Motorsport: Hülkenberg verabschiedet sich aus Formel 1

Motorsport : Hülkenberg verabschiedet sich aus Formel 1

Motorsport: Zum letzten Mal wird der 32-jährige Emmericher beim Großen Preis von Abu Dhabi im Renault sitzen.

Der Medientag am Donnerstag. Zwei Trainingseinheiten am Freitag. Samstagmorgen: das dritte Training. Am Nachmittag: das Qualifying. Und sonntags das Rennen. Alles passiert an diesem Wochenende zum letzten Mal. Zumindest vorerst. „Es waren unvergessliche Jahre für mich bei Renault“, sagte Nico Hülkenberg, der am Sonntag (14.10 Uhr, RTL/Sky) beim Großen Preis von Abu Dhabi sein letztes Formel-1-Rennen für die Schwarz-Gelben bestreiten wird. Der Franzose Esteban Ocon ersetzt den Emmericher bekanntlich zur kommenden Saison beim Werksteam.

Auch in einem anderen Rennstall war für das nächste Jahr kein Platz mehr für den Piloten vom Niederrhein frei. Er muss sich also aus der Königsklasse verabschieden. Wobei er aber einen Rücktritt ausgeschlossen hat. „Es gab Höhen und Tiefen, aber ich habe meine Zeit als Fahrer hier sehr genossen“, blickte der 32-Jährige zurück. „Ich möchte mich bei allen im Team bedanken, die Ingenieure und Mechaniker eingeschlossen, für den Einsatz in den vergangenen 61 Rennen bedanken. Eines steht noch aus und wir werden alles für ein bestmögliches Ergebnis tun.“

Nach einem zuletzt verkorksten Grand Prix in Sao Paulo, den Hülkenberg nur auf Rang 15 beendet und dabei eine Zeitstrafe kassiert hatte, ist nun vor dem Showdown in der Wüste Wiedergutmachung angesagt. In der Fahrerwertung liegt der Emmericher momentan auf Position 13. Kimi Räikkönen (Alfa Romeo) hat als Zwölfter sechs Punkte Vorsprung.

Unter bestimmten Umständen könnte Hülkenberg den Weltmeister von 2007 noch überholen. Dafür müsste er mindestens Sechster werden, der Finne dürfte nicht in die Punkte kommen. Aber auch das wäre lediglich Ergebniskosmetik. Position sechs erreichte der Renault-Mann in Abu Dhabi in den Jahren 2014 und 2017.

Bewegung könnte es aber durchaus noch in der Konstrukteurswertung geben. Renault liegt hier auf Platz fünf mit 91 Zählern und könnte noch von Toro Rosso (83), das mit dem Rückenwind von Pierre Gaslys zweitem Platz in Brasilien zum Saisonfinale in die Emirate kommt, eingeholt werden.

Seinen Saisonverlauf bewertet der Emmericher wie folgt: „Klar, mein siebter Platz in Australien war ein positiver Weg, in die Saison zu starten. Die Resultate, die wir in Kanada und später in Monza geliefert haben, zeigen gut, welchen Fortschritt wir auf Strecken gemacht haben, bei denen es auf eine starke Motorleistung ankommt.“

Die Belohnung hätte es fast am Hockenheimring gegeben. Ausgerechnet bei seinem Heim-Grand-Prix leistete sich Hülkenberg aber einen folgenschweren Patzer. Auf Rang zwei liegend kam der 32-Jährige von der nassen Strecke ab, hatte in der rutschigen Auslaufzone überhaupt keine Bodenhaftung mehr und krachte schließlich in den Reifenstapel.

Aus der Traum vom ersten Podestplatz seiner neunjährigen Formel-1-Karriere, auf den er bis zum heutigen Tag wartet. Dass sich das noch im letzten Rennen ändert, gilt als nahezu ausgeschlossen.

„Es ist sehr bitter, dass ein Fahrer wie Nico kein Cockpit mehr findet. Das zeigt auf, dass manches nicht richtig läuft in der Formel 1“, kann auch der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel nicht nachvollziehen, dass es für den Emmericher in der Königsklasse 2020 nicht weitergeht und er künftig der einzige Deutsche in der Formel 1 sein wird. „Ich hoffe aber, dass er wieder zurückkommt, denn alt ist er noch nicht und das Potenzial hat er auf jeden Fall“, würde sich auch Vettel ein Comeback seines langjährigen sportlichen Weggefährten in der Königsklasse wünschen.