Emmerich: Nico Hülkenberg wird es schwer haben

Formel 1 : Nico Hülkenberg wird es schwer haben

Der Emmericher wird beim Großen Preis von Belgien das Feld von hinten aufrollen müssen, da er beim Rennen in Spielberg das Limit an Ersatzteilen pro Saison überschritten hat. Dafür gibt es eine empfindliche Strafe.

Jetzt gibt es die zweite Quittung für Spielberg. Beim Österreich Grand Prix ging im Renault von Nico Hülkenberg der Turbo hoch. Vor dem Rennklassiker in Spa-Francorchamps muss nun wieder die komplette Antriebseinheit im Boliden gewechselt werden, da die Höchstzahl an Betriebsstunden des Ersatzes erreicht ist. Doch durch den Ausfall in Österreich und dem damit verbundenen Einbau eines weiteren Motors hat Hülkenberg nun das Limit an Ersatzteilen pro Saison überschritten.

Da am Renault nicht nur der Verbrennungsmotorblock, sondern auch MGU-H, MGU-K, Batterien sowie Turbolader gewechselt werden, gibt es pro Austausch eine Rückversetzung in der Startaufstellung von fünf Plätzen. Im Prinzip fährt der Emmericher Formel 1-Pilot im Qualifying am heutigen Samstag ab 15 Uhr nur noch darum, ob er am Sonntag von Platz 19 oder 20 starten wird, da Valtteri Bottas (Mercedes) die gleiche Strafe erhält.

„Wenn man vom Ende des Grids starten muss, macht es das natürlich nicht einfacher“, so Hülkenberg. „Ich möchte nicht negativ klingen, aber wir müssen abwarten, was passiert und wie sich das Rennen entwickelt. Wir werden wie immer unser Bestes geben.“ Der 31-Jährige ist dann auch der Meinung, dass „es sehr hart werden dürfte“, durchs Feld zu jagen und sich in den Top sechs oder sieben zu platzieren. Andererseits wird das Wochenende in Spa-Francorchamps öfters für Motorenwechsel genutzt, da die legendäre Strecke in den Ardennen dann doch noch mehr Überholmöglichkeiten bietet als andere modernere Kurse im Formel-1-Rennkalender.

Hinzu kommt die unberechenbare Wetterlage in den Ardennen. Denn am Freitagmorgen zum ersten freien Training waren Regenschauer angesagt. Dicke Wolken zogen auch über Spa, doch Niederschlag war nicht dabei, so dass die Teams ihre Programme ungestört durchziehen konnten. Die erste Session beendete Hülkenberg auf Platz acht. Er war damit Dreizehntel schneller als sein Teamkollege Carlos Sainz, der Zehnter wurde.

Am Nachmittag drehte sich dann das teaminterne Renault-Duell. Nico Hülkenberg beendete die Session mit der elftschnellsten Zeit, während Carlos Sainz auf Rang acht landete.

Derweil bleibt im Paddock der Wechsel zur nächsten Saison von Daniel Ricciardo von Red Bull zu Renault das Gesprächsthema Nummer eins. Teils sind die Ansichten dazu kontrovers. RTL-Experte Christian Danner etwa kann den Schritt des Australiers nicht nachvollziehen, da er nicht glaubt, dass Renault im kommenden Jahr schon siegfähig sein wird. Teamchef Cyril Abiteboul widerspricht übrigens nicht. „Wir haben mit offenen Karten gespielt“, sagt er zur Verpflichtung von Ricciardo. Hülkenberg unterstreicht in diesem Zusammenhang die langfristige Planung des französischen Werksteams. „Ich bin zu Renault gegangen, weil ich Potenzial in dem Team sehe. Es ist noch ein langer Weg, aber die Hälfte haben wir bereits geschafft“, wird der Emmericher Pilot vom Fachmagazin Auto, Motor und Sport zitiert.