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Lokalsport: Im Formationsflug durch die Grüne Hölle

Lokalsport : Im Formationsflug durch die Grüne Hölle

Mit Platz 16 im Gesamtklassement von 160 gestarteten Teams bei der 45. Auflage des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring zog sich der Reeser Alex Müller mit der Frikadelli-Mannschaft im Porsche sehr beachtlich aus der Affäre.

Eigentlich hätte Alex Müller am Wochenende beim International GT-Open im belgischen Spa-Francorchamps an den Start gehen sollen, aber dann kam die kurzfristige Einladung zur Teilnahme im Frikadelli-Porsche-Team beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Da musste der Reeser nicht lange nachdenken: "Ich habe mich vor gut zwei Wochen mit Teambesitzer Klaus Abbelen zusammengesetzt und wir waren uns sehr schnell einig. Das Team suchte noch einen Profifahrer für sein Pro-Am-Auto und ich wollte mir die Chance, beim größten Autorennen der Welt teilzunehmen, nicht entgehen lassen."

Müller bildete ein Team mit Abbelen, der mit seinem Unternehmen Frikadelli auch Namensgeber des Teams ist, dem Sinziger Unternehmer und Hobby-Rennfahrer Andreas Ziegler sowie Sabine Schmitz, die als Fahrerin tausende Runden auf der gut 20 Kilometer langen Strecke absolviert hat und als "Queen vom Nürburgring" bekannt ist. Das Quartett startete mit dem Porsche 911 GT3-R in der Spitzenklasse SP9.

Wegen der Fahrerbesetzung, in der Müller der einzige Profi war, stand von vornherein fest, dass gegen die Werksteams der Marken Audi, Bentley, BMW, Mercedes-AMG und Porsche kein Top-Ergebnis zu erwarten war. "Ankommen war die Devise", sagte Müller. Dennoch konnte er sich besonders in der Anfangsphase des Rennens gut in Szene setzen: "Ich fuhr den Start. Der andere Porsche des Frikadelli-Teams, der mit einem Werksfahrer und drei weiteren Profis besetzt war, startete unmittelbar vor mir. Dort fuhr der Österreicher Norbert Siedler den Start und mit ihm konnte ich die ganze Zeit mithalten. Fast wie im Formationsflug zusammen durch die Grüne Hölle, das hat richtig Spaß gemacht. Danach aber kam vom Team die Ansage, Tempo herausnehmen, nichts riskieren, das Auto heil ins Ziel bringen. Daran habe ich mich dann auch gehalten", berichtete Müller.

Während die anderen Porsche in der Klasse durch Kollisionen oder technischen Problemen ausfielen, hielten die beiden 911 des Frikadalli-Teams die Fahne für den Stuttgarter Hersteller hoch. Der Profi-Porsche fuhr auf Rang sechs, der Pro-Am-Porsche mit Alex Müller wurde auf Platz 16 gewertet. "Wir wollten in die Top 20, das haben wir geschafft", sagte Müller. Eine offizielle Pro-Am-Wertung, wie bei zahlreichen anderen Rennen und Serien, gibt es beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring zwar nicht, aber mit dem Ergebnis war das Frikadelli-Team die zweitbeste Mannschaft, die keine Werksfahrer umfasste. Das kann sich im stark besetzten Teilnehmerfeld beim Eifel-Marathon sehen lassen.

Wann und wo Alex Müller seinen nächsten Renneinsatz bestreiten wird, weiß der Reeser derzeit noch nicht. "Momentan ist nichts geplant." Aber im Rennsport tun sich manchmal unerwartete Gelegenheiten auf, wie sich auch bei seiner Teilnahme auf dem Nürburgring herausstellte.

(rebo)