Kreis Kleve: Neue KSB-Zentrale nimmt Formen an

Vereine und Verbände : Neue KSB-Zentrale nimmt Formen an

Der Kreissportbund Kleve ist wieder einmal Vorreiter. Das Vorzeige-Projekt in Geldern wird Menschen jeden Alters begeistern. Am 7. September wird das neue Zentrum eröffnet. Rund 1,2 Millionen Euro hat es gekostet.

Wer erfahren möchte, wie moderner Freizeitsport aussieht und funktioniert, muss sich auf den Weg nach Geldern machen. Die neue Zentrale des Kreissportbundes (KSB) Kleve an der Dreifach-Sporthalle an der Landwehr hat den schlichten Namen „Dein Sporthaus“. Dahinter verbirgt sich ein einzigartiges Fitness- und Gesundheitsangebot, das für die Zukunft eine Vorreiterrolle spielen kann und wird.

KSB-Vorsitzender Lutz Stermann und seine Mitarbeiter – allen voran Marcel Kempkes, pädagogischer Leiter des Sportbildungswerks – haben bei der Planung an alles gedacht. Und jedes Detail akribisch in die Tat umgesetzt. Wer die beiden etwa 180 Quadratmeter großen Übungsräume betritt, sollte den Begriff Turnhalle aus seinem Wortschatz streichen. In Geldern gibt’s jetzt Freizeitsport, Fitness, Gesundheit und Prävention 2.0.

Arbeitsplatz mit Wohlfühlnote: Die Mitarbeiter Michelle Bruckmann und Malte Seidel in der Besprechungs-Oase. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Die Gestalter um Stermann haben den Sport zwar nicht neu erfunden. Aber Räumlichkeiten und Angebot so attraktiv gestaltet, dass selbst Menschen auf den Geschmack kommen werden, die bislang nur selten bereit waren, das heimische Sofa zu verlassen.

Einige Beispiele: Die Übungsräume sind klimatisiert. Und haben gleichzeitig eine Fußbodenheizung, die in Windeseile für wohlige Temperaturen sorgen kann. Stermann nennt beim Rundgang durch die Räumlichkeiten, die nach den Sommerferien am 7. September offiziell eingeweiht werden, den Grund für die Komfortzone: „So können wir zunächst einen Kursus für Menschen anbieten, die sich richtig auspowern möchten. Die möchten es kühl haben. Und wenn sich direkt danach die Frauen zur Rückengymnastik treffen, wird’s im Handumdrehen gemütlich warm.“

Dazu gibt’s eine 400-Watt-Musikanlage. Diese wird selbstverständlich über Bluetooth gesteuert, weil die Zumba-Trainerinnen im 21. Jahrhundert ihre Hitlisten auf Smartphone und Tablet gespeichert haben. „Wenn die Anlage aufgedreht wird, kannst Du oben mittanzen“, sagt Stermann. Soll natürlich nicht sein, weil sich „oben“ die Büroräume der hauptamtlichen Mitarbeiter des Sportler-Dachverbandes befinden. Diese können tatsächlich in Ruhe ihre Aufgaben erledigen, weil an den Decken der Übungsräume sogenannte Akustiksegel platziert sind, die den Schall in die richtigen Bahnen lenken.

Die Fenster in den Sporträumen reichen bis zur Decke. Das Licht ist angenehm, der Blick geht in Richtung Landwehr, an deren Rand auch noch ein „Sinnespfad“ entstehen soll. Doch mit Jalousien lassen sich die riesigen Räume sofort beschatten – damit gegebenenfalls Entspannungsübungen in gedämpfter Atmosphäre abgehalten werden können.

Selbstverständlich schont ein Schwingboden die Gelenke, selbstverständlich sind die Räume so gestaltet, dass auch Menschen mit Behinderung Sport treiben können. „Wir werden in Zukunft einen unserer Schwerpunkte auf den Rehasport legen“, sagt Kempkes. In den Ferien erfolgt noch der Durchbruch zur Dreifachturnhalle, damit dort beispielsweise Übungsleiter-Kurse abgehalten und die Umkleidekabinen genutzt werden können.

Ein Blick ins Büro: Die KSB-Mitarbeiter, die den Umzug aus der alten Geschäftsstelle in Winnekendonk gestemmt haben, dürfen sich über schöne Arbeitsplätze freuen. Jeder Schreibtisch ist höhenverstellbar und auch behindertengerecht ausgetauscht. Im Hintergrund befindet sich so etwas wie eine „Besprechungs-Oase“, in der sich ungestört beratschlagen lässt, weil Filzvorhänge allenfalls Wortfetzen nach außen dringen lassen.

Und wer Lutz Stermann und seinen Schatzmeister Günter Schlüpen schon etwas länger kennt, wird auch keine Bedenken in Sachen Finanzierung haben. Der Kreissportbund hat in das Vorzeige-Projekt, das den im Kreis Kleve in den nächsten Jahrzehnten viel Freude bereiten wird, rund 1,2 Millionen Euro investiert – die Rechnung geht bis auf den letzten Cent auf. Die NRW-Bank hat einen zinsgünstigen Kredit in Höhe von 700.000 Euro beigesteuert (Laufzeit 30 Jahre), vom Sportbildungswerk gibt’s Mietzahlungen in Höhe von 300.000 Euro, 175.000 Euro hat die Stiftung Wohlfahrtshilfe für den behindertengerechten Ausbau beigesteuert. Das neue Sportler-Paradies in Geldern ist fertig.

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