Lokalsport: Mareen Hufe löst erneut das Hawaii-Ticket

Lokalsport : Mareen Hufe löst erneut das Hawaii-Ticket

Die Profi-Triathletin belegt beim Ironman Brasilien den sechsten Rang und qualifiziert sich für die Weltmeisterschaft. Die Weselerin erzielt zwar die drittbeste Zeit in ihrer Karriere, ist allerdings mit ihrer Platzierung nicht ganz zufrieden.

Ihre Gefühlswelt fährt ein wenig Achterbahn. Soll sie nun jubeln oder sich doch ärgern? Die Weseler Profi-Triathletin Mareen Hufe wählt die eher verhaltene Freude. Klar, die 39-Jährige hat mit dem sechsten Platz beim Ironman in Brasilien das Ticket für die Weltmeisterschaften auf Hawaii (14. Oktober) endgültig und frühzeitig gelöst. Und die Zeit von 9:01,44 Stunden, die drittbeste in ihrer Karriere, kann sich auch sehen lassen. Doch Platz sechs drückt etwas auf die Stimmung. "Mit der Leistung hätte ich gedacht, schon ein bisschen weiter vorne im Feld zu sein", sagt die Weselerin. Zumal sie nur 44 Sekunden von Platz vier und vier Minuten von Rang zwei trennten.

Wenigstens Platz acht musste Mareen Hufe in Florianópolis erreichen, um die noch notwendigen 1070 Qualifikationspunkte für Hawaii zu sammeln. Rang sechs brachten ihr 1670 Zähler ein. Mit nun 5020 Punkten ist sie bei der ersten Nominierungsphase im Juli dabei. "Im letzten Jahr gelang mir dies auch so früh", sagt Mareen Hufe. Damals kam sie in Brasilien nach 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und einem Marathonlauf zum Abschluss auf den zweiten Rang. Aus einem Start im Mekka des Ironmans wurde dann bekanntlich wegen gesundheitlicher Probleme nichts.

Auf den Weg zum Ironman Brasilien, der gleichzeitig auch die Südamerika-Meisterschaft war, hatte sich Mareen Hufe erst sechs Tage vor dem Wettkampf gemacht. An ein ausgedehntes Training vor Ort, besonders in der Lieblingsdisziplin Radfahren, war nicht zu denken. "Das ist einfach viel zu gefährlich", sagt die Weselerin. Die Wettkampfstrecke in Florianópolis ist eine zweispurige Straße mit viel Autoverkehr, für den Ironman wird dann eine Spur gesperrt. Doch Übungseinheiten kamen dort nicht infrage. Mareen Hufe suchte sich wie alle anderen Starter eine etwa 1500 Meter lange Strecke für das Training.

Am Wettkampftag herrschten Temperaturen um 20 Grad, allerdings begleitete die Athleten auch ständiger Regen. Nach 55:31 Minuten kletterte Mareen Hufe aus dem Wasser. "Ich bin echt gut geschwommen. Die Arbeit mit meiner Trainerin Ute Mückel und Tim Spiwoks vom Weseler Schwimmverein trägt Früchte", freut sich die Triathletin. Knapp siebeneinhalb Minuten betrug der Rückstand auf die schnellste Schwimmerin - dichtauf folgten sechs Konkurrentinnen.

Und dies wurde zu dem eigentlichen Problem des Wettkampfes. Denn auf dem Rad konnte sich Mareen Hufe von ihren Verfolgerinnen nicht lösen. "Ich habe es immer wieder versucht, bin aber einfach nicht weggekommen", sagt sie. "Vielleicht hat mir auch bei den nassen Straßenverhältnissen ein bisschen der Mut gefehlt." Erst bei Kilometer 140 setzte sich Hufe von ihren Widersacherinnen ab - zu spät, um noch den für den abschließenden Marathonlauf benötigten Vorsprung herauszufahren.

Nach 4:51,16 Stunden wechselte die 39-Jährige auf die letzte Disziplin. Sie lag damit nur rund vier Minuten vor ihren Kontrahentinnen. "Es war mir klar, dass dies nicht reichen würde, um die schnellsten Läuferinnen hinter mir zu lassen", so Hufe. Ihre Befürchtung bewahrheitete sich. In dem schnellen Rennen reichte es nicht zum Podestplatz. Und dies, obwohl die Weselerin in 3:09,15 Stunden eine neue persönliche Marathon-Bestzeit aufstellte.

"Mit meiner Leistung bin ich sehr zufrieden, mit der Platzierung muss ich mich noch etwas anfreunden", sagt Hufe. Und dann konnte es noch nicht einmal eine Pizza Hawaii als Belohnung für die WM-Qualifikation geben - die Ananas fehlte in der Pizzeria in Brasilien.

(RP)
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