Hülkenberg profitiert von Vettels Ausfall

Formel 1 : Hülkenberg profitiert von Vettels Ausfall

Der Emmericher wird beim Heimrennen auf dem Hockenheimring Fünfter und feiert damit sein bestes Ergebnis für Renault. Durch den Unfall von Sebastian Vettel kann der 30-Jährige noch einen Platz gutmachen.

Ganz zu Beginn des Rennwochenendes wurde Nico Hülkenberg gefragt, ob er glaube, dass Sebastian Vettel Weltmeister wird, wenn er den Deutschland GP gewinnen würde. „Keine Ahnung und es ist mir wurscht“, sagte der Emmericher wie aus der Pistole geschossen. Nicht egal war ihm, dass Vettel dann beim Rennen im Regen mit seinem Ferrari crashte. Denn so konnte Hülkenberg eine Position weiter nach vorne fahren.

Am Ende beendete der Emmericher Formel-1-Fahrer sein Heimrennen auf dem Hockenheimring auf dem fünften Platz. Sein bestes Ergebnis für Renault und seine beste Platzierung seit Belgien 2016, als er Vierter wurde. „Fantastische Zuschauer, ein fantastisches Rennen und mein bestes Saisonresultat kamen genau richtig zu meinem Heimrennen“, sagte Hülkenberg nach dem durchaus unerwarteten fünften Rang.

Schon im Qualifying holte der Emmericher einen neuen Rekord – allerdings einen ungewöhnlichen. Er erreichte den siebten Startplatz. Damit ist Hülkenberg nun der Fahrer mit den meisten siebten Qualifying-Plätzen in der Geschichte der Formel 1.

Anders als in den bisherigen Rennen war der siebte Platz aber dieses Mal sicherlich nicht das Maximum, da beide Haas-Piloten vor Hülkenberg rangierten. „Der Haas wird schwer zu knacken sein“, sagte der 30-Jährige wenige Minuten vor dem Rennstart. Doch direkt nachdem das Rennen freigegeben war, schnappte er sich Romain Grosjean und kam so in Runde eins auf Platz sechs.

In der 20. Runde steuerte er den Renault an die Box und bekam Medium-Reifen aufgezogen. Dann passierte lange Zeit nicht wirklich viel. Doch in Runde 44 setzte Regen ein, aber nur an einem Teil der 4,3 Kilometer langen Strecke. Hülkenberg blieb draußen auf den Slicks und zeigte seine Qualitäten auf nasser Strecke, als er mit Kevin Magnussen auch den zweiten Haas-Piloten überholen konnte. Dann kam es nach dem Crash von Vettel zum Einsatz des Safety Cars. Renault holte den Emmericher in die Box und zog seinem Wagen Intermediates auf.

Das sollte sich als falsche Entscheidung herausstellen. „Die Strecke trocknet extrem schnell ab“, funkte Hülkenberg nur drei Runden später an den Kommandostand. Zu diesem Zeitpunkt war immer noch das Safety Car draußen. Doch der Emmericher hatte so viel Vorsprung, dass er auf Trockenreifen zurückwechseln konnte, ohne einen Platz zu verlieren.

Als das Rennen wieder freigegeben wurde, zeigte sich, dass Intermediates niemals funktioniert hätten. Es zeigte sich aber auch, dass der Emmericher trotz ganz frischer Ultrasoftreifen keinen Angriff nach vorne starten konnte - im Gegenteil. Am Ende wurde es noch einmal ganz knapp, weil Romain Grosjean schnell durchs Feld pflügte. Doch den finalen Angriff sollte es nicht mehr geben und Hülkenberg behielt mit knapp zwei Sekunden Vorsprung den fünften Platz vor dem Haas-Piloten.

Durch den fünften Platz beim Heimspiel konnte sich der Emmericher in der Fahrer-Wertung von Fernando Alonso absetzen und ist in diesem Ranking weiterhin Siebter. Der Vorsprung auf den zweifachen Weltmeister aus Spanien beträgt nun zwölf Punkte. Das letzte Rennen vor der Sommerpause findet am kommenden Sonntag in Ungarn auf dem Hungaroring statt. Für die Teams bedeutet das absoluten Stress. Renault zum Beispiel befördert von Rennen zu Rennen 35 Tonnen an Equipment, wie etwa das Motorhome, die Autos und entsprechende Ersatzteile. In dieser Saison gab es erstmals einen so genannten Triple Header in der Formel 1, also drei Rennen an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden. „Das war mörderisch“, sagte Renault-Teammitglied Fabian Wrabetz. „So einen Triple Header wird es, glaube ich, wohl nicht noch mal geben.“

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