Formel 1: Nico Hülkenberg holt die nächsten Punkte.

Motorsport : Nico Hülkenberg mit erfolgreicher Aufholjagd

Motorsport: Beim Rennen in Singapur fährt der Emmericher Formel 1-Pilot auf Platz neun vor und sammelt weitere WM-Punkte.

Nico Hülkenberg hatte es nach dem Qualifying am Samstag schon vorausgesagt. „Es wird eng und überholen ist schwierig“, sagte der Emmericher, nachdem er seinen Renault auf Platz neun gefahren hatte. Dazu kämen die Herausforderungen durch Safety Car und die Strategie. Er sollte recht bekommen. Doch Hülkenberg und sein Team meisterten die Aufgaben unter dem Flutlicht des Formel-1-Rennens in Singapur. Der 32-Jährige fuhr wieder in die Punkte, dieses Mal auf den neunten Rang.

Dabei sah es zu Beginn alles andere als gut aus. In Kurve drei kollidierte er mit Carlos Sainz. Der Spanier wollte Hülkenberg auf der Außenbahn überholen, der gab aber nicht nach. Die Strategen an der Box befürchteten einen platten Reifen an Hülkenbergs Auto, riefen ihn zum Reifenwechsel. Auf einem fast aussichtslosen Platz 18 kam er zurück. Die Aufholjagd konnte beginnen: erst vorbei an Robert Kubica, dann an Romain Grosjean und Kevin Magnussen. Teils fuhr Hülkenberg anderthalb Sekunden schneller pro Runde als die Spitze. „Nach dem Kontakt in Runde eins war es klar, dass es immer schwierig werden würde“, sagte Hülkenberg nach dem Grand Prix. „Wir sind aber cool und geduldig geblieben und haben es geschafft, die zwei Punkte mit nach Hause zu nehmen.“

Nach den Boxenstopps der vorderen Autos um den späteren Sieger Sebastian Vettel und einer Kollision von Teamkollege Daniel Ricciardo, der auf den letzten Startplatz strafversetzt worden war, mit Antonio Giovinazzi war Hülkenberg plötzlich Siebter.

Es gab allerdings einen Haken: Aufgrund des frühen Reifenwechsels konnte Hülkenberg auf keinen Fall mit diesem Satz Pneus bis zum Ende des Rennens durchfahren. Dafür nutzte Renault die Gunst der Stunde, als Grosjean den jungen George Russell in die Wand gedrückt hatte. Das Safety Car kam auf die Strecke, Hülkenberg wurde sofort in die Box gerufen. Beim Reifenwechsel verlor der Emmericher kaum Zeit, reihte sich als 13. wieder ein - die Punkteränge in Sichtweite.

Erst war Lance Stroll an der Reihe, dann schied Sergio Perez aus, der wiederum die zweite von drei Safety-Car-Phasen auslöste. Als das Rennen wieder freigegeben war, überholte Hülkenberg auch Magnussen, war nun also Neunter. Auch den davor fahrenden Pierre Gasly hätte der Emmericher durchaus noch kassieren können. In der 52. von 61 Runden meldete Hülkenberg über Funk Getriebeprobleme und konnte nicht mehr attackieren.

Bereits am kommenden Sonntag steht der Große Preis von Russland an. Zum letzten Mal für Hülkenberg? Nach Absagen von Haas, Red Bull, Toro Rosso und Alfa Romeo hat er immer noch kein Cockpit für 2020. Bei McLaren wäre ein Platz frei, jedoch nicht in der Formel 1. Teamchef Zak Brown wollte Hülkenberg für die Indy-Car-Serie gewinnen - doch der lehnte dankend ab: „Ich mag keine Ovalrennen.“