Lokalsport: DJK Hüthum-Borghees im Umbruch

Lokalsport : DJK Hüthum-Borghees im Umbruch

Fußball: Der B-Ligist ist bei der Formulierung des Saisonziels bescheiden, weil einige Stützen der Vorsaison fehlen.

Lange Jahre dümpelte die DJK Hüthum-Borghees in den Niederungen der Fußball-Kreisliga C umher. Mittlerweile sind zwei Emmericher Vereine - Fortuna Elten und Eintracht Emmerich - mit ihren Erstvertretungen in der untersten Amateurklasse vertreten, die DJK hingegen geht in ihre zweite Saison in der B-Liga.

Nach dem Aufstieg im Sommer 2016 hatte Emin Baran das Traineramt von Maik de Vries übernommen, der seitdem als Obmann die Fäden zieht. In der vorigen Saison landete die DJK auf Platz neun. "Von unserem spielerischen Potenzial wäre auch irgendetwas um Platz fünf möglich gewesen", so Baran.

Wenn sich der Trainer die Gegner für diese Saison anschaut, ist er davon überzeugt, dass es schwieriger wird, einen einstelligen Rang zu erreichen. Daher formuliert der 36-Jährige das Saisonziel vorsichtig: "Für uns geht es zunächst darum, die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln - am besten so schnell wie möglich." Dass der Coach bescheiden bleibt, liegt daran, dass er auf mehrere erfahrene Stützen verzichten muss. Fadel Akyel, der mit 19 Treffern in der Vorsaison bester Torjäger der Hüthumer war, wird aus beruflichen Gründen kürzer treten. Das gilt auch für Engin Dogu. Kapitän und Abwehrchef Hikmet Eroglu fällt wegen eines Bänderrisses vorerst aus. Bülent Dogu und Maik de Vries stehen nur in Notsituationen zur Verfügung. Erstgenannter wird bei der DJK die A-Jugend trainieren. Viel Erfahrung geht im Tor verloren, wo Hans-Jürgen "Leo" Christ nun doch seine aktive Laufbahn beendete. Damit ist die Torhüterposition erneut eine neuralgische Stelle. Da Fabian Kewitz sich erneut einen Bandscheibenvorfall zugezogen hat, wurde mit Devrim Nokta ein Feldspieler zum Schlussmann umfunktioniert. "In den Testspielen hat er seine Sache gut gemacht", meint de Vries.

Bei den Neuzugängen war es wichtig, dass jüngere Spieler geholt werden. "Wir hatten zuletzt einen Altersdurchschnitt von 32 Jahren, da musste unbedingt etwas geschehen", sagt de Vries. Es kamen die Brüder Erbil (Jugend VfB Rheingold) und Ergün Dogu (Fortuna Elten). Eine ganz spannende Personalie ist Aboubacar Marega. Der aus Guinea stammende Flüchtling überzeugte im Training auf Anhieb. "An ihm werden wir noch sehr viel Freude haben", ist sich de Vries sicher. Die Kommunikation mit dem französischsprachigen Mittelfeldspieler ist noch schwierig, darüber fehlt noch die Spielberechtigung. Des Weiteren hat sich auch Maregas Kumpel Kansereba Keita der DJK angeschlossen. Von Viktoria Goch II hat Ali Demiray den Weg nach Hüthum gefunden. Aus der Zweitvertretung rücken Marvin Lumma und Cihan Akyel zur ersten Mannschaft auf. Mit Goran Barisic, der ein halbes Jahr beim VfB Rheingold war, kehrt ein bekanntes Gesicht zurück, das als Ex-Profi in seiner Heimat Kroatien über reichlich Qualität verfügt.

Der Saisonstart steigt bereits Freitag gegen den SV Ringenberg. Das Heimrecht wurde getauscht, weil der zweite Hüthumer Platz, der über Flutlicht verfügt, nicht für den Spielbetrieb abgenommen wurde. Für Baran gehört Ringenberg zum engeren Favoritenkreis. Auch BW Bienen hat der Coach auf der Rechnung. Ansonsten ist den Verantwortlichen bewusst, dass in einer Liga mit sieben Reserveteams Überraschungen jeglicher Art passieren können.

(RP)
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