Isabell Wehofen holte Bronze bei den Deutschen Judo-Meisterschaften U18

Judo : Isabell Wehofen holt Bronze bei der DM

Die 16-Jährige vom Judo-Club Haldern feiert in der Altersklasse U18 mit dem dritten Platz bei den nationalen Meisterschaften in Leipzig ihren größten Erfolg im Nachwuchsbereich.

Isabell Wehofen vom JC Haldern 1978 e.V. hat den größten Erfolg ihrer bisherigen Judo-Karriere gefeiert. Nachdem die 16-Jährige im vorigen Jahr bei den Deutschen Meisterschaften in Herne den siebten Platz belegen konnte, steigerte sie sich jetzt bei den nationalen Titelkämpfen in Leipzig und holte überraschend die Bronzemedaille in der Altersklasse U18.

„Ich konnte es erst gar nicht begreifen, dass ich Dritte geworden bin. Auf dem Bildschirm stand plötzlich Ippon für Weiß, dann habe ich gesehen, dass ich ja einen weißen Gürtel anhatte und habe realisiert, dass ich gewonnen habe. Das war ein tolles Gefühl“, freut sich Wehofen über den Erfolg bei der Deutschen Meisterschaft. Ungewöhnlich war für die 16-Jährige bereits die lange Anreise nach Sachsen: „Extra für ein Judo-Turnier nach Leipzig zu fahren ist schon was Spezielles. Mein Vater und mein Bruder haben mich begleitet.“

Ebenfalls dabei war ihre Trainerin Tanja Ehringfeld, was für Wehofen sehr wichtig war. „Es ist schon eine große Unterstützung, wenn du von der Matte runterkommst und dir jemand sagen kann, was du im nächsten Kampf besser machen kannst. Zudem hat sie selber sehr viel Wettkampferfahrung und weiß, was man tun muss“.

Isabell Wehofen vom Judo-Club Haldern, Drittplatzierte bei der DM, mit Trainingspartner Max. Foto: Funke Foto Services GmbH/Konrad Flintrop

Trotz ihres Erfolges will Isabell Wehofen nichts an ihrer Einstellung zum Judosport ändern: „Natürlich ist es schön, wenn man Erfolge hat, dennoch steht für mich der Spaß weiterhin im Vordergrund.“

Im nächsten Jahr rückt die 16-Jährige eine Altersklasse höher in die U21. „Es wird dann natürlich schwieriger für mich, da die Gegnerinnen deutlich erfahrener sind. Der Einstieg wird sicherlich nicht leicht, aber wenn ich mich im Training anstrenge, kann ich auch dort eine gute Platzierung schaffen“, gibt sich Wehofen selbstbewusst.

Auch die erste Vorsitzende des Judo-Clubs Haldern, Cornelia Kremer, lobt das Abschneiden von Isabell Wehofen: „Wir sind sehr stolz auf die Bronzemedaille von Isabell. Schon im letzten Jahr haben wir entschieden, dass wir sie gerne zu den Deutschen Meisterschaften nach Leipzig schicken möchten. Dabei wollte sie zunächst gar nicht so richtig, da sie gemerkt hatte, dass an dem Wochenende Karneval ist. Daher war es etwas schwierig, sie zu motivieren“, schmunzelte Kremer.

Vor der Abreise nach Leipzig traf sich der Judo-Club in der Sporthalle in Haldern. „Wir haben noch ein Gruppenfoto gemacht, um ihr das Gefühl zu geben, dass wir alle hinter ihr stehen. Dadurch, dass ihr Bruder mitgefahren ist, war der „Flurfunk“ natürlich sehr hoch. Die Anteilnahme des ganzen Vereins war überwältigend. Und genau das macht den JC Haldern auch aus“, freut sich Kremer über das Gemeinschaftsgefühl.

Doch im Judo-Club Haldern gibt es noch einige weitere aussichtsreiche Talente. So holte Veronika Pandzioch bei den Westdeutschen Meisterschaften in Nievenheim in der U15 ebenfalls die Bronzemedaille. Für Kremer ist Pandzioch „sehr wahrscheinlich“ das größte Talent in Reihen des JC Haldern: „Sie wird wohl noch mehr erreichen können als den dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften, da sie international schon weiter ist, als zum Beispiel Isabell. Im vergangenen Jahr belegte sie bereits den dritten Platz bei einem internationalen Turnier in Sankt Petersburg.“

Mittlerweile hat der Judo-Club Haldern 72 Mitglieder. „Wir haben im letzten Jahr mit der dritten Klasse der Grundschule Haldern ein Probetraining gemacht. Von diesem Training haben sich alleine zwölf Leute angemeldet. Allerdings kann man nie genug Mitglieder haben“, erklärt die erste Vorsitzende.

Im Juni richtet der Verein den Judo-Fun-Cup des Judo-Fördervereins Unterer Niederrhein in Haldern aus. Dort treffen in einem Mannschaftswettbewerb die Altersklassen U10 und U13 aufeinander. Alle 16 Vereine aus dem Kreis Kleve sowie einige Clubs aus dem Umkreis wurden dazu eingeladen. „Meistens nehmen sieben Teams teil. Dabei kämpfen in fünf Gewichtsklassen bis zu zwölf Kinder gegeneinander“, so Kremer.