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Motorsport: "Force India" zeigt das "böse Hülk-Mobil"

Motorsport : "Force India" zeigt das "böse Hülk-Mobil"

Der britische-indische Rennstall ließ gestern die Katze aus dem Sack und präsentierte den neuen Boliden. Teamchef Vijay Mallya ist begeistert vom "VJM07", mit dem der Emmericher Nico Hülkenberg die Formel 1 aufmischen soll.

Wenn das keine klare Ansage an die Konkurrenz ist: "Force India" hat gestern als erster Formel 1-Rennstall den Boliden für die kommende Saison vorgestellt. Das Auto mit dem Kürzel "VJM07" (dahinter verbergen sich die Initialen von Rennstall-Besitzer Vijay Mallya, der mit "Force India" in die siebte Saison geht) ist ein echter Hingucker. "Das Auto sieht atemberaubend aus. Damit zeigen wir, wie sich Force India immer weiterentwickelt", schwärmte Mallya bei der Präsentation in höchsten Tönen.

Auffällig: Die indischen Landesfarben grün, weiß und orange tauchen diesmal sehr dezent auf. Dominierender Farbton des Renners, mit dem der Emmericher Nico Hülkenberg und sein mexikanischer Kollege Sergio Perez mindestens Rang fünf in der Konstrukteurswertung ansteuern sollen, ist ein sattes Schwarz. Es soll der Konkurrenz signalisieren, dass "Force India" nicht länger bereit ist, in der Königsklasse nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Mallya: "Durch das Schwarz bekommt unser Auto einen bösen Look."

Das "böse Hülk-Mobil" muss in der nächsten Woche bei den Testfahrten im spanischen Jerez seine erste Feuertaufe bestehen. Technik-Chef Andy Green hat mit seinen Ingenieuren in der "Force India"-Schmiede in Silverstone ein komplett neues Fahrzeug entworfen. "Fast jedes Teil musste neu entwickelt werden — vom Frontflügel bis zum Diffusor", erklärt der Brite. Die größte Herausforderung für die Techniker sei gewesen, den neuen V6-Turbomotor von Mercedes einzubauen. "Das ist die größte Technik-Reform, seitdem ich vor 24 Jahren meine Arbeit in diesem Sport begonnen habe", versichert Green, der als eine der größten Koryphäen seiner Zunft gilt. Während der Chef schon im Vorfeld euphorisch klingt, bereitet den Fachleuten die Kühlung des Boliden noch etwas Kopfzerbrechen. "Wir haben fast den ganzen Sommer daran gearbeitet, den Kühlbedarf zu ermitteln, den die neue Antriebseinheit benötigt. Ob wir richtig gerechnet haben, wird man erst bei den Testfahrten sehen", hält sich Green noch etwas zurück. Um die großen Kühler unterbringen zu können, mussten die Seitenkästen voluminöser als in den vergangenen Jahren gestaltet werden. Bei der Nase des Fahrzeugs, das auf dem ersten Foto zu sehen ist, dürfte es sich nach Expertenmeinung um eine so genannte "Präsentations-Version" handeln. Die richtige Front, mit der Nico Hülkenberg in der nächsten Woche die ersten Testkilometer fährt, dürfte schon nicht mehr ganz so elegant aussehen.

Der Emmericher selbst bezeichnete sein neues Dienstfahrzeug gestern als "gewöhnungsbedürftig". In einem Interview mit der Zeitschrift "Auto, Motor und Sport" verriet er, dass er sich auf ein "heißes Duell" mit seinem Teampartner einstellt. "Ich schätze Sergio Perez sehr stark ein. Wir kennen uns seit 2005, als wir in der Formel BMW angefangen haben. Ich erwarte einen engen Zweikampf", sagte Hülkenberg.

(him)