Nico Hülkenberg etabliert sich im Mittelfeld

Formel 1 : Nico Hülkenberg etabliert sich im Mittelfeld

Der Emmericher rangiert nach zehn Rennen auf dem siebten Platz in der Fahrerwertung. An die Top-Teams wird der 30-Jährige wohl nicht mehr herankommen. Vor allem im Qualifying hapert es oft.

Auch wenn der Große Preis von Indien zum letzten Mal 2013 ausgetragen wurde, scheint sich das dort verbreitete Kastensystem in der Formel 1 eingenistet zu haben. Der Großbritannien GP zeigte einmal mehr exemplarisch die Klassen-Gesellschaft in der Königsklasse des Motorsports. An der Dominanz der drei Topteams lässt sich einfach nicht rütteln.

Die sechs Piloten von Mercedes, Ferrari und Red Bull okkupieren demnach auch die ersten sechs Plätze. Nur wenn etwas Ungewöhnliches passiert, ändert sich die Reihenfolge. So wie in Silverstone. Max Verstappen musste seinen Red Bull mit Defekt abstellen. Nico Hülkenberg profitierte von diesem Ausfall und konnte das Rennen als Sechster beenden. Damit konnte der Emmericher nach Bahrain und China zum dritten Mal in dieser Saison auf Platz sechs landen. „Ich denke, das war das Maximum, was wir hier erwarten konnten“, sagte der 30-Jährige dann auch nach dem Rennen in England.

Der von Hülkenberg als Maximum apostrophierte sechste Platz im Rennen genügt freilich nicht den hohen Ansprüchen von Renault. Denn den Verantwortlichen des französischen Werksteams gefällt es ganz und gar nicht, dass vor allem das Kundenteam von Red Bull in einer anderen Liga fährt. Nichtsdestotrotz ist man im gelb-schwarzen Lager realistisch. In den noch verbleibenden elf Rennen in dieser Saison wird sich an der Grundordnung nicht mehr viel ändern. „Es ist eine tolle Belohnung, fast eine Erleichterung nachdem wir ein schwieriges Qualifying hatten“, sagte dann auch Teamchef Cyril Abiteboul zum sechsten Platz von Hülkenberg.

„Wir haben jetzt in Silverstone wertvolle Punkte geholt und es kommen nun Rennen, in denen wir wettbewerbsfähiger sein sollten. Das hoffen wir zumindest. Das Ergebnis sollte uns jedoch nicht davon ablenken, unsere Pace am Samstag zu verbessern, damit wir bessere Chancen am Sonntag haben.“

Denn auffällig ist, dass Renault gerade im Qualifying einen negativen Trend aufzeigt. Schon seit drei Rennen hat Nico Hülkenberg keine einstelligen Startplätze mehr herausholen können. Laut dem Fachmagazin Auto, Motor und Sport sollen dem Renault-Motor rund 30 bis 40 PS auf die Motoren von Ferrari und Mercedes fehlen. Hinzu kommt, dass der R.S.18 große Probleme in schnellen Kurven hat, da er nicht genügend Anpressdruck entwickelt.

Ein weiteres Manko ist ganz offensichtlich: Der Renault ist ein Reifenfresser. Nico Hülkenberg und sein Teamkollege Carlos Sainz waren dann auch die einzigen Fahrer im Feld, die überhaupt auf der härtesten Reifenmischung unterwegs waren. „Das war unsere einzige Chance, um mit einem Stopp durchzukommen“, sagte der Emmericher nach dem Rennen in Silverstone. Das Reifenroulette ging aber auf und so schob sich Hülkenberg auf Platz sieben der Fahrerwertung vor. Das nächste Rennen, der Große Preis von Deutschland in Hockenheim, findet am 22. Juli statt.

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