Fußball: Geschenkter Elfmeter entscheidet das Derby

Fußball : Geschenkter Elfmeter entscheidet das Derby

Fußball-Bezirksligist RSV Praest schlägt den Lokalrivalen SV Vrasselt mit 2:1. Mehr als 500 Zuschauer sahen eine ausgeglichene Partie, an deren Ausgang Schiedsrichter Tim Flores großen Anteil hatte.

Der RSV Praest muss sich am Sonntag schon wie an Weihnachten vorgekommen sein. Im prestigeträchtigen Derby gegen den Lokalrivalen SV Vrasselt bekam der Fußball-Bezirksligist aus Praest nach 77 Minuten ein Geschenk überreicht. Allerdings zeigten sich nicht die Gäste aus Vrasselt, sondern Schiedsrichter Tim Flores spendabel.

Beim Stande von 1:1 zeigte der Unparteiische nach einer Ecke von Marcel Wolters auf den Elfmeterpunkt. Flores wollte im Vrasselter Strafraum ein Handspiel gesehen haben. Eine Entscheidung, die keiner der 560 Zuschauer nachvollziehen konnte. RSV-Abwehrspieler Juri Wolff war es egal. Er verwandelte den Elfmeter sicher zum 2:1 (1:1)-Endstand. Durch den glücklichen Erfolg hat der RSV Praest als Tabellensechster plötzlich nur noch einen Punkt Rückstand auf den SV Vrasselt.

Der Vrasselter Coach Klaus Lindau hatte die Mannschaft im Vergleich zur Vorwoche auf zahlreichen Positionen umgestellt. Fast die komplette Viererkette wurde neu besetzt. Der SV Vrasselt lieferte eine sehr disziplinierte Vorstellung ab und war im Vergleich zur Vorwoche bissiger. Gastgeber RSV Praest besaß in Hälfte eins zwar deutlich mehr Spielanteile, hatte aber Probleme, hieraus Kapital zu schlagen. Der SV Vrasselt setzte auf Konter. Bereits nach sechs Minuten überschlugen sich die Ereignisse. Während RSV-Akteur Pierre Elspaß mit einem Schuss an SV Vrasselt Keeper Sandro Buscher scheiterte, war Matthias Pfände im direkten Gegenzug schneller als die gesamte Praester Hintermannschaft und erzielte das 0:1 (6.).

Kurz vor der Pause fiel der Ausgleich. Nach einem Zweikampf zwischen Vrasselts Alexander Lohmann und Sven Dienberg entschied Schiedsrichter Flores auf Elfmeter. Eine sehr umstrittene und fragwürdige Entscheidung. Juri Wolff verwandelte den Strafstoß zum 1:1 (40.). Der Halbzeitstand von 1:1 ging in Ordnung.

In einem sehr fairen Derby, in dem die Emotionen erst ab der 77. Minute hochkochten, passierte in der zweiten Hälfte nicht mehr viel. Abgesehen von einem Freistoß von Pfände (57.), einem Schuss des eingewechselten Vrasselters Marc Wardthuysen (62.) sowie einem Kopfball von RSV-Stürmer Michal Szczepinski (65.) gab es nichts zu berichten.

Dann folgte die besagte 77. Minute, die das Derby entscheiden sollte. Beinahe wäre doch noch das 2:2 gefallen. Nach einem Konter landete der Schuss von Pfände jedoch knapp neben dem Praester Gehäuse (80.).

Ein Unentschieden hätte am Sonntag zwar keinem der beiden Teams geholfen, wäre aber sicherlich das gerechte Ergebnis gewesen. "Wir freuen uns, dass wir das Derby gewonnen haben. Es war ein glücklicher Sieg", sagte RSV-Vorsitzender Michael Kühn. Klaus Lindau erklärte: "So einen Elfmeter darf man nicht pfeifen. Ein Unentschieden wäre gerechter gewesen. Kompliment an meine Mannschaft, die hervorragend gekämpft hat."

Trotz des Erfolgs hängt beim RSV Praest momentan der Haussegen offenbar etwas schief. "Ich werde heute keinen Kommentar abgeben. Das hat nichts mit dem Spiel zu tun. Bitte wenden Sie sich an den Vorstand", meinte Roland Kock nach der Partie. Michael Kühn zeigte sich sichtlich irritiert: "Ich bin überrascht. Das ist sonst nicht die Art und Weise von Roland", sagte Kühn, der demnächst mit dem Trainer über einen neuen Vertrag verhandelt.

(sja)
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