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Fußball: Ein Sensationssieg aus der zweiten Reihe

Fußball : Ein Sensationssieg aus der zweiten Reihe

Am Praester 2:0 beim Spitzenreiter PSV Wesel waren viele Spieler beteiligt, die vor der Saison kaum jemand auf der Rechnung hatte.

Der RSV Praest kann ein Faustpfand vorweisen, das im Abstiegskampf der Fußball-Landesliga von entscheidender Bedeutung sein kann. Beim sensationellen 2:0-Erfolg beim Tabellenführer PSV Wesel mischten am Sonntag mehrere Spieler mit, die vor der Saison eigentlich nur zum erweiterten Kader gehört hatten.

Bestes Beispiel ist Sebastian Brömmel. Der defensive Mittelfeldspieler stammt aus der Reserve des VfB Rheingold und hatte danach für den A-Ligisten TuS Haffen-Mehr gespielt. Als er sich im Sommer den Gelb-Schwarzen anschloss, standen die Chancen auf einen Stammplatz gleich Null. So kann man sich täuschen — am Sonntag glänzte Brömmel als unermüdlicher Abräumer vor der Abwehr. "Sebastian hat ein sehr gutes Kopfballspiel und setzt seinen Körper geschickt ein. Außerdem ist er enorm lernwillig", lobt Roland Kock.

Der Praester Trainer hat noch weitere Alternativen in der Hinterhand, die sich allmählich Landesliga-Format aneignen. Marcel Wolters war vor anderthalb Jahren zum Bezirksligisten Rheingold gewechselt, weil er im RSV-Trikot nur noch Kurzeinsätze absolviert hatte. Nach sechs Monaten kehrte der Flügelspieler zurück und überzeugte Kock von seinen Qualitäten.

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Auch Fabian Hesse schien schon außen vor. Der Linksverteidiger gilt nicht gerade als Sprinter. Doch mangelnde Schnelligkeit macht er mit Fähigkeiten wett, die von noch größerer Bedeutung sind: Spielintelligenz und Übersicht. Der Mann, der auf der Weseler Sportanlage an der Molkereistraße mit einem Doppelschlag nach der Pause für die Entscheidung sorgte, hatte in der Sommerpause etliche Skeptiker auf den Plan gerufen. Pierre Elspaß hatte ein ganz schwaches Jahr beim Bezirksliga-Absteiger Rheingold hinter sich. Doch im Volksbank-Stadion blüht er plötzlich wieder auf. "Pierre ist ein Spieler, der Rückendeckung und Erfolgserlebnisse benötigt. Er ist noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen", sagt Kock.

Als Volltreffer hat sich ein weiterer Neuzugang aus den Reihen des Lokalrivalen VfB Rheingold erwiesen, der am Sonntag wegen einer im Training erlittenen Schulterverletzung zuschauen musste. Ob als Innen- oder rechter Außenverteidiger: Juri Wolff ist die Zuverlässigkeit in Person und löst seine Aufgaben mit Bravour. Hinzu gesellen sich weitere Youngster, denen die Zukunft gehört. Timon Schicht, der im Sommer vom Nachwuchs des FC Bocholt zurückgekehrt war, hat nach Ablauf seiner Sperre in den Kurzeinsätzen überzeugt und steht dicht vor einem Platz in der Startelf.

In Justin Ising, der in der Partie beim FC Kleve II die Rote Karte gesehen hatte, reift endlich wieder ein Spielmacher heran. Und Innenverteidiger Daniel Zwiekhorst hatte mit seiner Zweikampfstärke bereits in der letzten Saison seinen Teil zum Gewinn der Bezirksliga-Meisterschaft beigetragen. Der RSV Praest ist gut aufgestellt: Wer mit einer Rumpfelf den Spitzenreiter schlägt, muss keinen Gegner fürchten.

(RP/rl)