Fußball: Neue Anlaufstelle für Gewaltvorfälle

Fußball : Neue Anlaufstelle für Gewaltvorfälle

Fußball: WDFV reagiert auf Wunsch der Basis. Brunnstein begrüßt Aktion.

Der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) forciert die Anstrengungen, aktiv gegen Gewalt auf den Sportplätzen vorzugehen. Mit der Einrichtung einer zentralen hauptamtlichen Anlaufstelle für Gewaltvorfälle, die zum Jahresbeginn gemeinsam mit den drei Landesverbänden Niederrhein (FVN), Mittelrhein (FVM) und Westfalen (FLVW) in Duisburg geschaffen wurde, sollen die bisherigen Maßnahmen gestärkt und der intensive Austausch fortgesetzt werden. Die Anlaufstelle ist per Mail an anlaufstelle@wdfv.de erreichbar.

„Das ist eine gute Aktion des WDFV“, findet Norbert Brunnstein, Schiedsrichterobmann des Kreises Rees/Bocholt. „Es war eine Forderung der Basis, künftig den Unparteiischen bei Vorfällen nicht mehr alleine zu lassen, sondern dass ihm schnell geholfen wird.“ Brunnstein meint damit insbesondere Gewalt und schwerwiegende Beleidigungen.

„Wir haben unsere Referees nach den Vorfällen stets betreut. Das wird auch weiterhin so sein, die Arbeit in den Kreisen geht weiter“, sagt der Obmann. „Wichtig wird ein Automatismus, alle Geschehnisse an Polizei und Staatsanwaltschaft zu melden. Es passiert schließlich alles im öffentlichen Interesse.“

Gleichzeitig hat er die Hoffnung, dass durch hohe Strafen die Vorfälle langfristig gemindert werden können, da die Abschreckung größer wird. Möglich wären aus seiner Sicht auch Kollektivstrafen für Spieler, die ihre Kollegen schützen würden. „Jede Tat ist eine zu viel, gleichzeitig müssen wir aber festhalten, dass es keinen Anstieg zu verzeichnen gibt. Lediglich das mediale Interesse ist größer und die Fälle werden aufgebauscht“, findet Brunnstein, der zudem darauf hinweist, dass es bei weitem nicht in jedem Spiel Probleme geben würde.

Auch für WDFV-Präsident Peter Frymuth ist die Anlaufstelle des Verbandes notwendig geworden: „Die Vorkommnisse auf den Plätzen im Amateurfußball machen deutlich, dass wir im Sinne der Landesverbände neben den vielfältigen bereits erfolgten Bemühungen weitere Strategien im Einsatz gegen Gewalt entwickeln müssen.“

Im Zuge diverser Maßnahmenpakete ist in den Landesverbänden in NRW nach Mitteilung des FVN zuletzt eine Menge zur Gewaltprävention in die Wege geleitet worden. Die Schaffung der Anlaufstelle soll demnach helfen, dass der Verband Meldungen über Vorkommnisse erhält und entsprechend reagieren kann. Das Ziel soll sein, dass alle drei Landesverbände bei Gewaltvorfällen sowohl intern, als auch extern einheitlich agieren.

Zudem soll es künftig noch stärker gelingen, den Vereinen die Wichtigkeit der Thematik deutlich zu machen. Dies soll durch persönliche Gespräche und gezielte Veranstaltungen erreicht werden. Es gilt laut FVN daher, den angestoßenen Austausch über Werte, Chancen und Konflikte im Fußball zu vertiefen und in den Folgejahren fortzuführen.