Jana Feldkamp berietet sich auf WM vor

Fußball : „Natürlich wollen wir Weltmeister werden“

Am Dienstag testet die deutsche U20-Mannschaft in Goch gegen die Niederlande. Die Hünxerin bereitet sich gleichzeitig auf die WM vor.

Als Kapitänin der deutschen U20-Fußball-Nationalmannschaft ist Jana Feldkamp aus dem Spiel des Teams von Bundestrainerin Maren Meinert kaum wegzudenken. Feldkamp gilt als komplette Spielerin. Die 20-Jährige, die aus Hünxe kommt, steht beim Bundesligisten SGS Essen unter Vertrag und studiert in Mülheim Wirtschaftsingenieurwesen. Nun wurde sie für die bevorstehende Weltmeisterschaft in Frankreich nominiert, die Anfang August beginnt.

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Was wird das Ziel der deutschen Mannschaft in Frankreich sein?

Jana Feldkamp Natürlich wollen wir Weltmeister werden. Ansonsten fährt man nicht zu einem solchen Turnier, und dafür sind wir auch gut vorbereitet. Aber wir fokussieren uns erst einmal darauf, die Gruppenphase zu überstehen, denn auch das wird eine Herausforderung. Wenn wir die Vorrunde geschafft haben, ist in einem solchen Turnier immer alles möglich.

In der Gruppenphase trifft das deutsche Team auf Haiti, Nigeria und China. Was erwarten Sie von diesen Mannschaften?

Feldkamp Sie sind sehr schwer einzuschätzen. Gegen europäische Teams spielen wir regelmäßig, aber gegen Nigeria und China habe ich beispielsweise noch nie gespielt. Gegen Haiti haben wir vor einigen Wochen deutlich gewonnen. Sie agieren sehr unkonventionell. Nigeria erwarten wir dahingegen sehr athletisch, die Chinesinnen dürften taktisch sehr gut aufgestellt sein.

Sie haben schon vor zwei Jahren in Papua-Neuguinea an einer WM teilgenommen. Von welchen Erfahrungen berichten Sie ihren Mitspielerinnen?

Feldkamp Ich möchte vor allem zu großer Vorfreude anregen. Eine Weltmeisterschaft ist noch einmal einige Nummern größer als eine Europameisterschaft. Es wird für uns alle ein Höhepunkt werden.

Sie spielen bereits im vierten Jahr Frauen-Bundesliga. Werden Sie irgendwann nur von dem Standbein Profifußball leben können?

Feldkamp Darauf hoffe ich – wie wir alle – natürlich sehr. Mit meinen 20 Jahren bin ich da auch sehr optimistisch. Aber ich möchte weiterhin studieren, denn im Frauenfußball hat man auch nach der Karriere nicht ausgesorgt.

Am Dienstag treffen Sie in einem Testspiel in Goch auf die Niederlande, die erstmalig an einem Endrundenturnier teilnehmen wird. Was erwarten Sie?

Feldkamp Wir erwarten einen sehr guten und intensiven Test. Die Niederländerinnen haben eine ähnliche Spielanlage wie wir. Sie wollen auch mit schnellem und kombinationsreichen Fußball nach vorne spielen und sind am Ball sehr stark. Auch für die Zuschauer dürfte es eine spannende Partie werden.

Der aktuelle Titelverteidiger ist Nordkorea, ein wahrer Exot im Fußball. Wie kam es zu diesem überraschenden Erfolg?

Feldkamp Nordkorea ist seit Jahren eine Größe im Frauenfußball, daher war das keine allzu große Überraschung. Sie sind auch schon U17-Weltmeister geworden. Leider haben wir noch nie gegen sie gespielt.

Wer kommt aus Ihrer Sicht ebenfalls als WM-Favorit infrage?

Feldkamp Das werden sicherlich die USA, Frankreich und Japan sein. Es sind die üblichen Verdächtigen, denn sie spielen starken Fußball. Aber auch diese Mannschaften sind für uns schlagbar, wenn wir unser Potenzial abrufen.

Das deutsche Team trägt das Spiel im Hubert-Houben-Stadion in Goch aus. Wissen Sie, wo die Stadt liegt?

Feldkamp Selbstverständlich weiß ich das. Ich komme aus Hünxe und bin demnach Niederrheinerin. Daher freue ich mich auch besonders darauf, dass meine ganze Familie dort sein wird. Das kommt bei Länderspielen leider nicht so häufig vor.

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