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Handball: Ein echtes Wunder auf der Trainerbank

Handball : Ein echtes Wunder auf der Trainerbank

Der frühere Linksaußen Martin Weber kehrt nach fünf Jahren als Coach zum Handball-Bezirksligisten HSG Haldern/Mehrhoog/Isselburg zurück. Alle Spieler haben bereits ihre Zusage für die kommende Saison gegeben.

Der Spitzname des neuen Trainers der Handball-Spiel-Gemeinschaft (HSG) Haldern/Mehrhoog/Isselburg lässt für die Zukunft einiges erwarten. Der Heimatverein des gebürtigen Oberhauseners riss einst ein schon verloren geglaubtes Spiel noch aus dem Feuer. Kurz vor Schluss gelang Martin Weber der Siegtreffer. Am nächsten Tag stand es schwarz auf weiß in der Zeitung: "Das Wunder von Sterkrade". Seitdem heißt Weber in Handballer-Kreisen am Niederrhein nur noch "Wunder" — daran hat sich auch viele Jahre nach jenem legendären Spiel nichts geändert.

Der ehemalige Linksaußen, der lange zu den Leistungsträgern des Oberligisten TV Jahn Hiesfeld gehörte, ehe er sich vor zwölf Jahren dem damaligen Landesligisten Isselburger TV anschloss, betont allerdings ausdrücklich, dass er sich nicht für einen Magier hält. "Ich möchte an die gute Arbeit anknüpfen, die Rolf Paschmann bei der HSG geleistet hat und zurzeit immer noch leistet. Wir haben eine ähnliche Auffassung vom modernen Handballspiel. Ob der Verein allerdings irgendwann einmal wieder in der Landesliga spielt, steht natürlich noch in den Sternen", sagt Weber.

Der künftige Coach hat die Höhen und Tiefen der noch jungen Spielgemeinschaft, die aus der Fusion der Handball-Abteilungen des Isselburger TV, SV Haldern und TV Mehrhoog resultierte, hautnah miterlebt. 2008 konnte die Mannschaft, die sich zuvor immer wieder erfolgreich gewehrt hatte, den Abstieg aus der Landesliga nicht mehr länger verhindern. In der Folgesaison nahm Martin Weber als Assistent von Trainer Rolf Paschmann den Neuaufbau des Teams in der Bezirksliga in Angriff. Ein Jahr später wechselte der mittlerweile 40-Jährige als verantwortlicher Trainer zum TV Borken, den er auf Anhieb zur Vizemeisterschaft in der Bezirksliga führte.

Webers Gastspiel in Borken dauerte nur eine Saison — seit Sommer 2010 hatte er sich eine Auszeit vom aktiven Handball gegönnt. Daran hätte sich wahrscheinlich so schnell auch nichts geändert. Wenn nicht zu Beginn des Jahres das Telefon geklingelt und sich am anderen Ende ein langjähriger Weggefährte gemeldet hätte. "Mit Frank Nehling verbindet mich eine lange Freundschaft. Mit ihm habe ich schon in jungen Jahren in Sterkrade gespielt. Als er mich gefragt hat, ob ich die HSG trainieren möchte, habe ich mich mit meiner Familie beraten und dann zugesagt", erzählt Weber, der seit langem in Bedburg-Hau zu Hause ist.

In all' den Jahren, die seit der anfänglichen Handball-Vernunftehe ins Land gezogen sind, hat die HSG sich nach Überzeugung des neuen Trainers positiv entwickelt. "In den Anfängen haben immer noch die jeweiligen Interessen der drei beteiligten Vereine eine große Rolle gespielt. Das hat sich geändert. Mittlerweile gibt's ein richtiges HSG-Gefühl, das die Spieler verinnerlicht haben", sagt Weber. Der Handballer aus Leidenschaft, der im April seinen 41. Geburtstag feiert, hat bereits klare Vorstellungen davon, wie die Mannschaft unter seiner Regie agieren soll.

So viel steht vorab schon fest: Die Anhänger der "Vereinigten" dürfen sich wie schon unter Rolf Paschmann auf eine attraktive Spielweise freuen, die offensiv ausgerichtet ist. "Der Kader bietet die Möglichkeit, ein Tempospiel aufzuziehen. Wobei es wichtig ist, dass die gesamte Mannschaft in Bewegung ist und auch die Abwehrarbeit nicht vernachlässigt", erklärt Weber.

Über ein erstes Kompliment hat sich "Wunder", der mit einigen aktuellen HSG-Akteuren wie Jörg Böwing, Philipp Marks, Marcel Nehring oder Klaus Buil noch zusammengespielt hat, bereits freuen dürfen. Als die Nachricht vom Paschmann-Nachfolger zur Mannschaft durchgedrungen war, gaben sämtliche Spieler sofort ihre Zusage für die nächste Saison.

Wobei Martin Weber deutlich macht, dass er von seinen Jungs einiges erwartet: "Wir sind keine Dorftruppe, sondern eine Mannschaft, die in der Bezirksliga-Spitzengruppe mitmischen möchte. Und das geht nicbt ohne Disziplin."

(RP)