Fußball: In Unterzahl kippt das Lokalderby

Fußball : In Unterzahl kippt das Lokalderby

Bezirksliga: Der Vergleich zwischen dem SV Vrasselt und dem RSV Praest endet mit einem 3:3. Dabei führen die Hausherren bis zur 75. Minute noch mit 3:1, doch der Platzverweis für Marcel Flietel wird vom RSV eiskalt ausgenutzt.

Bis zur 75. Minute sah es stark danach aus, als sollte das Emmericher Derby an die Hausherren gehen. Zu diesem Zeitpunkt führte der SV Vrasselt gegen den RSV Praest mit 3:1. Dann allerdings sah Marcel Flietel die Ampelkarte – und das Spiel kippte. Die Schwarz-Gelben kamen anschließend noch zu zwei Toren. Der 3:3-Endstand war das vierte Remis der beiden Lokalkonkurrenten in den letzten fünf Lokalduellen. „Das ist natürlich total ärgerlich, wenn du mit 3:1 führst, musst du das Ding auch nach Hause bringen. Wir haben lange Zeit richtig gut gestanden“, haderte SVV-Coach Sascha Brouwer vor allem mit dem Platzverweis, der sein Team merklich aus dem Tritt brachte.

Obwohl seine Mannschaft noch zum Ausgleich kam, war RSV-Trainer Roland Kock alles andere als zufrieden. „Wir haben das Spiel lange überhaupt nicht angenommen und uns das Leben selber schwer gemacht. Da war einfach zu wenig Leidenschaft“, hatte der Coach einen deutlich engagierteren Auftritt seiner Elf erwartet.

Für die Hausherren begann das Match vor rund 400 Zuschauern optimal. Gleich der erste Torschuss saß. Kapitän Marco Buscher zog ansatzlos aus gut 20 Metern ab und der Linksschuss schlug unten rechts im Praester Gehäuse ein (13.). Den Gästen fiel im Spiel nach vorne wenig ein, doch einen lichten Moment nutzten sie zum Ausgleich, als nach einer Flanke von Justin Ising plötzlich Sezgin Baran vollkommen frei vor SVV-Keeper Luca Pollmann auftauchte und das Leder zum 1:1 versenkte (24.). Doch die Vrasselter Antwort folgte prompt. Marco Cvetkovikj setzte sich energisch durch und schoss zum 2:1 ein (25.).

Beide Mannschaften taten sich anschließend aber schwer, zu weiteren Möglichkeiten zu kommen. Das 3:1 für den SVV resultierte dann in der 58. Minute aus einem Foulelfmeter. Niklas König hatte sich durchgesetzt und wurde schließlich im Strafraum von Justin Ising abgeräumt. Der Elfmeterpfiff des souveränen Schiedsrichters Dennis Rohde war die logische Folge. Marco Buscher verwandelte sicher. Für Niklas König war das Spiel allerdings wenig später beendet. Der Youngster hatte sich bei dem Foul am Knie verletzt und musste ausgewechselt werden.

Erst jetzt verstärkten die Praester noch einmal ihre Offensivbemühungen. Luca Pollmann, den eine leichte Oberschenkelzerrung plagte, parierte zweimal, zunächst gegen Mike Wezendonk (62.) und dann gegen Marvin Müller (65.).

Zehn Minuten später folgte der Platzverweis für Marcel Flietel, der sich bereits vorbelastet an der gegnerischen Eckfahne ein Foul leistete, das mit Gelb-Rot geahndet wurde. Die Konsequenz folgte umgehend. Keine zwei Minuten später trafen die Praester zum 3:2, als Rene Groes eine Flanke von Marius Storm verwertete (78.).

„Der Anschlusstreffer ist leider zu schnell gefallen“, wusste auch SVV-Mittelfeldakteur Jens Wunder, dass es nun schwer für seine Mannschaft werden würde, den Sieg ins Ziel zu retten. Die Gäste machten nun richtig Druck – und kamen in der 87. Minute auch zum Ausgleich. Marius Storm zog aus 18 Metern ab, Luca Pollmann parierte mit einer Fußabwehr, die bei Marvin Müller landete und der drosch das Leder aus ebenfalls 18 Metern fulminant zum 3:3 in die Maschen.

Das Bild täuscht: Zwar wird hier Praests Mike Wezendonk (li.) zu Fall gebracht, doch ansonsten verlief das Derby fair. Foto: Thorsten Lindekamp

Nun sehnten die Vrasselter den Abpfiff herbei, um zumindest noch einen Zähler zu behalten. „Wenn das Spiel noch fünf Minuten länger gedauert hätte, hätte es auch komplett kippen können“, konnte Luca Pollmann letztendlich mit dem Unentschieden leben.

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