Leichtathletik: Hubbert gewinnt ersten Weseler Marathon

Leichtathletik : Hubbert gewinnt ersten Weseler Marathon

Der Weseler Triathlet siegt bei der Premiere im Rennen über 42,195 Kilometer in 2:48,32 Stunden vor Lukas Arnas Indicianskis.

Der 1. Weseler Marathon rund um den Auesee bot auch ein kleines sportliches Drama. 30 Kilometer lang lag Lukas Arnas Indicianskis vorn. Doch der gebürtige Litauer, der im Weseler Marienhospital als Mediziner arbeitet, stand kurz vor der Aufgabe. „Mein rechter Oberschenkel hat ge­schmerzt, ich musste vor der letzten von sechs Runden leider bremsen und dachte sogar kurzzeitig an Aufgabe“, sagte der Ultraläufer, der in diesem Jahr bei der Europameisterschaft über 100 Kilometer an den Start gehen will.

Immerhin kam Indicianskis mit schmerzverzerrtem Blick als Zweiter über die Marathon-Distanz ins Ziel – hinter Sascha Hubbert. Der Weseler Triathlet feierte in 2:48,32 Stunden einen Heimsieg auf seiner Trainingsstrecke – mit am Ende gut dreieinhalb Minuten Vorsprung vor Lukas Arnas Indicianskis, der für das Essener Ayyo Team startet.

Beiden Ausdauersportlern gemein waren mit Schlamm verzierte Wadenmuskeln. „Klar, die Strecke war zwischendrin etwas matschig. Aber das Wetter war optimal mit wenig Wind, die Stimmung auf der Strecke toll. Und das Rennen war für mich total geil“, sagte der 29-jährige Hubbert, der seine Bestzeit um sieben Minuten verpasst hatte. „Das ist aber nicht tragisch, ich hatte auf eine Zeit um 2:48 Stunden trainiert. In diesem Jahr steht für mich eh der Triathlon über die Mitteldistanz wieder im Mittelpunkt.“ Ein erneuter Start beim legendären Ironman auf Hawaii ist für den Weseler kein Thema. Sascha Hubberts Fokus liegt vor allem auf der Titelverteidigung bei den Deutschen Meisterschaften im Duathlon.

Hinter dem Gesamtsieger erzielten noch zwei Weseler Trainingspartner gute Platzierungen. Fernando Concha von der LG Alpen wurde in 2:55,34 Stunden Achter. Sascha Hubberts Lebensgefährtin Carina Fierek (TuS Xanten) schaffte es in 3:01,28 Stunden auf Platz 13 und siegte in ihrer Altersklasse W 35. Fierek war damit zweitschnellste Frau. Nicht zu schlagen war am Sonntag allerdings Katrin Ochs von der LG Filder aus Filderstadt nahe Stuttgart. Die Deutsche Marathon-Meisterin der Altersklasse W 40 setzte sich in 2:58,07 Stunden durch und verfehlte ihre persönliche Bestzeit nur um 46 Sekunden.

Überaus zufrieden mit der Weseler Marathon-Premiere war auch Kirsten de Baey-Ruszin (Hamminkelner SV), die sich nach ihrem Sieg im Halbmarathon in 1:21,43 Stunden die Belohnung im Festzelt bei Organisator Christopher Kloß abholte: ein Rucksack, ein Fläschchen Eselsbier, die Siegerurkunde und die gezackte Keramik-Plakette auf einem kleinen Stein.

„Es war einfach toll, auch wenn ich wegen der kühlen Temperaturen etwas gefroren habe und ich mich deshalb auch nicht gräme, nur die halbe Distanz gelaufen zu haben“, sagte de Baey-Ruszin. Die frisch gebackene Profi-Triathletin wird 2020 größere Herausforderungen meistern. Etwa die Duathlon-Europameisterschaft im April in Alsdorf bei Aachen. Oder Anfang Juni den von Zürich nach Thun verlegten Ironman der Schweiz.

Lukas Arnas Indicianskis führte lange, ehe ihn Oberschenkel-Schmerzen stoppten. Foto: Weissenfels

Ludger Schröer von der LG Deiringsen war am Sonntag bei seinem Halbmarathon-Sieg zunächst am Ziel vorbeigelaufen. „Das war noch nicht auf, also bin ich durch das Staffelziel“, sagte der Soester, den der Umweg einige Sekunden kostete. Es war die einzige kleine Panne des Sonntags aus Sicht des Ausrichters HADI Wesel. 1438 Starter bedeuteten am Ende eine großartige Teilnehmerzahl beim gelungen Debüt.