Die WM ist Nitkowskis großes Ziel

Reitsport : Die WM ist das große Ziel von Fabienne Nitkowski

Europameisterin im Voltigieren ist Fabienne Nitkowski bereits. Im nächsten Jahr steht die Weltmeisterschaft in den Niederlanden an. Für den Sport wird sie von ihrer Schule unterstützt.

Fabienne Nitkowski weiß sich auszudrücken. Das gilt nicht nur sprachlich, sondern auch mit ihren akrobatischen Kunststücken hoch zu Ross. Kein Wunder, dass die 16-Jährige überlegt, nach der Schule Schauspielerei zu studieren. Doch bis dahin sind es noch zwei Jahre, denn zunächst muss die Schülerin das Lernen in der Oberstufe mit ihrem Sport Voltigieren verbinden, was nicht immer ganz einfach ist. Denn Fabienne ist Rheinische Meisterin, Deutsche Meisterin und sogar Europameisterin in ihrer Altersklasse und könnte ihren Sport nicht so erfolgreich ausüben, wenn sie nicht mehrere Tage im Schuljahr vom Andreas-Vesalius-Gymnasium freigestellt würde.

„Wir sind natürlich alle stolz auf unsere Schülerin und gratulieren ihr zu ihren tollen Erfolgen und unterstützen sie selbstverständlich gerne“, sagt Schulleiterin Dorothée Brauner, die selber auch über Erfahrungen auf dem Rücken der Pferde verfügt: Sie hat vor vielen Jahren in den USA geritten und per Pferd in der Natur sogar Kühe getrieben – ein echtes Cowgirl sozusagen.

Für Fabienne Nitkowski ist es kein Problem, dass sie vom Unterricht befreit wird. Den Stoff muss sie natürlich nachholen. „Meine Mitschüler erkennen, dass ich etwas Besonderes mache, haben zum Glück Verständnis und drücken mir die Daumen“, freut sich die Hamminkelnerin, die als Leistungskurs – wenig überraschend – Sport gewählt hat, der in Kooperation der beiden Gymnasien am Konrad-Duden-Gymnasium läuft.

In ihrem Kurs sind logischerweise alle Schüler sportlich aktiv, die meisten in Fußballvereinen. Voltigieren steht allerdings nicht auf dem Lehrplan. Doch wenn Bodenturnen ansteht, dürfte Fabienne den Kickern einiges vormachen. „Aber auch Ausdauertraining und Weitsprung sind gut für meinen Sport“, sagt die Pferdesportlerin, die zugibt, dass Voltigieren „schon sehr risikoreich“ ist. Konkret ergänzt sie: „Der Rückwärtssalto vom Pferd ist nicht ohne. Etwa 10 bis 20 Mal bin ich sicher schon heruntergefallen, aber außer einer nicht ganz so schlimmen Fußverletzung ist zum Glück nie etwas Ernsthafteres passiert. Wir üben aber auch, wie man sich richtig abfängt.“

Als Vierjährige startete die sportliche Nitkowski mit Rhythmischer Sportgymnastik. Dann hat sie erstmal mit „normalem“ Reiten begonnen und als Neunjährige erstmals Voltigieren ausprobiert. Beim VRG in den Auen, der früher in Wesel und jetzt in Töven beheimatet ist, erkannte man schon beim zweiten Training ihr großes Talent für diesen Sport. Sie kam direkt ins höchste S-Team und ging weiter ihren Weg – über den Landeskader bis in den Bundeskader.

Reich werden könne man mit Voltigieren aber nicht, ergänzt Fabienne Nitkowski. Allein die Reisekosten zum EM-Championat im ungarischen Kaposvar seien höher gewesen, als die 120 Euro Preisgeld für den Titel. Nun strebt die 16-Jährige die WM im Sommer 2019 an. Dann würden die Reisekosten auch deutlich geringer ausfallen – denn die Wettkämpfe laufen in den benachbarten Niederlanden.