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Fußball: "Ich möchte das ganze Dorf mitnehmen"

Fußball : "Ich möchte das ganze Dorf mitnehmen"

Der SV Haldern mischt im Kampf um die Meisterschaft in der Fußball-Kreisliga A Rees-Bocholt mit. Großen Anteil daran hat Trainer Jürgen Stratmann, der jetzt seinen Vertrag verlängert hat. Er geht bei seinem Heimatverein in die neunte Saison.

Sie tragen jetzt bereits seit 2006 die sportliche Verantwortung beim SV Haldern und sind damit der Liga-Dauerbrenner auf der Trainerbank. Was steckt hinter der Vereinstreue ?

Stratmann Ich habe mir meine Entscheidung auch diesmal gut überlegt. Da spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Die Zusammenarbeit zwischen Jugend- und Seniorenabteilung funktioniert sehr gut, der Vorstand leistet tolle Arbeit. Mich überzeugt das Gesamtpaket. Ich kann mich mit dem SV Haldern identifizieren.

Sie gehörten als Torwart zu jener Mannschaft des SV Haldern, die 1991 letztmals den Aufstieg in die Bezirksliga schaffte. Wiederholt das aktuelle Team 23 Jahre später dieses Kunststück ?

stratmann Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich die Kirche ganz gerne im Dorf lasse. Wir haben aktuell 30 Punkte auf unserem Konto. Ich gehe davon aus, dass in dieser Saison vier Mannschaften absteigen und man 44 Punkte zum Klassenerhalt benötigt. Wenn wir diese Marke erreicht haben, können wir uns gerne über andere Ziele unterhalten.

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Ist ihre Mannschaft denn bereits reif für die Bezirksliga ?

Stratmann Im Moment noch nicht. Wir haben eine gute A-Liga-Mannschaft. Aber für die höhere Klasse würde es noch nicht reichen. Da muss man auch ehrlich und realistisch sein.

Dennoch: Der SV Haldern ist im Moment nur einen Punkt von einem Aufstiegsplatz entfernt und kann mit einem Sieg im Nachholspiel gegen Olympia Bocholt die Tabellenführung erobern. Der Aufstieg ist also alles andere als utopisch.

Stratmann Das stimmt. Und es ist auch nicht so, dass ich mich dagegen wehren würde, wenn wir am Saisonende einen der beiden ersten Plätze belegen. Aber für den Fall müssten wir schon vorher entsprechende Weichen stellen, um in der Bezirksliga bestehen zu können.

Wer ist der Favorit im Kampf um die Meisterschaft ?

Stratmann Eindeutig der SV Spellen. Wer hingegen das Rennen um den zweiten Platz macht, ist in meinen Augen völlig offen.

Ist die aktuelle Saison der bisherige Höhepunkt in ihrer Trainer-Laufbahn ?

Stratmann Das kann man so nicht sagen. Wir spielen zwar guten und erfolgreichen Fußball, haben aber bislang noch nichts erreicht. Der Höhepunkt ist und bleibt für mich das Relegationsspiel zur Kreisliga A, das wir 2010 in Werth gegen die DJK Barlo gewonnen haben. Solch ein Spiel vergisst man nie.

Was möchten und können Sie mit dem SV Haldern in den kommenden eineinhalb Jahren erreichen ?

stratmann Ich möchte weiter meinen Teil dazu beitragen, dass sich der SV Haldern dauerhaft im Kreisliga-Oberhaus etabliert und die Mannschaft Jahr für Jahr einen einstelligen Tabellenplatz anstreben kann. So weit waren wir in der Vergangenheit noch nicht. Man sollte nicht vergessen, dass wir in den vergangenen Spielzeiten jeweils nur knapp über dem Strich gelandet sind. Außerdem ist ein ganz wichtiger Punkt für mich, dass ich das ganze Dorf mitnehmen möchte. Mich freut es ganz besonders, wenn Oma und Opa sonntags zum Sportplatz kommen, um ihren Enkel kicken zu sehen.

Sie haben es in den vergangenen Jahren immer wieder geschafft, Talente aus den eigenen Reihen zu Leistungsträgern im Seniorenbereich zu formen. Ist im Lindendorf wieder starker Nachwuchs in Sicht ?

Stratmann In jedem Fall. Ich schaue mir regelmäßig die Spiele unserer A- und B-Junioren an. Es ist wichtig, dass beide Mannschaften in der Leistungsklasse mitmischen, weil die Spieler dort entsprechend ausgebildet werden. Es sind mehrere Jungs dabei, die das nötige Potenzial für die erste Mannschaft mitbringen. Die gute Jugendarbeit, die unser Verein leistet, wird sich auch in Zukunft bezahlt machen. Davon bin ich fest überzeugt.

(RP)