Lokalsport: HSG Wesel vor schwieriger Aufgabe

Lokalsport : HSG Wesel vor schwieriger Aufgabe

Die Mannschaft wird es im zweiten Jahr in der Handball-Oberliga ungleich schwerer haben, das Ziel Klassenerhalt zu erreichen. Denn Trainer Sven Esser schätzt die Liga wesentlich stärker als in der vergangenen Saison ein.

Vor der zweiten Saison der HSG Wesel in der Handball-Oberliga gibt es für Sven Esser noch kleinere Fragezeichen. Der Trainer steht kurz vor dem ersten Saisonspiel am Sonntag, 16 Uhr, in der Halle Nord gegen den Dritten der Vorsaison, den TV Oppum. Doch am Ende einer intensiven Vorbereitung, die laut Esser "mal besser, mal schlechter" gelaufen ist, herrscht die übliche Ungewissheit vor der Auftaktpartie. Die HSG arbeitet zurzeit an der erforderlichen Feinabstimmung. "Es ist schwer zu sagen, wo wir gegenwärtig stehen", so der Coach. "Wir sind noch dabei, uns zu finden."

Dabei kann Esser weitgehend auf die Akteure zurückgreifen, die in der abgelaufenen Spielzeit mit dem sechsten Rang in der Abschlusstabelle "mehr als ordentlich" abgeschnitten haben. Als Neuling musste sich die HSG nie ernsthaft Sorgen um den Klassenerhalt machen. "Das möchten wir gern wiederholen, früh die nötigen Punkte sammeln und den Abstand nach unten halten", so Esser. Alles, nur kein Abstiegskampf, lautet die Parole. Der Trainer ist davon überzeugt, dass dazu 18, vielleicht sogar 20 Punkte erforderlich sind.

Die Kaderplanungen sind abgeschlossen. Sechs Abgängen stehen drei Zugänge gegenüber. "Macht aber nichts", sagt Esser. "Wir hatten in der vergangenen Spielzeit ohnehin einen leichten personellen Überhang." Nico Möhle (SV 08/29 Friedrichsfeld) und Tobias Herrmann (TV Jahn Hiesfeld) versuchen ihr Glück seit dem Sommer bei anderen Clubs. Fyn Walla, Björn Fehlemann, Michael Steffens und der schon seit einer Spielzeit verletzt aussetzende Torhüter Richard Kallus beenden ihre Laufbahn und stehen dem Oberligisten nicht mehr zur Verfügung. Neu im Team sind Mirco Schwarz (TV Jahn Hiesfeld) sowie die beiden Kreisläufer Michael Abbing (TSV Bocholt) und Nedim Pobric. Letzterer hat mit einer Größe von knapp zwei Metern und rund 100 Kilogramm Körpergewicht, so Esser, "Gardemaß für einen Kreisläufer".

Das ausgegebene Saisonziel dürfe dennoch als ambitioniert gelten, so Esser, da er die Liga deutlich stärker als in der abgelaufenen Runde einschätzt. "Eine Wiederholung des sechsten Ranges wäre eine tolle Bestätigung", sagt er. "Das wird aber schwer." Denn mit den beiden Aufsteigern TV Aldekerk II und dem ehemaligen Bundesligisten LTV Wuppertal sind zwei spielstarke Teams neu in der Liga. Und auch den Absteiger Borussia Mönchengladbach schätzt Esser hochambitioniert ein. Sein Favorit ist aber die HG LTG/HTV Remscheid. "Diese Teams haben alle ganz andere Ansprüche als wir", sagt er.

Aber es mache auch den Reiz der Oberliga aus, dass seine Mannschaft in jedem Spiel an die Leistungsgrenze gehen muss, um zu punkten. Einen Vorteil sieht der Weseler Übungsleiter immerhin darin, dass zumindest in seiner Rückraumreihe die Veränderungen nur geringfügig sind. Gerade im ersten Heimspiel kann eine eingespielte Formation der entscheidende Faktor sein, auch wenn Esser darauf verweist, dass "die Partien gegen Oppum stets sehr eng waren".

Insgeheim baut der Coach zudem darauf, dass die Zuschauer, die schon in der vergangenen Saison verstärkt zu den Heimspielen der HSG Wesel kamen, auch am Sonntag die entsprechende Unterstützung leisten. "Wir wissen, dass wir an einem guten Tag jeden in dieser Liga schlagen können", sagt Sven Esser. Das gilt aber auch im Umkehrschluss.

(RP)
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