Formel 1: Schwierige Phase für Nico Hülkenberg

Motorsport : Schwierige Phase für Nico Hülkenberg

Der Emmericher holte in der Formel 1 in drei Rennen in Folge keinen Punkt. Jetzt hofft er, dass es in Singapur wieder besser für ihn läuft. Sein Team Renault hat in Monza mit einem Protest gegen den Haas-Rennstall Erfolg.

Nicht unbedingt mit großen Erwartungen war Renault zum Großen Preis von Italien angereist. Nico Hülkenberg war dann auch schon froh, dass „ich ein sauberes Rennen fahren konnte und die karierte Zielflagge gesehen habe“. Mit Platz neun konnte Carlos Sainz lediglich zwei Punkte für die Weltmeisterschaft holen. Renault fiel dann auch zunächst in der Konstrukteurswertung hinter das punktgleiche Haas-Team zurück, das aufgrund der besseren Einzel­ergebnisse Platz vier übernahmen.

Doch am späten Abend hieß es Kommando zurück. Romain Grosjean, der mit dem Haas auf einem starken sechsten Platz gelandet war, wurde disqualifiziert. So konnte Renault seinen Vorsprung in der WM sogar auf zehn Punkte auf den Konkurrenten aus den USA ausbauen.

Doch wie kam es zur ersten Disqualifikation in der Formel 1 seit dem Brasilien GP im Jahr 2015? Renault hatte gegen das Ergebnis von Haas Protest eingelegt. Die Technischen Kommissäre geben diesem Ansinnen Recht. Das ganze hat eine Vorgeschichte. Am 25. Juli teilte die FIA drei Teams – darunter Haas – mit, dass der vordere Teil des Unterbodens nicht regelkonform sei. Bis Monza solle dies geändert werden. Die Verantwortlichen von Haas erbaten eine Schonfrist bis zum Singapur-Wochenende, da sie sich nicht in der Lage sahen, die Sache wegen der Sommerpause zu richten. Der US-Rennstall baut praktisch keine Teile selber, sondern kauft alle Sachen von Zulieferern hinzu.

Von Seiten der FIA gab es die Warnung an Haas, dass sie sich der Gefahr eines Protest durch einen Konkurrenten aussetzen würden. Genau das geschah dann ja auch in Italien. Erneut wies der Rennstall um Teamchef Günter Steiner auf terminliche Probleme hin. Doch dieses Argument ließ die FIA nicht zu, da mindestens ein Team die geforderten Änderungen bis Monza sehr wohl bewerkstelligen konnte.

Überhaupt sind sich Haas und Renault nicht grün. Es kratzt gehörig am Selbstverständnis des französischen Werksteams, dass der sehr kleine Rennstall von Milliardär Gene Haas ihm das Leben so schwer macht. In der vergangenen Saison war Nico Hülkenberg mit Kevin Magnussen aneinandergeraten. In diesem Jahr ärgerte er sich über den zweiten Haas-Piloten Romain Grosjean.

Abseits dieser Nebenkriegsschauplätze hat Renault aber vor allem das nächste Rennen am 16. September im Visier. Denn in Singapur rechnen sich alle im Lager des Werksteams wieder etwas aus. „Der Kurs sollte uns hoffentlich besser liegen“, sagt dann auch Teamchef Cyril Abiteboul. Nico Hülkenberg sieht es ähnlich: „In Monza war es schwierig für uns, aber wir müssen das Positive mitnehmen und reisen jetzt ein klein wenig ermutigter nach Singapur.“ Insgesamt befindet sich der Emmericher in einer schwierigen Saisonphase, da er zuletzt in drei Rennen in Folge nicht in die Punkte fahren konnte.

(tt)
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