1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich
  4. Sport

Lokalsport: Hamminkelner SV kann wieder auf Kunstrasen kicken

Lokalsport : Hamminkelner SV kann wieder auf Kunstrasen kicken

Der Großteil der Schäden, die eine verheerende Windhose im März auf der Anlage angerichtet hat, ist behoben.

Der Hamminkelner SV hat mittlerweile den Großteil der Schäden behoben, die eine Windhose am 8. März auf der Anlage des Clubs verursacht hatte. Der Kunstrasenplatz, der sich auf einer Fläche von rund 600 Quadratmetern aufgefaltet hatte, konnte mit deutlich geringerem Aufwand als zunächst befürchtet repariert werden und ist wieder einsatzfähig.

Eine niederländische Firma hat den Untergrund in knapp zweiwöchiger Arbeit wieder hergerichtet, mit drei Treckern glatt gezogen und die Nähte neuerlich verklebt. "Die haben das ganz hervorragend gemacht", sagte Gottfried Bückmann, der Vorsitzende des Hamminkelner SV. Die Kosten für die Reparatur beziffert der Hamminkelner Kämmerer Robert Graaf auf etwas weniger als 20.000 Euro. Das sei natürlich nicht wenig Geld, so Graaf. "Aber für eine Komplettreparatur, mit der wir ursprünglich rechnen mussten, hatten wir 60.000 Euro kalkuliert. Wir sind also sehr froh, dass die Sache auf diese Art und Weise gelöst werden konnte", sagt er.

Für die Instandsetzung des Kunstrasens muss die Stadt als Eigentümer der Anlage aufkommen, der Verein hat sie nur gepachtet. Und die Versicherung der Stadt deckt nur die Schäden an den Gegenständen ab, die fest verankert waren, wie Zäune und Barrieren.

Auch der HSV muss in die Tasche greifen. "Wir haben zwar eine Hausratversicherung für die von uns genutzte Etage im Vereinsheim, aber die kommt leider nicht für Sportgeräte auf. Die hätten wir extra versichern müssen. Aber wer rechnet schon damit, dass schwere Fußballtore durch die Luft fliegen?", so Bückmann. Gleich fünf für den Trainingsbetrieb genutzte transportable Tore wurden zerstört. Der Verein rechnet mit Kosten von 8500 Euro.

Für den Hamminkelner SV ist das eine enorme Investition. Aber wenn der Vorsitzende sich wieder einmal den Anblick ins Gedächtnis ruft, der sich ihm am Morgen nach dem seltenen Wetterphänomen auf der Anlage bot, dann ist er heute noch heilfroh, dass niemandem etwas passiert ist. Minuten vor dem Tornado kickten schließlich noch E- und D-Junioren auf dem Feld. "Umso mehr ich darüber nachdenke, desto froher bin ich, dass keinem Kind etwas passiert ist", sagt Bückmann. "Zum Glück haben unsere Trainer gut reagiert und sind ganz schnell mit ihren Teams ins Vereinshaus gegangen."

Auch außerhalb der Platzanlage hätte der Tornado durchaus für ein Unglück sorgen können. Noch zweieinhalb Kilometer entfernt wurden hinterher Teile der Bandenwerbung gefunden, die von der Windhose auf einer Länge von 70 Metern abgerissen wurde. Die meisten Flugobjekte aber landeten am Ende auch wieder auf der Platzanlage des HSV.

Sehr zufrieden zeigt sich Gottfried Bückmann im Rückblick mit dem gemeinsamen Krisenmanagement von Stadt und Verein. "Ich bin ja in Hamminkeln als großer Kritiker der Stadtverwaltung bekannt", sagt der Vorsitzende des Hamminkelner SV, "aber ich muss schon sagen, dass die Zusammenarbeit diesmal sehr gut geklappt hat. Das lief auch wirklich alles sehr schnell."

(tik)