1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich
  4. Sport

Emmerich: Ehepaar Latta baut Pyramiden

Emmerich : Ehepaar Latta baut Pyramiden

Showakrobatik: Für ihren besonderen Einsatz beim Emmericher TV wurden die Übungsleiter in diesem Jahr für den Deutschen Engagementpreis nominiert. Zum Gala-Abend wie auch zum Bundesfinale der Gruppe ging es nach Berlin.

Etliche Choreographien hat Eva Latta erstellt, unzählige Schritte, Hebefiguren und Pyramiden mit ihren Mädchen einstudiert und dabei immer wieder Hilfestellungen in der Turnhalle der Liebfrauenschule gegeben. Zusammen mit ihrem Mann Peter betreut sie im Januar seit genau 30 Jahren mit großem Einsatz das Showakrobatikteam des Emmericher Turnvereins.

Und das hatte sich auch in diesem Jahr wieder für das Bundesfinale qualifiziert. Diesmal allerdings mit einer stark verjüngten Gruppe. So waren gleich elf Mädchen aus dem Juniorteam ins Wettkampfteam aufgerückt, um in Berlin eine „schneeweiße Magie“ auf die Bühne zu zaubern. „Leider hatten wir mehrere Ausfälle von erfahrenen Mitgliedern, das war schwer zu kompensieren“, erklärt der 58-jährige Übungsleiter. „Eigentlich hatten wir alles schon mal mitgemacht, diesmal war die Nervosität vor und auch während der Vorstellung aber enorm. Die Mädels waren nach der Kür schon ein wenig geknickt“.

Mit 69,5 von 100 Punkten gab es beim „Rendezvous der Besten“ schließlich aber immerhin noch das Prädikat „gut“, ab 70 wäre es sogar „sehr gut“ gewesen. „Das ist keine Meisterschaft, es gibt keine Wettkampfrichter, aber eine Fachjury, die Prädikate verteilt und allen Teilnehmern ein professionelles Feedback gibt“, erklären Eva und Peter Latta, die anschließend noch ein paar Tage in der Hauptstadt blieben.

Das hatte einen guten Grund: Das Ehepaar aus Emmerich war zusammen mit mehr als 700 weiteren Personen für den Deutschen Engagementpreis nominiert. Dieser würdigte zum elften Mal Ehrenamtliche für ihren herausragenden Einsatz in verschiedenen Bereichen – so auch im Sport.

Im Deutschen Theater erhielten sieben Preisträger den Deutschen Engagementpreis 2019. „Das war auf jeden Fall ein interessanter Abend“, genossen Eva und Peter Latta die Veranstaltung, die von einer weiteren Ehrung aufgrund der großen Konkurrenz auch überhaupt nicht ausgegangen waren.

Im Frühjahr waren die Nieder-rheiner für ihre jahrzehntelange Übungsleitertätigkeit von der Rheinischen Turnerjugend ausgezeichnet und daraufhin für die Teilnahme am Deutschen Engagementpreis nominiert worden.

Eigentlich hatte das Ehepaar bereits kürzer treten wollen und die Leitung der Gruppen auch schon in jüngere Hände übergeben. Die beiden jüngsten Teams betreut Tochter Jana Lindemans, die Wettkampfmannschaften sollen unter der Regie von Rebecca Helling und Svenja Radefeld arbeiten. Als Vertretung bei Ausfällen – darunter eine Babypause – gaben Eva und Peter Latta dann aber doch wieder regelmäßig Anweisungen. Zu zweit mit 30 Tänzerinnen in der Halle, das war für das Duo auch in diesem Jahr immer noch eher die Regel als die Ausnahme.

Derzeit sind alle Kapazitäten in den drei ETV-Gruppen erschöpft – eine lange Warteliste spricht für sich. Nachwuchsprobleme sind ein Fremdwort – auch wenn die Mädchen heutzutage manchmal ohne Essen und noch mit Tornister direkt von der Schule zum Training kommen.

Über Allerheiligen verbrachte das Ehepaar mit seinen Schützlingen auch schon zum 25. Mal ein mehrtägiges Trainingslager in der Landesturnschule Bergisch-Gladbach.

„Wir haben jetzt allerdings wirklich lange genug den Ton angegeben“, wollen die beiden Übungsleiter das Engagement ihres sportlichen Lebenswerks künftig aber tatsächlich peu à peu runterschrauben.

Das Ehepaar wurde 2019 für seine lange Übungsleitertätigkeit mit dem Jahrespreis der Rheinischen Turnerjugend ausgezeichnet.

„Das Juniorteam bekommt noch einmal eine neue Choreographie von mir. Bei den Großen werde ich mich aber nicht mehr einmischen. Und das neue Programm muss bis März stehen“, unterstreicht Eva Latta.