Formel 1: Nico Hülkenberg feiert am Montag seinen 32. Geburtstag.

Motorsport: Formel 1 : Renault hinkt Ambitionen hinterher

Motorsport Formel 1: Teamchef Abiteboul gerät beim französischen Rennstall intern unter Druck. Hülkenberg könnte als Bauernopfer taugen. Doch der Emmericher scheint mit Haas eine Trumpfkarte in der Hinterhand zu besitzen.

Entspannt mit aufgeknöpftem Hawaiihemd sitzt Nico Hülkenberg auf einem Boot. Fröhlich trötet er in einen Luftrüssel. Wenn man seinen Geburtstag im Urlaub feiern kann, dann auch richtig, scheint sich der Emmericher zu denken. Denn Anfang der Woche wurde er 32 Jahre alt.

Unter südlicher Sonne genießt Hülkenberg eine Auszeit von der Formel 1. Zum einen können so die Batterien für die zweite Saisonhälfte aufgeladen werden, zum anderen kann er ein wenig Abstand gewinnen von einer Saison, die alles andere als geplant läuft.

Renault hinkt den eigenen Erwartungen weit hinterher. Zur Erinnerung: Vor der Saison wurde als Ziel Platz vier in der Konstrukteurswertung mit Kontakt zu den Top drei ausgegeben. Davon ist das französische Werksteam aktuell als Sechster meilenweit entfernt. Schlimmer noch: Kundenteam McLaren okkupiert im Moment den vierten Platz und hat schon satte 43 Punkte Vorsprung in der WM.

Die Rechnung ist folglich recht einfach. Der Motor würde eine bessere Platzierung hergeben. Das Auto entspricht nicht den Anforderungen. Intern gerät nun zunehmend auch Teamchef Cyril Abiteboul unter Druck. Der Franzose war im Frühjahr 2017 als Nachfolger von Frederic Vasseur beim Werksteam an die Spitze gekommen.

Die sportliche Bilanz seiner Amtszeit ist unter dem Strich mau. Ausrufezeichen konnte Abiteboul lediglich mit seiner Personalpolitik setzen. Hülkenberg von Force India zu holen, war ein kluger Schachzug. Marcin Budkowski, der lange bei der FIA beschäftigt war, als starke Hand in Enstone zu installieren, ließ bei der Konkurrenz die Alarmglocken schrillen. Die Verpflichtung von Daniel Ricciardo war schließlich ein echter Coup.

Um seine eigene Position zu stärken, ist es daher durchaus denkbar, dass Abiteboul Hülkenberg opfern wird. Denn mit Esteban Ocon könnte er den Renault-Bossen einen französischen Fahrer präsentieren. Die Entscheidung liegt aber hier nicht bei Renault. Den Franzosen sind die Hände gebunden. Erst wenn die Entscheidung bei Mercedes über das zweite Cockpit gefallen ist, können sie selbst aktiv werden.

Dadurch gerät auch Hülkenberg in die Defensive. Wobei sich die Gerüchte verdichten, dass der Emmericher bei einem möglichen Renault-Aus zu Haas wechseln wird. Zum einen hat Teamchef Günther Steiner ja bereits von einer interessanten Option gesprochen. Zum anderen pfeifen es die Spatzen von den Dächern des Paddockclubs, dass die Fahrerpaarung Kevin Magnussen und Romain Grosjean keine Halbwertzeit über dieses Jahr genießen wird. Vor allem mit den Leistungen von Grosjean ist die Teamleitung nicht zufrieden. Über die gelegentlichen Eskapaden von Magnussen scheint man hingegen wohlwollend hinwegzuschauen.

Nico Hülkenberg feiert seinen 32. Geburtstag am Montag mit einem Foto-Gruß an seine Fans auf Instagram. Foto: Hülkenberg

Legendär in diesem Zusammenhang der Streit zwischen Hülkenberg und dem Dänen nach dem Ungarn GP vor zwei Jahren. Für Magnussen ist die Sache erledigt. „Ich würde nicht sagen, dass wir eine Beziehung haben. Wir sind Gegner auf der Strecke. Wir sind keine Freunde. Natürlich habe ich vor seinen fahrerischen Leistungen großen Respekt. Er ist sehr talentiert, ein kompletter Fahrer. Ich habe wirklich nichts gegen ihn“, wird der Däne von Auto, Motor und Sport zitiert. „Mein Schlusswort dazu ist einfach, dass mein Respekt vor Nico groß ist und ich nichts gegen ihn persönlich habe. Ich kenne ihn nicht als Mensch. Ich habe aber noch niemanden gehört, der schlecht über ihn geredet hat. Punkt.“

Mehr von RP ONLINE