Fußballverband Niederrhein Auswechselung Amateure

Fußball : Die Trainer sehen mehr Möglichkeiten

Fußball: In den Amateurklassen sollen ab der Saison 2019/20 vier Auswechslungen möglich sein.

Komplett einheitlich ist der Tenor nicht. Doch die Tendenz unter den Fußball-Trainern gestaltet sich mehrheitlich positiv. Ab der kommenden Saison führt der Westdeutsche Fußballverband – die Zustimmung des Verbandstags am 13. Juli in Dortmund wird als Formalie betrachtet – die Möglichkeit einer vierten Auswechslung von der Regionalliga bis zur Kreisliga C ein.

„Ich sehe das auf jeden Fall positiv, vor allem weil man dann auch schon früher mal mit zwei oder gar drei Wechseln reagieren kann, die man momentan vielleicht noch aufschiebt, um dann später im Spiel nicht in Schwierigkeiten zu kommen, wenn noch etwas passiert“, begrüßt Roland Kock, Trainer des Bezirksligisten RSV Praest, die Änderung. „Man benötigt ja heutzutage generell einen viel größeren Kader und wenn die Bank dann tatsächlich mal richtig voll ist, ist es gut, dass man davon auch profitieren kann“.

Thomas Driever, Trainer des A-Ligisten Westfalia Anholt, ist ebenfalls ein klarer Befürworter: „Ich finde den vierten Wechsel sehr gut. Gerade bei Rückständen hat man viel mehr Möglichkeiten, zu reagieren“. Für Dennis Lindemann ist – auch wenn es dadurch noch mehr Unterbrechungen geben wird – ein weiterer Akteur, der ins Spiel kommen kann, vor allem ein positiver Faktor für das Mannschaftsgefüge. „Jeder will spielen, auch wenn es nur ein paar Minuten sind“, so der Coach des VfB Rheingold.

„Die Jungs auf der Bank freuen sich natürlich darüber, wenn jetzt auch noch ein vierter Spieler reinkommen kann“, stößt Markus Brucks, Linienchef des SV Vrasselt II, ins gleiche Horn. „Ich als Trainer bin bisher eigentlich immer gut mit drei Auswechselspielern ausgekommen, wobei ich nicht sagen möchte, dass eine Option mehr durchaus einen Vorteil bringen könnte – je nachdem wie ein Spiel verläuft“.

Anderer Meinung ist Maik Nieuwenhuis, Coach des A-Ligisten SV Rees: „Von Regeländerungen halte ich grundsätzlich nicht viel. Für Mannschaften mit einem großen und ausgeglichenen Kader kann es von Vorteil sein, jedoch haben wenige Vereine in den unteren Ligen eine solche Breite und auch nicht immer vier Spieler auf der Bank, um das in dieser Form nutzen zu können. Es könnte gegebenenfalls sogar eine weitere Zeitspieloption sein. Außerdem könnte es passieren, dass viele erste Mannschaften den Kader bei ihren Spielen jetzt noch größer machen und noch weniger „unten“ bei den zweiten und dritten Mannschaften ankommt, so dass diese noch mehr personelle Probleme bekommen.“

Gar nicht anfreunden kann sich mit einem vierten Auswechselspieler Michael Tyrann. „Ich weiß nicht, warum das gemacht wird. Für mich ist das ein wenig albern, dreimal wechseln reicht vollkommen aus“, so der Trainer des Bezirksligisten SV Hamminkeln. Er führt auch eine mögliche Spielverzögerung als Argument an. „Da liegt eine Elf knapp vorne und hebt sich drei der vier Wechsel für die letzten Minuten auf, das kann nicht richtig sein. Ich kann die Änderung nicht nachvollziehen.“

Als „sehr, sehr positiv“ bewertet Dirk Juch die Neuerung. „Damit habe ich die Möglichkeit, einem Akteur mehr Spielpraxis einzuräumen“, erläutert der Coach des Bezirksligisten BW Dingden. Für Sven Scholten bedeutet die neue Regel nur für Teams mit einem großen Kader einen Vorteil. „Wir müssen immer zusehen, dass wir überhaupt drei Spieler auf der Bank haben“, so der Co-Trainer des SV Bislich.

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