Formel 1: Nico Hülkenberg fährt auf Rang fünf vor

Formel 1 : Nico Hülkenberg fährt auf Rang fünf vor

Motorsport: Der Emmericher Formel 1-Pilot überzeugt beim Großen Preis von Italien mit seinem besten Saisonauftritt. Teamkollege Daniel Ricciardo wird gar Vierter, so dass der Renault-Stall in Monza viele Punkte einfahren kann.

Ein paar Kilometer hat Nico Hülkenberg in höchsten Kreisen mitgemischt. Zwischen den Mercedes und Ferraris, zwischen Vettel und Leclerc, Hamilton und Bottas. Zwischenzeitlich lag er gar auf einem Podiumsplatz. Dass es der beste Auftritt des Emmericher Formel-1-Piloten in dieser Saison werden würde, deutete sich bereits am Start des Großen Preises von Italien in Monza an. Gemeinsam mit dem viertplatzierten Teamkollegen Daniel Ricciardo sammelte Hülkenberg als Fünfter ordentlich Punkte für sein Renault-Team.

Nach einem kuriosen Qualifying, bei dem in Q3 am Ende sieben von neun Piloten eine gültige Runde verpassten, weil sie den Zielstrich im Gedränge zu spät passieren. Hülkenberg war im letzten Versuch als erster Pilot auf die Strecke gegangen und hatte gleich nach dem Boxenausgang die erste Schikane ausgelassen. Eine Strafe sprachen die Stewards aber nicht aus. Somit startete der 32-Jährige von Position sechs ins Rennen und erwischte auf einen perfekten Start.

In Kurve eins behielt Hülkenberg im traditionellen Getümmel von Monza die Übersicht, war nach wenigen Metern gleichauf mit Ricciardo. Der Australier traf die Kurve nicht optimal, Hülkenberg ging im zweiten Richtungswechsel der Schikane an seinem Stall-Rivalen vorbei. Und es wurde sogar noch besser: Im Windschatten des vor ihm fahrenden Sebastian Vettel raste Hülkenberg der zweiten Schikane entgegen, trat neben dem Ferrari-Piloten auf die Bremse und fuhr mit einem tollen Manöver auf der Außenbahn am vierfachen Weltmeister vorbei.

Hülkenbergs Part im Konzert der großen Teams dauerte aber nur eine Runde. Auf der Start- und Zielgeraden ging Vettel wieder am Emmericher vorbei auf Rang vier. Drei Runden später kam auch Ricciardo an Hülkenberg vorbei. Damit war die Reihenfolge der Startaufstellung wiederhergestellt: Leclerc vor Hamilton, Bottas, Vettel und den Renault.

Nach einem Dreher von Vettel in Runde sechs rückten Ricciardo sowie Hülkenberg auf die Plätze vier und fünf vor. Rund zwei Sekunden trennten die beiden über viele Kilometer. In der 20. Runde kam erst Hamilton, ein Umlauf später Leclerc an die Box, um frische Reifen zu holen. Hülkenberg rutschte so auf Rang drei vor, Ricciardo auf zwei. Schnell holten aber die ehemals Führenden auf und verdrängten die Renaults wieder vom Podest.

Hülkenberg kam dann in Runde 30 als Fünfter in die Box — und als Fünfter wieder raus. Ricciardo hatte eine Runde später mehr Glück. Während einer virtuellen Safety-Car-Phase verlor er beim Reifenwechsel weniger Zeit als der Emmericher und kam mit einem komfortablen Vorsprung von 15 Sekunden wieder auf die Strecke.

In dieser Konstellation ging es in Richtung Zielflagge. Hülkenberg musste in den letzten Runden noch seinen fünften Platz verteidigen. Alexander Albon im Red Bull machte ordentlich Druck, lag teils unter einer Sekunde hinter dem Renault-Mann. Doch der behielt die Nerven und ließ mit seinem schnellen Auto nichts mehr anbrennen.

Nach Rang acht in Belgien durfte sich Nico Hülkenberg erneut über gute Punkte freuen. In zwei Wochen, am 22. September, steigt der nächste Grand Prix unter dem Flutlicht von Singapur.

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