Fahrturnier des RFV St. Georg Haldern

Fahrturnier des RFV St. Georg Haldern : Wie in vergangenen Wildwest-Zeiten

Pferdesport: 70 Gespanne starteten beim Fahrturnier des RFV St. Georg Haldern. Die Geländefahrt ist ein Höhepunkt für die Zuschauer. In einer Sonderwertung wurde Hubert Markett Vereinsmeister.

Der Staub weht über den freien Platz. Feine Sandkörner wirbeln durch die Luft, wenn die beschlagenen Hufe sich vom Erdboden abdrücken. Das Schnaufen der Pferde ist gut hörbar. Angespannt blickt der Mann auf dem Kutschbock nach vorne. Das ist keine Szene aus längst vergangenen Wildwest-Zeiten als die Postkutsche von Wells, Fargo & Co in Dodge City eintrifft, vielmehr hat der Reit- und Fahrverein St. Georg Haldern zu seinem Fahrturnier auf die Anlage an der Lohstraße geladen.

„Nachdem es seit Wochen derart trocken ist, müssen wir die Plätze natürlich richtig wässern, auch schon im Vorfeld“, erklärt Bernhard Ueffing, Vorsitzender des RFV St. Georg Haldern. „Zum einen führen wir einen Kampf gegen den Staub, zum anderen dürfen die Plätze auch nicht zu hart sein. Grundsätzlich ist es eine Herausforderung und ein unheimlich hoher Aufwand, so eine Anlage über das ganze Jahr zu pflegen.“

Gerade am ersten Veranstaltungstag ist es wichtig, dass die Bedingungen auf dem Platz, auf dem in ein paar Wochen das Musik-Festival Haldern Pop stattfinden wird, gut sind. Denn dann müssen die Gespannfahrer sich in den ersten beiden Disziplinen messen. Zunächst steht die Dressur auf dem Programm.

Dann folgt das Hindernisfahren, das auch als Kegelfahren bezeichnet wird und somit schon ganz gut beschreibt, welche Aufgabe die Gespanne meistern müssen. Am darauffolgenden Tag folgt die Fahrt ins Gelände, wo spektakuläre Elemente durchfahren werden müssen. „Für die Zuschauer ist das immer ein Höhepunkt“, weiß Ueffing. Gerade der Wassergraben bietet dieses Mal aber auch eine kurze Abkühlung für die Vierbeiner. „Neben den drei Einzelprüfungen gibt es dann auch noch eine kombinierte Wertung“, erläutert Stefanie Reinders, Fahrwartin beim gastgebenden RFV St. Georg. In Haldern sind Ein- und Zweispänner vertreten, die in den Klassen A und M starten. Zusätzlich wird noch zwischen Pony und Pferd unterschieden. „Gemessen wird die Widerristhöhe, alles über 1,48 Meter ist ein Pferd, alles darunter ein Pony“, klärt Stefanie Reinders auf.

Rund 70 Gespanne haben den Weg ins Lindendorf gefunden. Die Kennzeichen der Autos und Anhänger verraten, dass einige auch eine weite Anreise nicht gescheut haben. Im Fahrerlager erhalten die Übernachtungsgäste vom RFV Haldern Strom für ihre Camper. „Fahrsport ist immer Teamsport“, weiß Ueffing, dass es im Fahrerlager abends auch recht gesellig zugehen kann.

Die Teilnehmerzahl ist dieses Mal im Vergleich zum Vorjahr etwas zurückgegangenen. „Das kann viele Gründe haben, etwa wenn es Konkurrenz durch ein anderes Turnier an diesem Wochenende gibt“, sagt Ueffing, der vor allem herausstellt, dass nur durch den enormen ehrenamtlichen Einsatz der Mitglieder die Veranstaltung überhaupt durchführbar sei. Darüber hinaus sei es unabdingbar, dass mit Hilfe von Sponsoren die finanzielle Basis für das Fahrturnier gelegt werden kann.

Das Hindernisfahren wird auch als Kegelfahren bezeichnet und ist ein Höhepunkt für die Zuschauer. Foto: Funke Foto Services GmbH
Vereinsmeister: Wilhelm Jansen, Hubert Markett, Nina Hegmann mit den Ponys Stan and Olli sowie Beifahrerin Corinna Fröhlich-Lueb (v.l.). Foto: RFV Haldern

Beim Fahrturnier an der Lohstraße ermittelte der Reit- und Fahrverein St. Georg Haldern in einer Sonderwertung auch seinen Vereinsmeister in diesem Jahr. Hubert Markett holte den Titel. Der Esserdener ist seit Jahren ein Aushängeschild des RFV St. Georg. So wurde er unter anderem im Jahr 2015 Deutscher Meister der behinderten Gespannfahrer. Vizemeister wurde Wilhelm Jansen, Nina Hegmann belegte Platz drei. „In dieser Wertung haben wir keine Unterscheidung zwischen Ein- oder Zweispänner sowie zwischen Ponys oder Pferden vorgenommen“, sagte Stefanie Reinders abschließend.

(tt)