Motorsport: Im letzten Rennen gibt es Platz zwölf

Motorsport : Im letzten Rennen gibt es Platz zwölf

Motorsport: In Abu Dhabi bestreitet Nico Hülkenberg sein letztes Formel 1-Rennen in der Königsklasse. Eine bessere Platzierung wäre möglich gewesen, doch am Ende bauen die Reifen am Renault mit der Startnummer 27 stark ab.

Zum Abschied hatten sie sich bei Renault noch etwas ausgedacht. Vor dem letzten Rennen der diesjährigen Formel-1-Saison, dem Großen Preis von Abu Dhabi – versammelte sich die gesamte Mannschaft vor den Boxen für ein Team-Foto. Was das Bild ungewöhnlich machte: Alle Mechaniker, Ingenieure und sonstige Mitarbeiter sowie Fahrer Daniel Ricciardo hatten sich eine blonde Kurzhaar-Perücke aufgesetzt – eine Hommage an Nico Hülkenberg, dessen Vertrag beim französischen Werksteam zum Ende der Saison ausläuft.

Da es für den Emmericher bekanntlich 2020 keinen Stammplatz mehr in der Königsklasse des Motorsports gibt, stand das Saisonfinale in der Wüste ganz im Zeichen des Abschieds von Hülkenberg nach neun Jahren in der Formel 1 und drei Jahren bei Renault.

Nun ist – zumindest vorerst – Schluss. Beim Grand Prix in den Emiraten schrammte der 32-Jährige knapp an den Punkten vorbei, er wurde Zwölfter. Weltmeister Lewis Hamilton gewann im Mercedes souverän. In der Teamwertung verteidigten Hülkenberg und Ricciardo auch ohne Top Ten-Platzierung auf dem Yas Marina Circuit mit 91 Punkten den vierten Platz vor Toro Rosso.

Von Platz neun ging es für Hülkenberg ins Rennen. Gleich am Start musste er jedoch Kevin Magnussen im Haas ziehen lassen. Eine Runde später holte er sich seine Position zurück. Weiter nach vorne kam er erst, als die vorderen Piloten neue Reifen holen mussten. Zwischenzeitlich lag er sogar auf Rang vier – und verteidigte die Position lange gegen die deutlich überlegenen Autos von Sebastian Vettel (Ferrari), Valtteri Bottas (Mercedes) oder Alexander Albon (Red Bull).

In Runde 21 musste der Emmericher zum Reifenwechsel. Die Strategie brachte den Deutschen am Teamkollegen Ricciardo und Carlos Sainz (McLaren) vorbei und damit in eine gute Ausgangsposition auf einige Zähler. Doch gegen Ende wurden die Reifen immer schlechter. Sergio Perez (Racing Point) und Daniil Kvyat (Toro Rosso) musste Hülkenberg ziehen lassen. In der letzten Runde noch Sainz und Ricciardo. „Wir haben nochmal alles gegeben und es ist schade, keine Punkte zu holen. Die Ein-Stopp-Strategie war schwer umzusetzen und meine Reifen waren am Ende zu stark abgenutzt“, erklärte der Mann mit der Nummer 27.

Das Rennen in der Abu Dhabi war also kein Happy End. Im Formel-1-Zirkus wird Hülkenberg fehlen. „Es war keine leichte Entscheidung, da er viele starke Eigenschaften hat“, sagte Teamchef Cyril Abiteboul über das Aus seines Fahrers, der durch Esteban Ocon ersetzt wird. „Er ist ein großartiger Fahrer, immer motiviert, sucht immer nach Verbesserungen und treibt an, was uns dann sehr angespornt hat. Wir wünschen ihm alles Glück für seine Zukunft und danken ihm für die große Unterstützung des Renault-Teams in den vergangenen drei Jahren.“

Für den Emmericher sind die Formel 1-Lichter nach dem Rennen in Abu Dhabi ausgegangen. XPB / James Moy Photography Ltd. XPB / James Moy Photography Ltd. Foto: XPB / James Moy Photography Ltd.

Nur ein Podestplatz blieb Nico Hülkenberg auch beim französischen Werksteam -- wie zuvor in Diensten von Williams, Sauber und Force India - verwehrt. Eventuell bekommt er ja 2021 nochmal die Chance.