Lokalsport: Neuanfang beim VfB Rheingold

Lokalsport : Neuanfang beim VfB Rheingold

Nach dem bitteren Abstieg in die Fußball-Kreisliga B hofft der Traditionsclub jetzt wieder auf sportlich bessere Zeiten. Ein Garant dafür soll der neue Trainer Dennis Lindemann sein.

Vor dem letzten Testspiel des VfB Rheingold Emmerich im Eugen-Reintjes-Stadion gegen den SV Siegfried Materborn war das Wetter regnerisch-grau und trist. Das passte zur vergangenen Saison, in der die erste Mannschaft des Traditionsclubs in die Fußball-Kreisliga B abgestürzt ist. Damit sich die Stimmung beim VfB möglichst schnell wieder aufhellt, mussten in den vergangenen Wochen etliche Baustellen abgearbeitet werden. "Ich habe das Ganze doch schneller verdaut als gedacht. Es war einfach keine Zeit da, um zu trauern. Denn es gab so viel zu tun", sagt Marco Heinen. Der neue Fußball-Obmann hat mit dem stellvertretenden Vorsitzenden Thorsten Thüß die Mannschaft zusammengestellt, die nun versuchen soll, wieder für positivere Schlagzeilen zu sorgen.

Neuer Coach ist Dennis Lindemann, der im November 2016 beim damaligen Bezirksligisten SV Bislich zurückgetreten war. Für ihn war es keine Frage, dass er den VfB auch in der Kreisliga B übernehmen wird. "Ich hatte natürlich gehofft, dass der Klassenerhalt noch gelingt. Aber wenn ich einmal zusage, dann bleibe ich auch dabei", sagt der 36-Jährige. "Entscheidend ist das Projekt, das ich einfach sehr spannend finde."

Unterstützt wird Dennis Lindemann, der als Spieler und Trainer sechseinhalb Jahre in Bislich aktiv war, bei seiner Arbeit von Sebastian Buhners, der zuletzt ebenfalls beim Weseler Club war. Weil Abwehrspieler Buhners wegen eines Kreuzbandrisses jedoch die gesamte Saison ausfallen wird, fragte Lindemann ihn, ob er als Co-Trainer beim VfB arbeiten wolle. Der Coach und sein Assistent bilden nun eine Fahrgemeinschaft aus Wesel, zu der auch Daniel Weigle gehört. Der 28 Jahre alte Neuzugang ist der Schwager von Dennis Lindemann und kommt vom TuS Leopoldshöhe in der Nähe von Bielefeld. Weigle bringt Erfahrung aus der Bezirksliga und Kreisliga A mit. Er soll künftig eine Stütze in der Dreierabwehrkette sein.

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Mit seiner Routine soll den Emmerichern auch Mittelfeldspieler Andreas Mansfeld (34) helfen, der zuletzt ebenfalls für den SV Bislich gespielt hat. Ein echter Coup gelang dem VfB mit der Verpflichtung von Alexander Lohmann, der seine fußballerischen Qualitäten bis zur Winterpause der vergangenen Saison einige Jahre beim Bezirksligisten SV Vrasselt gezeigt hat. "Dieser Wechsel wäre ohne die Hilfe von Alexander Lohmanns Bruder Pascal sicherlich nicht möglich gewesen", berichtet Thüß.

Pascal Lohmann wurde Ende der vergangenen Saison wie sein Bruder David Lohmann sowie Mathias Pfände reaktiviert, um das Ruder im Abstiegskampf noch herumzureißen. Es half nicht. Pascal Lohmann erklärte sich anschließend aber bereit, auch in der Kreisliga B das schwarz-weiße Trikot zu tragen.

Der VfB kann weiter auf Jens Wunder, der die Mannschaft in der kommenden Saison als Kapitän aufs Spielfeld führen wird, und auf Tino Giesen bauen. Nachdem Giesen zuletzt im defensiven Mittelfeld eingesetzt worden war, plant Lindemann ihn jetzt wieder für den Angriff ein. Zumal Pierre Elspaß in der Vorbereitung einen Muskelbündelriss erlitt und mehrere Wochen ausfallen wird. Sollte es beruflich machbar sein, möchte auch der lange verletzte Ertug Cosgun, ebenfalls früher in Bislich, wieder angreifen. Weitere Zugänge sind Leroy Nienhaus (Fortuna Elten) und Ahmet Kanat (VfR Warbeyen).

Den VfB haben aber auch einige Akteure verlassen. In Juri Wolff, Calvin Stein und Fabian Meyer zog es ein Trio zum RSV Praest. Maveric Hülsmann wechselte zum SV Vrasselt. Nicht mehr zur Verfügung stehen Marco Köster, Lukas Voetmann, Malte Arens und Joel van der Linden, die ihre Laufbahn beendet haben oder eine Pause einlegen.

In der vergangenen Saison haben die Verantwortlichen vor allem ein Mentalitätsproblem ausgemacht. "Wenn man ehrlich ist, hat einfach zu oft das Feuer gefehlt", sagen Heinen und Thüß. Ein Saisonziel will Lindemann nicht ausgeben. "Wir wollen oben mitmischen, das muss auch unser Anspruch sein. Einen Aufstieg kann man aber nicht planen." Dass noch viel Arbeit auf den Trainer wartet, haben die Testspiele gezeigt. Ein Manko war dabei weiterhin die Defensive, die in der vergangenen Saison 94 Gegentreffer hinnehmen musste.

Der VfB tritt in der Kreisliga B etwas überraschend in der Gruppe eins an und trifft überwiegend auf Gegner aus dem Bocholter Raum. "Das dürfte die stärkere Gruppe sein", sagt Lindemann. Die erste Partie wird gleich ein Gradmesser. Der VfB spielt am Sonntag beim Mitabsteiger BW Wertherbruch an.

(RP)