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Lokalsport: In Japan gibt es für Hülkenberg ein spätes Aus

Lokalsport : In Japan gibt es für Hülkenberg ein spätes Aus

Motorsport: Nach dem Bruch einer kleinen Metall-Komponente am Heck muss der Emmericher das Rennen vorzeitig beenden.

Seit dem Ende der Europa-Rennen in der Formel 1 kommt Nico Hülkenberg auf keinen grünen Zweig mehr. Ausfall in Singapur, Platz 16 in Malaysia und auch gestern in Japan sieht der Emmericher nicht die Zielflagge. Der Grund ist gleichermaßen kurios und bitter. Denn hätte er das Rennen unter normalen Umständen beenden können, wäre vermutlich Platz acht drin gewesen.

Ein Flügelschaden bremste Nico Hülkenberg beim Großen Preis von Japan in Suzuka aus. Foto: Imago

In Runde 40 in Suzuka greift Hülkenberg auf der Start- und Zielgeraden den vor ihm fahrenden Romain Grosjean (Haas) an. Der Renault hat eine Runde zuvor die supersoften Reifen aufgezogen bekommen. Hülkenberg hält alle Trümpfe in seiner Hand. Doch plötzlich zieht der Haas davon. Der Heckflügel am Renault lässt sich nicht mehr schließen. Hülkenberg meldet den Fehler per Funk an die Box. Das Auto hat mit geöffnetem Flügel keinen Anpressdruck mehr.

Irgendwie bringt der 30-Jährige den Renault aber noch zur Box. Ein Mechaniker haut mit der Faust auf das Carbonteil ein. Der Flügel geht nicht zu. Der Wagen ist unfahrbar und auch ein Sicherheitsrisiko. Renault muss aufgeben. Hülkenberg steigt bedröppelt aus dem Cockpit. Mit Renningenieur Mark Slade inspiziert er den kaputten Flügel. So endet der Arbeitstag mit einer Enttäuschung. "Das ist sehr frustrierend, weil einige Punkte drin gewesen wären", so der Emmericher. "Es ist bitter. Eine kleine Metall-Komponente ist gebrochen und hat dann den DRS-Mechanismus offen gehalten. Wir müssen jetzt rausfinden, warum das Teil gebrochen ist. Immerhin ist uns so eine gute Möglichkeit durch die Lappen gegangen."

Begonnen hat der Rennsonntag in Japan mit einer gewagten Strategie. Hülkenberg startet von Position elf mit den Softreifen. Vor ihm sind nur die beiden Finnen Kimi Räikkönen (Ferrari) und Valtteri Bottas (Mercedes) noch auf der härteren Reifenmischung unterwegs. Der Rest beginnt auf Supersoft.

Der Start verläuft dann für Hülkenberg gut. Nach der ersten Kurve liegt er auf Rang neun. Räikkönen direkt dahinter. Die Piloten liefern sich ein hartes Duell, zunächst mit dem besseren Ausgang für Hülkenberg, der sich auf der Innenbahn hart durchsetzt, allerdings noch absolut mit regulären Mitteln. In Runde zwei erfolgt der Einsatz vom Safety Car. Hülkenbergs künftiger Teamkollege Carlos Sainz (siehe Info-Box) landet nach einem Fahrfehler im Kiesbett. In der neunten Runde muss der Emmericher vor der Schikane dann den stärkeren Ferrari von Räikkönen passieren lassen. Nun beginnt die Renault-Strategie zu greifen. Nach und nach kommen die Piloten mit den supersoften Reifen an die Box. Hülkenberg bleibt draußen. Auch als Bottas und Räikkönen sich zum Reifenwechsel entscheiden, bleibt der Emmericher auf der Strecke. Eigentlich ist der Wechsel auch bei Renault überfällig.

Hülkenberg wird ungeduldig, fragt über Funk nach, wann er endlich die supersoften Pneus bekommt. Doch die Verantwortlichen am Kommandostand beruhigen ihn. Er soll weiterfahren, da seine Vergleichszeit, die von Felipe Massa ist. Der Williams auf frischen Soft-Reifen fährt in etwa auf dem gleichen Niveau wie Hülkenberg. Das Problem für Renault: Wenn Hülkenberg mit frischen Reifen rauskommt, fällt er nicht nur hinter Massa zurück, sondern auch hinter den beiden Haas-Piloten Kevin Magnussen und Romain Grosjean sowie Pierre Gasly (Red Bull). Doch irgendwann ist es ein Kampf gegen Windmühlen. Nach Runde 38 steuert der Emmericher die Box an. Es passiert, was nicht passieren darf. Hülkenberg fällt auf Position 13 zurück. Ein Pulk von vier Autos, mit an der Spitze der langsame Williams von Massa, liegt vor ihm. Doch alle Wagen sind auf soften Reifen unterwegs, die allesamt schon einige Runden in Benutzung sind. Spielerisch nimmt Hülkenberg dann auch die Hürde Gasly. Grosjean soll das nächste Opfer werden. Doch dann kommt es zum Flügel-Schaden und auch der Traum von Punkten platzt im Land der aufgehenden Sonne.

(RP)