Fußball: Jede Position ist jetzt doppelt besetzt

Fußball : Jede Position ist jetzt doppelt besetzt

Mit einem großen Kader startet Roland Kock in seine 16. Saison als verantwortlicher Coach beim RSV Praest. Das Ziel in der Bezirksliga-Gruppe 5 ist eine deutlich konstantere Spielzeit und die obere Tabellenhälfte.

Beim Trainingsauftakt des RSV Praest fehlte ein bekanntes Gesicht. Betreuer Christoph Tilleman erholt sich momentan von einer Operation. Die Mannschaft schickte „Tille“ Genesungswünsche. Seit vielen Jahren ist der 44-Jährige stets mit guter Laune als Teambetreuer tätig und damit ein wichtiger Eckpfeiler im Vereinsgefüge. Bei den Schwarz-Gelben gibt es viele solcher Konstanten, allen voran natürlich Trainer Roland Kock, der inzwischen in seine 16. Saison beim Bezirksligisten geht.

Dass aber im Emmericher Süden auch weiterhin notwendige Veränderungen vorgenommen werden, zeigt die momentane Kernsanierung der beiden Umkleidekabinen, die mit viel Eigenleistung und einer Crowdfunding-Aktion gestemmt wird. Und auch die Mannschaft wird gleich mit zehn neuen Gesichtern in die kommende Spielzeit gehen. „Jetzt kann sich niemand mehr ausruhen“, lautet angesichts der zahlreichen Zugänge die klare Ansage von Ralf Knist, der inzwischen auch schon in sein sechstes Jahr als Co-Trainer am Offenberg geht. Weiterhin für die Torhüter zuständig ist Christoph Legeland, als zusätzlicher Co-Trainer gehört Emin Baran zum Team.

Knapp 30 Akteure umfasst der Kader momentan noch. „So eine Breite hatten wir noch nie“, konnte Roland Kock ungewohnt viele Akteure Anfang Juli begrüßen. Einige Neuzugänge kennen sich als Rückkehrer schon bestens in Praest aus. Keeper Sascha Zwiekhorst will künftig zur Verfügung stehen, wenn zwischen den Pfosten Bedarf besteht. Sein Bruder Daniel war zuletzt ebenfalls beruflich sehr eingespannt, der Verteidiger möchte nun erst einmal wieder fit werden. Auch Nihat Örge schlägt zum zweiten Mal seine Zelte in Praest auf. Der 24-Jährige ist ein Kandidat für die Position des linken Verteidigers. Ebenfalls von der DJK Hüthum-Borghees kommt Danny Stein, dem gute Anlagen bescheinigt werden. „Er muss sich an die Liga sicherlich erst noch gewöhnen, aber ich habe Spaß daran, solche Spieler zu formen“, sagt der 52-jährige Linienchef der Schwarz-Gelben. Bruder Calvin Stein kickt bekanntlich auch schon beim RSV.

Mike Wezendonk, der bei der SV Hönnepel-Niedermörmter auch schon in der Oberliga gespielt hat, wird die Praester sicherlich verstärken. Der 23-Jährige hat sich allerdings vor kurzem beim Fußballgolf verletzt und muss mit einer Knieblessur erst einmal pausieren. Mit Marius Storm kommt vom A-Ligisten SV Rees ein weiterer sehr flexibler Akteur, dem Kock den Sprung unter die ersten elf durchaus zutraut.

Vom Nachbarn SV Vrasselt ist Nils Rütjes (22) auf die andere Straßenseite gewechselt. „Er ist sehr laufstark und wird Schwung reinbringen“, ist der RSV-Coach froh über eine weitere Offensivoption. Nach längerer Pause haben sich zudem mit Tobias Wortmann (zuletzt SGE Bedburg-Hau) ein Verteidiger und mit Rene Visser ein defensiver Mittelfeldspieler entschieden, beim RSV wieder gegen den Ball zu treten.

Für Tore soll demnächst Rene Groes (24) sorgen, der in der vergangenen Saison 24 Treffer für den A-Ligisten FC Olympia Bocholt erzielt hat. „Er hat einen Torriecher, ist aber ein anderer Spielertyp als Dennis Thyssen“, so Kock. Der bisherige Mittelstürmer ist als Spielertrainer zum B-Ligisten SuS Kalkar gegangen.

Verlassen haben den RSV außerdem Dennis Meiners und Daniel Buscher, die zum SV Rees zurückkehren. Patrick Gottschling, der in der vergangenen Saison noch einmal ausgeholfen hatte, gehört nicht mehr zum Aufgebot und Marcel Heiliger wird künftig ausschließlich als Spielertrainer der Reserve fungieren, die durchaus mit Ambitionen in die neue Kreisliga C-Saison geht. Mit Lukas Reuyß konnte jetzt noch ein starker Angreifer vom SV Rees für die Zweitvertretung gewonnen werden.

Wer zudem noch in die zweite Mannschaft geht, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. „Jeder wird seine Chance bekommen“, versichert Kock. „Der große Kader wird uns sicherlich zu Gute kommen, jede Position ist doppelt besetzt“, weiß auch Juri Wolff, dass der Konkurrenzkampf groß ist. Der Kapitän hatte in den letzten Monaten mit einer Kapselverletzung am Sprunggelenk zu kämpfen und will nun langsam wieder einsteigen. Auch Justin Ising will nach seiner schweren Verletzung und kürzeren Einsätzen in der Rückrunde wieder voll angreifen.

„Ich kann immer noch schlecht verlieren, bin weiterhin Feuer und Flamme und habe richtig Spaß, muss aber auch etwas zurückbekommen“, hatten Kock in der vergangenen Saison mehrere Spiele und zeitweise vor allem die Einstellung einiger Akteure überhaupt nicht gefallen. „Es gab da einige Mannschaften, die mehr für den Erfolg getan haben“.

Ein einstelliger Platz ist für Kock auch in der nächsten Spielzeit das Ziel, wobei das Ergebnis der letzten Saison möglichst verbessert werden soll. „Das Potenzial dazu sollten wir haben. Wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken und ich erwarte auf jeden Fall mehr von der Mannschaft. Mit der vierten Auswechslung kann man ja jetzt auch mal frühzeitiger reagieren“.

In diesem Jahr wird es für den RSV Praest auch wieder des Öfteren in Richtung Ruhrgebiet gehen. In der Bezirksliga-Gruppe 5 gibt es unter den 18 Mannschaften vier Aufsteiger, aber keinen Landesliga-Absteiger. TuB Bocholt, Viktoria Buchholz, SV 08/29 Friedrichsfeld, der Mülheimer SV 07 oder die DJK SF 97/30 Lowick könnten Kandidaten für das erste Drittel sein, vermutet Kock.

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