Fußball-Bezirksliga: Spiel zwischen SV Vrasselt und Duisburger FV abgebrochen

„Jemand hat Affe zu mir gesagt“ : Bezirksligaspiel in Emmerich wegen Rassismus-Vorwürfen abgebrochen

Die Partie zwischen dem SV Vrasselt und dem Duisburger FV 08 in der Bezirksliga wird nach 38 Minuten abgebrochen. Der Gäste-Keeper sagte, er wurde rassistisch beleidigt.

Die Partie des SV Vrasselt gegen den Duisburger FV 08 ist am Sonntag abgebrochen worden. Was war passiert? In der 38. Spielminute warf Gäste-Torwart Ikenna Onukogu plötzlich seine Handschuhe weg und verließ aufgeregt den Kunstrasen. Der nigerianische Schlussmann gab an, rassistisch beleidigt worden zu sein und weigerte sich in der Folge weiterzuspielen. Nach einer längeren Diskussion bat der Duisburger Spielführer Mergim Rustemi den Unparteiischen das Spiel abzubrechen. So ertönte, beim Stand von 2:0 für die Hausherren, der Schlusspfiff noch vor der Halbzeitpause.

Weder die Vrasselter Spieler, noch Trainer Sascha Brouwer konnten im Nachhinein bestätigen, dass eine Beleidigung in Richtung des Keepers gefallen sei. Onukogu war auch von seinen Mitspielern kaum zu beruhigen und verließ das Feld hoch emotional in Richtung Umkleidekabine.

„Da hat jemand Affe zu mir gesagt“, sagte Onukogu und lieferte die Erklärung für seinen Gefühlsausbruch. Auf Seiten der Gastgeber wurde jedwede rassistische Beleidigung in Richtung des Duisburger Torhüters bestritten: „Fakt ist, es war ein Zweikampf und unser Spieler wird gefoult, vielleicht sind zum Spieler, der gefoult hat, ein paar Worte gefallen. Hier rassistische Hintergründe vorzuwerfen, das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Von daher ist es traurig, dass wir das Spiel nicht mehr vernünftig fertig bringen konnten“, meinte Brouwer.

Schiedsrichter Ramon Falke, der besonnen in dieser schwierigen Situation reagierte und auch im Anschluss keine Unruhe auf dem Platz aufkommen ließ, hatte von einer Beleidigung nichts mitbekommen. Nachdem sich die Vorkommnisse nicht klären ließen, bot der Schiedsrichter den Duisburgern an, den Torhüter auszuwechseln und weiterzuspielen. Der ghanaische Ersatzkeeper wollte den Platz zwischen den Pfosten allerdings ebenfalls nicht einnehmen, also hätte ein Feldspieler die Torwarthandschuhe überstreifen müssen - für Gästetrainer Dirk Pusch keine Option.

Nach einer erneuten Beratung teilte der Duisburger Kapitän mit, dass seine Elf nicht mehr antreten werde und so blieb dem Schiri nicht anderes übrig als die Partie beim Stand vom 2:0 abzubrechen.

Zuvor war auch Fußball gespielt worden - und das mitunter sehr ansehnlich. Die Blau-Weißen setzten die Gäste von Beginn an unter Druck und hätten bereits nach 30 Sekunden in Führung gehen können, ein satter Schuss von Marco Buscher traf aber nur den Pfosten. Aber in Minute 10 drückte Tom Versteegen das Spielgerät zum 1:0 über die Linie. Rund zehn Minuten später bewies Marko Cvetkovikji Übersicht. Sein Zuspiel landete bei Marcel Flietel, der zum 2:0 vollstreckte.

„Bei einer 2:0-Führung hätte ich natürlich gerne regulär gewonnen. Wir haben bis dahin ein ordentliches Spiel gemacht. Aber für mich ist es ganz klar, dass wir die drei Punkte kriegen. Alles andere wäre ein Witz“, sagte der Vrasselter Coach, der die Entscheidung am grünen Tisch abwarten muss. „Es ist hier noch nie vorgekommen, dass unsere Spieler jemanden rassistisch beleidigt haben. So lange ich hier im Verein bin, ist so etwas nicht passiert“, stellte SVV-Vorsitzender Uli van Embden nach dem Abpfiff ausdrücklich klar.