Lokalsport: Hülkenberg fordert mehr Zuverlässigkeit

Lokalsport : Hülkenberg fordert mehr Zuverlässigkeit

Motorsport: Der Formel 1-Pilot aus Emmerich ist beim Rennen in Japan aufgrund eines Flügel-Schadens ausgeschieden. Der 30-Jährige gibt zu, dass man in puncto Standfestigkeit und Performance noch einiges deutlich verbessern müsse.

In jedem Baumarkt gibt es sie für ein paar Cent: Unterlegscheiben aus Metall. Genau so ein Teil führte dazu, dass der Renault von Nico Hülkenberg beim Japan Grand Prix nicht die Zielflagge sah. "Eine Unterlegscheibe aus Metall war gebrochen", erklärte der Emmericher gegenüber Motorsport-Total.com. "Deshalb funktionierte der Hydraulik-Mechanismus nicht mehr. Er war blockiert."

Ein Mechaniker hatte in der Boxengasse noch versucht, auf den Heckflügel einzuschlagen, es nützte nichts. Mit geöffnetem Heckflügel wäre der Renault allerdings ein Sicherheitsrisiko gewesen. "Es ist vor der ersten Kurve passiert. Es hat sich verrückt angefühlt, in der nächsten Kurve wieder. Ich dachte mir: Das ist heikel", schildert der 30-Jährige die Geschehnisse aus der 40. Runde in Suzuka. "Ich habe in die Spiegel gesehen und bemerkt, dass er offen ist. Da gab es keinen Zweifel. Im ersten Sektor war es nicht gut - ehrlich gesagt sogar etwas furchteinflößend."

Wäre es nicht zu dem kuriosen Ausfall gekommen, hätte der Asien-Ausflug der Formel 1 womöglich einen versöhnlichen Abschluss für Hülkenberg gefunden. "Das Rennen lief gut", sagte er.

Doch die drei Rennen in Asien liefen überhaupt nicht nach Plan für den Emmericher. Während der Punkteschnitt von Hülkenberg bis zum Ende der Europa-Rennen bei 2,62 Punkten pro Grand Prix lag, steht dieser Wert nun bei 2,125 Punkten pro Rennen. Hülkenberg fordert daher auch von Renault eine bessere Zuverlässigkeit ein. "Da sind wir nicht großartig aufgestellt", erklärt der Emmericher. "Das Auto ist oft nicht gut, was die Standfestigkeit betrifft und natürlich auch nicht, wenn es um die Performance geht." Darüber hinaus dürfte Hülkenberg teamintern in Zukunft deutlich stärker unter Druck stehen. Denn bereits zum USA GP am 22. Oktober wird Carlos Sainz auf Leihbasis von Toro Rosso zu Renault wechseln. Der Sohn der spanischen Rallye-Legende steht in der Fahrer-WM vor Hülkenberg und soll nun in den verbleibenden vier Saisonrennen dafür sorgen, dass das französische Werksteam in der Konstrukteurswertung noch das eine oder andere Plätzchen nach oben klettert.

Gleichwohl dämpft Sainz direkt allzu große Erwartungen. "Das wird nicht einfach werden", sagt der 23-jährige Madrilene gegenüber Auto, Motor und Sport zum bevorstehenden Teamduell mit Nico Hülkenberg. "Er hat 16 Rennen mit einem Auto absolviert, das ich noch nie gefahren bin. Das wird eine Weile brauchen, bis ich mich daran gewöhnt habe."

In Japan baute Sainz dann auch direkt zu Anfang einen dicken Bock, als er schon in der ersten Runde ohne Fremdeinwirkung sein Auto in die Leitplanken setzte und so keinen guten Abschied von Toro Rosso hatte.

(RP)