Motorsport: Hülkenbergs letzter Fabrikbesuch

Motorsport : Hülkenbergs letzter Fabrikbesuch

Motorsport Formel 1. Der Emmericher verabschiedete sich in Enstone vom Renault-Team. Wie es für den 32-Jährigen im Motorsport weitergeht, steht weiterhin in den Sternen.

Nico Hülkenberg schaute in dieser Woche ein letztes Mal in der Fabrik im englischen Enstone vorbei. Der Emmericher verabschiedete sich von den zahlreichen Mitarbeitern des Renault-Teams, die ihn in den vergangenen drei Jahren in der Formel 1 begleitet hatten. Der Emmericher erhielt viel Applaus und erfüllte alle Selfie- und Autogrammwünsche.

Für Spaß sorgte ein letztes Duell mit Teamkollege Daniel Ricciardo, bei dem sich die Fahrer spontan beleidigen sollten.

Bekanntlich wird im kommenden Jahr Esteban Ocon das Cockpit im schwarz-gelben Boliden übernehmen, für Hülkenberg fand sich keine Alternative.

Wie es für den 32-Jährigen im Motorsport weitergeht, steht weiterhin in den Sternen. DTM und IndyCar-Serie sind aktuell kein Thema. Und die Formel E-Saison hat bereits begonnen. Auch ein Job als TV-Experte ist unwahrscheinlich. „Ich werde erstmals nichts machen. Der Rest wird sich dann ergeben“, sagt Hülkenberg, der hofft, vielleicht doch noch ein Comeback in der Formel 1 starten zu können. „Nico Hülkenberg konnte in der Formel 1 selten zeigen, wozu er fähig ist. Ich bin sicher, dass er mit der Königsklasse noch eine Rechnung offen hat“, unterstreicht Formel 1-Sportchef Ross Brawn.

Die neu gewonnene Freizeit will der glühende Tennis-Fan beispielsweise nutzen, um im Januar den Australian Open einen Besuch abzustatten. Auf jeden Fall wolle er fit bleiben, um für alle Möglichkeiten gewappnet zu sein. Das Training werde ihm bestimmt nicht schwer fallen. Durch weniger Reiserei sei ja nun mehr Zeit vorhanden, so Hülkenberg, der schmunzelnd anfügt: „Ich habe ja auch eine Wildcard für einen zweiten Auftritt bei Ninja Warrior Germany erhalten und möchte diesmal besser abschneiden“.

Für den erfahrenen Piloten verlief sein letztes Jahr bei Renault alles andere als erhofft. Letztlich belegte der Emmericher in der WM-Einzelwertung mit 37 Punkten nur Platz 14.

Auch im finalen Saisonrennen in Abu Dhabi, seinem insgesamt 177. Grand Prix, musste sich der Emmericher mit einem enttäuschenden zwölften Rang zufrieden geben. Schlussendlich blieb ihm auch 2019 der ersehnte Podestplatz verwehrt. Das beste Resultat war der fünfte Rang in Monza.

Zwar waren für das französische Werksteam in dieser Saison auch die Ergebnisse von Daniel Ricciardo nicht zufriedenstellend, doch der Australier schnitt mit 54 Punkten und Rang neun im Klassement besser ab. In der Konstrukteurswertung bedeutete das Rang fünf. Auch das Qualifying ging mit 14:7 recht klar an Ricciardo und könnte mit zum Aus von Hülkenberg beigetragen haben.

Im nächsten Jahr wollen die Verantwortlichen von Renault unbedingt einen weiteren Schritt nach vorne machen und die Top drei angreifen. „Die Ressourcen und das Budget dafür haben wir, daher bin ich optimistisch“, so Ricciardo. Nico Hülkenberg wird das sicherlich ganz genau verfolgen.