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Lokalsport: Drei Profis, viele Hoffnungsträger

Lokalsport : Drei Profis, viele Hoffnungsträger

Die stärksten Spieler aus Emmerich und Rees spielen längst nicht mehr in ihren Heimatstädten. Davon profitiert vor allem der benachbarte Landesligist 1. FC Kleve. Mirko Boland (Eintracht Braunschweig) darf von der Premiere in der Bundesliga träumen.

emmerich / rees Es ist zwar nur ein Spiel. Doch wer einen Blick auf die Aufstellung der besten Kicker aus Emmerich und Rees wirft, die ihre Heimatstädte verlassen haben, wird überrascht sein. Und feststellen, dass diese Elf das Zeug hätte, um zumindest in der Oberliga Niederrhein eine gute Rolle zu spielen. Auffällig: Gleich sechs Akteure gehören zur jungen Mannschaft des Landesligisten 1. FC Kleve. Drei Akteure mischen munter im Profibereich mit, einer sogar in der Bundesliga. Nur zwei Spieler sind im Bereich des heimischen Fußball-Kreises Rees-Bocholt geblieben und laufen für den Niederrheinligisten VfL Rhede auf. Die "Traum-Elf" im einzelnen:

Torhüter

Manfred Gloger stammt zwar aus Goch. Doch wer in den 90er Jahren als Torhüter und Trainer des VfB Rheingold einen solch bleibenden Eindruck hinterlassen hat, ist mehr als nur ein halber Emmericher. Der mittlerweile 50-Jährige hat in seiner Funktion als Torwarttrainer schon dreimal den Aufstieg in die Bundesliga geschafft: Mit dem MSV Duisburg (2005 und '07) sowie in diesem Jahr mit seinem aktuellen Arbeitgeber Fortuna Düsseldorf. Gloger hat seinen Teil dazu beigetragen, dass der Aufsteiger in den ersten Spielen nur drei Gegentore kassiert hat – schließlich arbeitet er täglich mit Fortuna-Keeper Fabian Giefer zusammen. Trotz seines Alters ist der Ex-Rheingolder nach wie vor topfit – einem Einsatz in der Auswahl Emmerich-Rees stünde nichts im Wege.

  • Hans-Jürgen Kraayvanger

RP-Archivfoto: thh
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Abwehr

Umut Akpinar ist der unumstrittene Abwehrchef. Der Stratege, der ursprünglich aus der Jugend der Emmericher Eintracht stammt, ist längst so etwas wie der "Mister 1. FC Kleve". Akpinar hat alle Höhen und zuletzt vor allem auch Tiefen der Rot-Blauen vom Bresserberg erlebt. Ob in der Regionalliga oder aktuell in der Landesliga: Umut ist stets als Zuverlässigkeit in Person mit gutem Beispiel vorangegangen. Für seine zumeist noch blutjungen Mitspieler ist er das unumstrittene Vorbild auf demPlatz.

Nicolas Wigger ist das stärkste Talent, das der VfB Rheingold Emmerich im vergangenen Jahrzehnt hervorgebracht hat. Schon als A-Jugendlicher setzte er vor einigen Jahren mit seinen technischen Fähigkeiten in der damaligen Bezirksliga-Mannschaft der Schwarz-Weißen Akzente. Längst ist der Schlaks zum Leistungsträger des Oberligisten VfL Rhede herangereift – in der abgelaufenen Spielzeit hatte Wigger mit starken Leistungen maßgeblichen Anteil am Aufstieg.

In Florian te Laak (Heimatverein SV Rees) und Luis Landers (SV Vrasselt) können zwei Talente die Außenpositionen besetzen, die in der Niederrheinliga-Auswahl der A-Junioren des FC Kleve nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht haben. Beim Namen "te Laak" dürften viele heimische Fußballfreunde hellhörig werden. Vater Bernd (früher unter anderen SuS Isselburg und VfB Rheingold) gehörte vor gar nicht einmal so langer Zeit zur damals noch seltenen Spezies von Abwehrspielern, die mit dem Ball befreundet sind. Auch der zweite Sohn tritt in seine Fußstapfen: Lukas te Laak läuft für den SV Vrasselt auf.

Mittelfeld

Wenn Zweitligist Eintracht Braunschweig so weiter macht, gibt's demnächst nach Franz-Josef Tenhagen wieder einen Bundesligaspieler aus Rees. Mirko Boland gehört im linken Mittelfeld zu den Stützen des Tabellenführers aus Niedersachsen. Boland hatte als kleiner Junge für den SV Rees gekickt. Schnell waren die Talentspäher des FC Schalke 04 auf ihn aufmerksam geworden. Es folgte ein Wechsel zum MSV Duisburg, ehe der damalige Drittligist aus Braunschweig auf den dribbelstarken Flügelflitzer aufmerksam wurde – für beide Seiten ein Glücksfall.

Auch der 18-jährige Nico Frömmgen war als Junge schon im königsblauen Trikot im Einsatz. Zur Profi-Karriere hat's für den torgefährlichen Techniker zwar nicht gereicht. Nach der Station A-Jugend des FC Kleve ist das Talent aus Haffen-Mehr inzwischen zum VfL Rhede gewechselt. Dort möchte Frömmgen sich in der Reserve (Bezirksliga) für höhere Aufgaben empfehlen.

In der Schaltzentrale spielt außerdem der gebürtige Halderner Niklas Klein-Wiele, dessen Vater Klaus als Trainer des SV Rees im Einsatz ist. Niklas drückt bereits in jungen Jahren den Aktionen des FC Kleve seinen Stempel auf. Für weitere Torgefahr sorgt Pascal Hühner, der bei seinem Heimatverein SV Rees zwar schnell den Ruf als "Enfant terrible" weghatte. Doch er gehört zu jener seltenen Sorte von Kickern, die ein Spiel ganz allein entscheiden können. Nach den Stationen SV Grieth und Viktoria Goch läuft er aktuell für den FC Kleve auf.

Angriff

Dritter im Bunde der Profis ist Mittelstürmer Benedikt Koep. Der torgefährliche Angreifer hat ebenso wie Umut Akpinar das Fußballspielen bei der Emmericher Eintracht gelernt. Inzwischen ist er zum Publikumsliebling des Regionalligisten Rot-Weiß Essen avanciert und möchte mit dem Traditionsverein von der Hafenstraße möglichst schon in dieser Saison den Aufstieg in die Dritte Liga schaffen.

Wäre da noch sein junger Sturmpartner Murat Dogu, der in seinem ersten Seniorenjahr beim SV Rees zwar noch viel zu unbeständig in seinen Leistungen war. Inzwischen hat er die Herausforderung Landesliga angenommen. Der FC Kleve hofft darauf, dass Dogu sein zweifelsohne vorhandenes Torjäger-Potenzial entfaltet.

(RP)