Motorsport: Hülkenberg crasht in Werbebande

Motorsport : Hülkenberg crasht in Werbebande

Motorsport Formel 1. Der Emmericher liegt beim Heimspiel auf dem Hockenheimring aussichtsreich auf Platz vier, als er auf regennasser Fahrbahn mit seinem Renault wegrutscht: „Ich wusste nicht, dass das da Eis ist“

Vor der Südtribüne endete der Traum vom ersten Podium in der Formel 1 für Nico Hülkenberg. In einem chaotischen, hektischen und für den Zuschauer höchst unterhaltsamen Deutschland GP auf dem Hockenheimring meisterte der Emmericher die schwierigen Bedingungen bis zur 40. Runde mit Bravour.

Doch beim Einlenken in die Kurve eingangs der Zielgeraden rutschte der Renault eine Wagenbreite von der eigentlichen Fahrbahn ab. Eigentlich kein Problem. Denn dort befindet sich eine breite Straße, die asphaltiert ist. Normalerweise finden an dieser Stelle Beschleunigungsduelle, so genannte Dragster-Rennen, statt.

Doch der Regen hatte den an dieser Stelle anders beschaffenen Asphalt glatt wie eine Eispiste werden lassen. Ohne die Möglichkeit einer Korrektur strauchelte der Renault der Bande entgegen. Hülkenberg war nur noch Passagier im eigenen Cockpit. Der Einschlag erfolgte. Die irreparablen Schäden an der Aufhängung der Vorderachse bedeuteten das Aus für den Emmericher.

Hülkenberg kletterte aus seinem Wagen, behielt den Helm auf und setzte sich auf den Campingstuhl eines Streckenposten. Der harte Gang ins Fahrerlager schloss sich an.

„Ich habe Eingangs Kurve 16 das Heck verloren, wollte dann die Lenkung ein wenig aufmachen und die Straße, den Dragster Strip, nutzen. Ich wusste nicht, dass das da Eis ist. Hätte natürlich nicht passieren dürfen, da muss ich selbstkritisch sein“, sagte der 31-Jährige gegenüber RTL.

Nach der extremen Hitze am Freitag beim Training, hatte es zum Qualifying deutlich abgekühlt. Für Hülkenberg lief es dabei nicht schlecht. Er erreichte das Q3, wo er schließlich den neunten Startplatz holte. „Alles in allem können wir zufrieden sein“, meinte der Emmericher nach der Qualifikation, in der er auch seinen Teamkollegen schlug. Daniel Ricciardo beendete das Qualifying auf Position 13.

Am Sonntag fiel dann der angekündigte Regen über Hockenheim. In der modernen Formel 1 sind Regenrennen eine echte Seltenheit. Alle Fahrer mussten laut Reglement Regenreifen aufziehen, da es zunächst mehrere Einführungsrunden hinter dem Safety Car gab. Nichtsdestotrotz gab es danach den stehenden Start, als das Safety Car in die Boxengasse abbog.

Eine sensationelle erste Runde zeigte dann Hülkenberg, der bis auf Platz fünf nach vorne gespült wurde und diese Position drei Runden verteidigte. Dann gab es das nächste Safety Car, nachdem Sergio Perez (Racing Point) sich drehte und in der Bande einschlug. Renault holte den Emmericher dann rein zum Reifenwechsel. Es wurde auf Intermediates gewechselt. Der Asphalt trocknete dann auch schnell wieder ab. Die Kommandostände der Teams blickten am Hockenheimring aber nicht nur intensiv auf die üblichen Datenmonitore. Wichtigstes Instrument war das Regenradar.

In der 14. Runde stieg dann Rauch aus dem Heck des Renaults von Ricciardo auf. Der Australier merkte zunächst gar nicht, dass sein Motor hochgegangen war, konnte dann aber den Wagen nicht mehr richtig aus der Gefahrenzone bringen, so dass eine virtuelle Safety-Car-Phase ausgerufen wurde. Hülkenberg kam daher zu einem erneuten Reifenwechsel, wobei er die Boxeneinfahrt auf dem letzten Drücker noch ansteuern konnte.

In Runde 29 folgte eine echte Safety-Car-Phase, als Charles Leclerc seinen Ferrari in die Mauer schmiss. Chaos brach aus. Hülkenberg profitierte von dieser Situation und holte sich hinter Max Verstappen den zweiten Platz.

Nach dem Restart konnte der Emmericher den Platz aber nicht wirklich lange behaupten, da beide Mercedes zu schnell waren. 25 Runden vor dem Rennende war Hülkenberg Vierter. Dann folgte der fatale Fehler, als der Emmericher mit seinem Renault ausgerechnet auch noch in eine Mercedes-Werbebande crashte.