von einem heftigen Unfall mit mehrfachem Überschlag von Marcus Ericsson (Sauber) überschattet. Der Schwede stieg aber wie durch ein Wunder unverletzt aus seinem Wagen. Erst nach einer 25-minütigen Unterbrechung wegen der Reparatur der Leitplanke wurde gefahren. Nico Hülkenberg landete auf dem zehnten Rang.

(tt)
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