Aus den Vereinen: DJK Hüthum-Borghees hat existenzielle Probleme

Aus den Vereinen : DJK Hüthum-Borghees hat existenzielle Probleme

Dem Verein laufen die Mitglieder weg. Finanzielle Lage ist so schlecht wie nie. Und es gibt Vorwürfe gegen den Clubchef.

Bei der DJK Hüthum-Borghees knirscht es ganz arg im Gebälk. Nachdem sich die Leichtathletik-Abteilung dem TV Elten angeschlossen hat (die RP berichtete), wird die Turn-Abteilung zum TuS 08 Hüthum wechseln. Auch die Volleyballer haben eine neue Heimat gefunden. Sie werden sich zum neuen Jahr dem Emmericher TV anschließen. ETV-Vorsitzender Christoph Evers ist in diesem Zusammenhang wichtig, dass von seinem Verein keine Abwerbeversuche gestartet wurden.

Darüber hinaus ist auch die finanzielle Situation der DJK Hüthum sehr angespannt. Deshalb gab es am Dienstagabend ein Treffen im Hüthumer Pfarrzentrum, zu dem rund 60 Mitglieder erschienen. "Für mich war das ganz schwierig", sagte Vorsitzender Udo Kersjes. Er hatte eigentlich seinen Rücktritt vom Job an der Spitze des kriselnden Vereins verkündet. Doch Rüdiger Helmich, Vorsitzender des Stadtsportbundes Emmerich, wies den DJK-Chef darauf hin, dass er bis zu seiner Entlastung durch die Mitglieder im Amt sei. "Ich werde das jetzt bis zur regulären Jahreshauptversammlung im Februar durchziehen", so Kersjes, der zugeben musste, dass die finanzielle Lage kritisch ist.

Der Verein sei momentan zwar schuldenfrei. "Allerdings hat es noch nie so schlecht ausgesehen", sagte der Vorsitzende. Der Haushaltsplan des Jahres kann wohl nicht eingehalten werden, weil es unplanmäßige Ausgaben wie etwa die Reparatur des Rasenmähers gegeben habe. Kritisiert wurde von Mitgliedern, dass Kersjes als zwischenzeitlicher Kassenwart Mitte des Jahres die Übungsleitergelder zur Auszahlung freigegeben habe, obwohl die finanzielle Lage damals schon alles andere als gut gewesen sei. Im September seien darüber hinaus die ersparten Gelder auf den Unterkonten der Abteilungen verschwunden, lautete eine konkrete Anschuldigung aus den Reihen der Mitglieder.

Ein weiterer Vorwurf aus der Versammlung war die mangelnde Kommunikation durch den Vorstand. So habe es teilweise überhaupt keinen Informationsfluss gegeben. Hilfsangebote von Mitgliedern an die Führungsriege seien ignoriert worden. Außerdem wurde dem Vorsitzenden vorgeworfen, dass er seit Januar dieses Jahres bei keiner Vorstandssitzung gewesen sein soll. Kersjes räumte am Ende dann auch ein, dass die Aussprache am Dienstag gut war, "aber früher hätte stattfinden müssen".

Die DJK Hüthum-Borghees wird Anfang des kommenden Jahres rund 200 Mitglieder verlieren, was die finanziellen Sorgen wohl vergrößern wird. Ende Juni 2015 werden auch die Karnevalsfrauen dem Club den Rücken kehren. In der nun anstehenden Session wird die letzte Frauensitzung unter der DJK-Flagge stattfinden. Die Sitzung soll es aber weiter geben. In welcher Form und unter welcher Regie, das ist noch nicht geklärt.

(tt)