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Lokalsport: Eintracht schaffte nahtlosen Übergang

Lokalsport : Eintracht schaffte nahtlosen Übergang

Die Billardspieler des Clubs fanden für ihre drei Mannschaften am Emmericher Bahnhof eine neue Spielstätte.

Die Umgebung ist ein wenig ungewohnt. In dem Gebäude am Emmericher Bahnhof ist auf den ersten Blick lediglich eine Apotheke zu erkennen. Dass die Billard-Abteilung von Eintracht Emmerich hier ihre aktuelle Spielstätte hat, vermutet man eher nicht. Aber am Seiteneingang ist auf dem Klingelschild unten dann der Schriftzug "Billard" zu erkennen. Durch das Treppenhaus führt der Weg zur Lokalität, in der zwei "Neun-Fuß-Pooltische" aufgebaut sind. Das Ganze wirkt ein wenig beengt, strahlt aber durch die liebevolle Einrichtung seinen eigenen Charme aus.

Bis Mitte Dezember sah dies noch ganz anders aus. Die Billardabteilung wurde im Jahre 2005 durch einige Hobbyspieler gegründet und schloss sich dann dem Emmericher Breitensport-Verein Eintracht an. Erste Wirkungsstätte waren Räumlichkeiten in der alten Kartbahn an der Werner-Heisenbergstraße. Es folgte der Umzug in das Gebäude am Brink. Dort wurde der von der Stadt Emmerich zur Verfügung gestellte Raum in aufwändiger Eigenleistung eingerichtet.

Mit der Eröffnung der Billard-Garage an der Reeser Straße stand den Billard-Sportlern dann für ihre Heimspiele ein deutlich größeres Spiellokal zur Verfügung. Doch zum Training wurden die beiden Tische Am Brink weiter genutzt. Auch als die Stadt mitteilte, dass dieser Raum wegen Eigenbedarf gekündigt werden musste, wollte sich die Abteilung nicht in die Abhängigkeit eines Gastronomen begeben und suchte nach einem neuen Raum, der dann im Bahnhofsgebäude gefunden wurde.

Wie richtig dieser Schritt für den Verein war, erwies sich im Dezember des vergangenen Jahres. Die Billardgarage, mittlerweile in die Räume des alten Emmericher Kinos umgezogen, drehte ihre Zapfhähne zu und schloss die Pforten. "Ohne diese Räume hier wäre die Abteilung von heute auf morgen nicht mehr in der Lage gewesen, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. So hatten wir die Möglichkeit, mit unseren drei Mannschaften ohne größere Probleme weiterspielen zu können", erklärt Matthias Grolms, der nach der Schließung der Billardgarage und dem Rücktritt von Waldemar Zielinski als Abteilungsleiter, dessen Posten Jahres übernahm. "Da ich bereits als sein Stellvertreter zahlreiche Aufgaben übernommen hatte, war es auch in organisatorischer Hinsicht für uns keine große Herausforderung, den nahtlosen Übergang zu schaffen", ergänzt Grolms, der selbst als Aktiver in der zweiten Mannschaft des Vereins in der Landesliga an den Tisch geht. Die Abteilung besteht aus rund 35 Mitgliedern. "So unangenehm der Verlust unserer alten Spielstätte auch war, dem Vereinsleben hat dies gut getan. Wir sind wieder enger zusammengerückt und haben uns gemeinsam der neuen Herausforderung gestellt" freut sich der neue Abteilungsleiter über die große Unterstützung aller Mitglieder.

Die Mannschaften des Vereins spielen aktuell in der Ober-, Landes- und Bezirksliga. Doch leider sind auch alle drei Teams vom Abstieg bedroht. Ein Grund dafür ist, dass im Verbandswesen einschneidende Veränderungen anstehen. Derzeit gibt es drei Landesverbände in Nordrhein-Westfalen. Aktuell sind die Bemühungen, diese zu einem Verband zusammenzulegen, weit fortgeschritten. Dies hätte dann auch eine erhebliche Konsequenzen auf die Einteilung der neuen Ligen.

Doch auch dieser Veränderung sehen Grolms und seine Mitspieler optimistisch entgegen. "Für alle Vereine wäre dies eine sinnvolle Lösung. Auch wenn wir sportlich davon betroffen wären. Der große Vorteil ist, dass die Spielstärken der Ligen endlich angeglichen würden."

Doch egal, wie die Verbände sich am Ende einigen werden, die Billardabteilung der Eintracht ist auch für die kommende Saison gut aufgestellt.

(RP)