Fußball: SV Vrasselt vor dem Start in die Bezirksliga

Fußball : SV Vrasselt will nicht wieder in den Abstiegskampf verwickelt werden

Der Bezirksligist musste in der vergangenen Saison lange Zeit um den Klassenerhalt bangen. Jetzt strebt Trainer Sascha Brouwer mit seinem Team wieder einen Platz in der oberen Tabellenhälfte an.

Im Stadion Dreikönige wird aktuell wieder gewerkelt. Mehrere Paletten Pflastersteine werden verlegt. Der Weg vom Vereinsheim zum Kunstrasenplatz wird verbreitert, damit sich die Fußballtore leichter transportieren lassen. Baustellen hatte es in der vergangenen Saison auch einige in der Vrasselter Bezirksliga-Mannschaft gegeben. Nach zuvor acht Spielzeiten mit einstelligen Tabellenplätzen musste sich das Team diesmal mit einem Rang in der zweiten Tabellenhälfte begnügen. Lange Zeit hatte der SVV sogar um den Klassenerhalt zittern müssen, ehe am Ende dank eines starken Zwischenspurts nach der Winterpause doch noch eine weitere Saison in der Bezirksliga gesichert wurde. „Das fing schon im letzten Sommer mit einer schlechten Vorbereitung an“, sagt Trainer Sascha Brouwer, „anschließend gab es viele Ausfälle und auch ein paar Querelen. Die Umstände waren zeitweise sehr schwierig“.

In den nächsten Monaten möchte der SVV-Coach auf keinen Fall noch einmal in den Abstiegskampf geraten und wünscht sich eine deutlich ruhigere Saison. Nach Brouwers Auffassung müsste unter normalen Umständen auch ein Rang im oberen Tabellendrittel  möglich sein. Führten in der vergangenen Saison in der Bezirksliga-Gruppe 5 die Fahrten häufig über die A3 in Richtung Ruhrgebiet, geht es nun wieder regelmäßig über den Rhein. Einen absoluten Topfavoriten sieht Brouwer nicht. Teams wie die SF Broekhuysen, TuB Bocholt und die SGE Bedburg-Hau erwartet er aber weit oben. Eben gegen jene Mannschaft aus Bedburg-Hau gab es zuletzt in einem Testspiel eine empfindliche 0:6-Pleite, die zeigte, dass bis zum Bezirksliga-Auftakt am Sonntag, 12. August, 15.30 Uhr, beim SV Viktoria Goch noch viel Arbeit auf das Team wartet. Auch wenn man dem SVV zugute halten muss, dass zahlreiche Akteure in dieser Begegnung fehlten.

In der Vorbereitung hat Sascha Brouwer den Schwerpunkt auf den Spielaufbau gelegt. „In der letzten Saison waren wir oft zu statisch. Das Spiel nach vorne muss besser werden. So müssen wir unter anderem die Außenverteidiger in der Offensive mehr mit einbinden“, fordert der 43-Jährige. Von Bord gegangen ist beim SV Vrasselt der Kapitän. Jeremias Geurtsen hat zumindest vorerst aus familiären Gründen die Schuhe an den Nagel gehängt. Noch ist nicht klar, wer künftig als Nachfolger des 33-Jährigen die Binde tragen wird. „Ich möchte da gerne einen jüngeren Spieler in der Verantwortung sehen“, sagt Brouwer.

Froh ist der Trainer, dass Mathias Pfände (36), der in der zweiten Hälfte der vergangenen Saison wieder eingestiegen ist, weitermachen wird. Der Torjäger wird sicherlich auch in der nächsten Spielzeit für einige Tore gut sein. Zu den erfahrenen Akteuren gehören außerdem die Verteidiger Erdal Taskiran (33) und Benjamin van Niersen (36), der künftig Sascha Brouwer als Co-Trainer unterstützen wird. „Damit haben wir nach wie vor eine ordentliche Mischung“, sagt der Coach und fügt hinzu: „Wobei wir die Verjüngung der Mannschaft fortsetzen wollen und auch noch den einen oder anderen A-Jugendlichen zum Senior erklären werden.“

Erst einmal nicht mehr dabei sind Tom Versteegen und Moritz Remke, die längere Zeit in Australien und Neuseeland unterwegs sein werden. Marvin Müller hatte sich schon während der letzten Saison in Richtung RSV Praest verabschiedet und Florian te Laak steht ebenfalls schon seit einiger Zeit nicht mehr zur Verfügung. Hinzugewonnen werden konnte Murat Dogu. Der quirlige und dribbelstarke Angreifer kann auf den offensiven Positionen flexibel eingesetzt werden. Der 27-Jährige, der vor einigen Jahren auch schon einmal beim SV Rees spielte, hat die letzten vier Jahre in der Zweitvertretung des 1. FC Kleve verbracht.

Ebenfalls aus Kleve ist Martin Tekaat nach Emmerich gewechselt. Der 23-Jährige kann unter anderem die Außenverteidiger-Positionen bekleiden. „Diese beiden Spieler sind auf jeden Fall Verstärkungen“, glaubt Brouwer. In Serhat Akpinar könnte noch eine weitere dazukommen. Nachdem der 21-Jährige zuletzt berufsbedingt beim SV Rees nur sporadische Einsätze absolviert hatte, möchte er nun wieder angreifen. Allerdings ist Akpinar erst ab November spielberechtigt.

Handlungsbedarf bestand auch auf der Torhüterposition, denn Luca Pollmann, in den vergangenen Jahren eine absolute Größe im SVV-Gehäuse, plagt sich schon seit langem mit einer Entzündung der Patellasehne herum und hat sich daher entschlossen, erst einmal deutlich kürzer zu treten. Daher wurde Rene Konst von Fortuna Millingen geholt, wo er sich sehr gut entwickelt hat. Pollmann selbst hatte den 21-jährigen Torwart bereits in der letzten Saison an der Bruchstraße trainiert. „Er schafft das bei uns, hat auf jeden Fall das Potenzial dazu“, sagt der erfahrene Keeper, der nun in Vrasselt in erster Linie als Torwarttrainer im Einsatz sein wird.

„Ich spiele aber auch selbst immer noch gerne“, so Pollmann, der sich durchaus vorstellen kann, irgendwann wieder voll einzusteigen. Zunächst einmal beschränkt sich der 31-Jährige jedoch auf die Rolle des Ersatzkeepers. Als dritter Torhüter im Bunde gehört nach wie vor Sascha Zwiekhorst zum Vrasselter Kader, der insgesamt 20 Akteure umfasst.

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