Emmerich: Nico Hülkenberg erkämpft sich Platz sechs

Formel 1 : Hülkenberg erkämpft sich Platz sechs

Der 30-Jährige fährt beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone wieder in die Punktewertung und hält seine Verfolger erfolgreich auf Distanz. Schon beim Start kann er einige Plätze gutmachen.

Nico Hülkenberg sollte recht behalten. Vor dem Großbritannien Grand Prix in Silverstone unkte er, dass „die Strecke zu meinem Fahrstil passt“. Während im Training und Qualifikation davon noch wenig zu sehen war, sollte es beim Rennen eintreffen. Nach einer fehlerfreien Fahrt landete der Emmericher auf Platz sechs.

Im Qualifying hatte der Renault-Pilot das Q3 verpasst und wurde Elfter. Seine Enttäuschung hielt sich aber in Grenzen. „Im Gesamtzusammenhang war Startplatz elf in Ordnung, weil er uns eine flexible Strategie ermöglicht“, sagte der Emmericher und spielte damit auf die freie Reifenwahl an. Renault sollte dann eine vollkommen andere Strategie verfolgen als alle andere Teams. Hülkenberg hatte auf dem Grid die Medium-Reifen auf seinem Renault. Eigentlich keine gute Option, um beim Start Plätze gutzumachen, da die weichere Mischung mehr Grip bietet.

Der Start sollte es aber direkt in sich haben. Hülkenberg war einer der Nutznießer von einer Kollision im vorderen Bereich des Feldes. Denn Kimi Räikkönen (Ferrari) räumte in Kurve drei Lewis Hamiltons Mercedes von der Bahn. Etliche Fahrer dahinter mussten die Ideallinie verlassen, um einem Zusammenstoß zu entgehen. Der Emmericher konnte hingegen ohne größere Behinderungen seine Fahrt fortsetzen.

Auf der Außenbahn gelang es ihm zudem, in der ersten Kurvenkombination auch noch am Sauber von Charles Leclerc vorbeizuziehen. Somit überfuhr er die Ziellinie das erste Mal auf Position sechs liegend und hatte so im Handstreich fünf Plätze gut gemacht.

Nach 22 Runden steuerte Nico Hülkenberg zum ersten und einzigen Mal die Box an, denn Renault wagte eine ganz riskante Strategie. Der Emmericher bekam für seinen zweiten Stint die harten Reifen aufgezogen. Hülkenberg hatte schon vor dem Rennen erläutert, dass die Softreifen beim Renault nicht funktionieren würden. Auf Position zehn kehrte der 30-Jährige dann auf die Strecke zurück.

Nachdem weitere Piloten ihre Reifenwechsel absolviert hatten, ordnete sich das Feld wieder und Hülkenberg fuhr auf Platz sieben. In Runde 32 gab es nach einem Abflug von Marcus Ericsson (Sauber) eine erste Safety-Car-Phase. Hülkenberg blieb bei seiner Reifenwahl und wechselte nicht. Nach sechs Runden hinter dem Safety Car wurde das Rennen wieder freigegeben. Doch nur wenige Sekunden später gab es den nächsten Zwischenfall. Hülkenbergs Teamkollege Carlos Sainz crashte mit Romain Grosjean im Haas. Erneut schickte die Rennleitung das Safety Car auf die Strecke.

Kein Team entschied sich für einen Reifenwechsel, so dass in den letzten zehn Runden Hülkenberg auf seinen harten Reifen Platz sieben verteidigen musste. Beim Restart konnte er in jedem Fall schon mal Esteban Ocon im Force India hinter sich halten.

Zwar musste der Emmericher Ocon bis zum Rennende fürchten, doch für Nico Hülkenberg ging es sogar noch einen Platz nach vorne. Fünf Runden vor dem Ende des Rennens drehte sich Max Verstappen (Red Bull). Zunächst konnte sich der Niederländer aus dem Kiesbett befreien, musste dann aber später doch sein Auto mit einem Defekt abstellen.