Formel 1: Ein versöhnliches Ende

Formel 1 : Ein versöhnliches Ende

Motorsport Formel 1. Nico Hülkenberg wird beim Großbritannien GP Zehnter. Der Emmericher kann in der vorletzten Runde den Toro Rosso von Alexander Albon überholen und holt sich den letzten WM-Punkt.

Nach einem abwechslungsreichen Rennen sicherte sich Nico Hülkenberg noch einen WM-Punkt in England. Der Emmericher wurde beim Großbritannien GP Zehnter. Vor insgesamt 351.000 Zuschauern am Wochenende in Silverstone holte Renault-Teamkollege Daniel Ricciardo als Siebter weitere wichtige sechs Punkte für das französische Werksteam.

Ein etwas zwiespältiges Gefühl hatte der Emmericher nach dem Qualifying. „Es ist natürlich positiv, wieder zurück im Q3 zu sein, aber komplett glücklich sind wir nicht, weil Startplatz zehn nicht wirklich eine ideale Ausgangsposition ist“, so Hülkenberg. Zum Hintergrund: Ab Position elf auf dem Grid haben die Fahrer freie Reifenwahl. Die Top Ten muss hingegen mit den Pneus starten, mit denen sie sich für das letzte Segment des Qualifyings qualifiziert haben.

„Ich habe nicht die Balance zwischen der Vorder- und Hinterachse gefunden. Das war schon das ganze Wochenende so und hat sich dann im Qualifying fortgesetzt“, meinte der Emmericher am Samstag. „Man braucht Vertrauen ins Auto und das hatte ich überhaupt nicht. Ich will mich aber auch nicht zu sehr beschweren, denn es ist eine deutliche Verbesserung seit dem letzten Rennen vorhanden.“ Erneut zog der Renault-Pilot auch gegen seinen Teamkollegen Daniel Ricciardo den Kürzeren. Der Australier holte sich Startplatz sieben.

Nach dem Rennstart kam es direkt zum Formationsflug der beiden schwarz-gelben Boliden. Denn Hülkenberg konnte eine Position gut machen, als er in Runde eins an Alexander Albon (Toro Rosso) vorbeiging, während Ricciardo seinen Platz an Lando Norris (McLaren) verlor. Eine Art Sicherheitsabstand von rund zwei Sekunden hielt Hülkenberg auf seinen Teamkollegen.

Pirelli hatte im Vorfeld prognostiziert, dass die weichen Reifen gerade einmal neun Runden halten würden. Ein klein wenig länger ging es dann doch.

Ricciardo steuerte in Runde 13 die Box an. Hülkenberg blieb draußen und wurde dann von Albon auf der Strecke überholt. Eine Runde nach seinem Teamkollegen wurde auch der Reifenwechsel beim 31-Jährigen durchgeführt. Als 15. ging es mit den harten Reifen zurück auf die Strecke. Dadurch, dass er eine Runde länger auf den Startreifen fuhr, war Hülkenberg der Verlierer im teaminternen Duell, denn Ricciardo war zu diesem Zeitpunkt Elfter.

In Runde 20 kam nach einen Abflug von Antonio Giovinazzi (Alfa Romeo) das Safety Car raus. Ricciardo steuerte erneut die Box an und wechselte auf die Medium-Mischung. Durch den zusätzlichen Stopp reihte sich der Australier direkt hinter Hülkenberg ein. Der Emmericher war nun Zehnter.

Doch den Restart verpatzte Hülkenberg. Denn nachdem er selbst einen erfolglosen Angriff auf Albon ritt, musste er in der Folge eine weitere Linie nehmen, wodurch sowohl Ricciardo als auch Kimi Räikkönen (Alfa Romeo) vorbei schlupften.

Aufgrund einer Kollision von Sebastian Vettel (Ferrari) und Max Verstappen (Red Bull) sprang Hülkenberg dann doch wieder auf Position zehn. Doch den Platz konnte er nicht lange halten, denn Albon nutzte einen Fehler des Emmerichers zum Überholen aus. Teilweise lag der Emmericher dann schon fast vier Sekunden hinter dem Rookie, doch er kämpfte sich zurück und war in den letzten Runden plötzlich im DRS-Bereich. Schließlich kam es zum versöhnlichen Ende. Denn in der vorletzten Runde schnappte sich Hülkenberg auf seinen eigentlich schon alten Reifen doch noch einen WM-Punkt, als er den in London geborenen Thai im Toro Rosso überholte.

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