Lokalsport: Die Lauf-Familie von der Bataverstraße

Lokalsport : Die Lauf-Familie von der Bataverstraße

Leichtathletik: Der Lauftreff besteht seit zehn Jahren und geht bei allen Veranstaltungen in der Region an den Start. 2018 wird es eine Premiere geben. Denn zum ersten Mal wollen vier Mitglieder in Rotterdam einen Marathon absolvieren.

Als sich Wolfgang Damen und Ulli Münch vor zehn Jahren das erste Mal zum gemeinsamen Laufen verabredeten, ahnten sie nicht, wie viele Kilometer sie ihre Füße noch tragen sollten. Kurz darauf meldeten sich die beiden Männer für ihren ersten Wettbewerb an und gingen dabei als Bataver-Lauftreff an den Start. Bei weiteren Veranstaltungen trafen sie oft andere Sportler aus Emmerich. "Man kannte sich vom Sehen und war sich auf Anhieb sympathisch", sagt Jasmin Beyer, die schnell zu der Gruppe hinzustieß. "Da lag es auf der Hand, gemeinsam an den Start zu gehen." Hinzu kamen weitere Freunde und Bekannte.

Frank Beyer ist einer der engagiertesten Sportler des Lauftreffs. Foto: BL

So hat sich um die beiden Gründungsmitglieder eine bunte, lockere Truppe von bis zu 16 Sportlern gebildet, die immer mittwochs und sonntags trainiert. Gelaufen wird dabei in der Gruppe - oder aber jeder geht sein individuelles Tempo. Inzwischen sind aus den Läufern echte Freunde geworden. Man trifft sich auch privat zu Geburtstagen und anderen Feierlichkeiten. Zum zehnjährigen Bestehen des Lauftreffs gab es ein geselliges Fest, das so gut ankam, dass es jetzt jährlich stattfinden soll.

Die Gemeinschaft von der Ecke Bataver-/Frankenstraße wuchs in den vergangenen zehn Jahren und hat sich bei Laufveranstaltungen einen Namen gemacht. "Wir wollen die Laufszene in der Region unterstützen", sagt Wolfgang Schäfer, der als erfahrener Langstreckler vor drei Jahren zu der Truppe stieß. "Daher nehmen wir an fast allen Wettbewerben in der Umgebung teil." Der Sylvesterlauf in Pfalzdorf, der Grenzlauf in Nütterden und viele weitere Wettkämpfe sind fester Bestandteil im Terminkalender.

Die Sportfreunde legen Wert darauf, kein Verein zu sein, sonder "eher schon fast wie eine Familie", sagt Jasmin Beyer. Dadurch gibt es auch keine starren Strukturen oder weitere Kosten. Lediglich das Startgeld bei den Wettkämpfen müssen die Läufer aufbringen.

Das heißt aber nicht, dass es nicht gleichzeitig auch professionell zugehen kann. So wurden verschiedene Trainer zu Übungsstunden geladen. Das macht sich durchaus bezahlt. Die Athleten verbesserten nicht nur die persönlichen Bestmarken, auch für den einen oder anderen Platz auf dem Treppchen hat es inzwischen gereicht. Beispielsweise konnte sich Heiner Wardemann erst kürzlich beim Neujahrslauf in Duisburg den ersten Platz in seiner Altersklasse sichern.

Allerdings steht bei allem Ehrgeiz der Spaß immer klar im Vordergrund. So gingen die Emmericher bei einem Charity-Lauf, dem Santa-Run, als grüne Nikoläuse an den Start. Gemeinsam viel Spaß hatte die Gruppe in den vergangenen Jahren auch beim Staffellauf in Weeze und dem Advents- oder Firmenlauf in Emmerich. Eine besondere Atmosphäre erlebten die Freunde beim Night-Run in Nimwegen im Dunkeln - ebenso wie bei einem Lauf auf dem Gelände der Zeche Prosper Haniel in Bottrop. Etwas andere Dimensionen lernten die Bataver beim Sieben-Hügel-Lauf in den Niederlanden kennen. Unter den 25.000 Startern waren auch Olympiasieger und Weltmeister. So bot sich die tolle Gelegenheit, mit Topstars der Szene auf Tuchfühlung zu sein.

Noch häufiger auf die Strecke als üblich gehen zur Zeit Wolfgang Damen, Jasmin Beyer, Heiner Wardemann und Wolfgang Schäfer, die sich auf einen Marathon vorbereiten. Anfang April steigt für sie in Rotterdam die Premiere über die klassische Distanz von 42,195 Kilometer. Auch der Berlin-Marathon und der Halb-Marathon in Bremen sollen noch absolviert werden. Was die Zukunft außerdem bringt, ist noch ungewiss. "Denn vor zehn Jahren hätte ich schließlich auch nie gedacht, jemals einen Marathon zu laufen", sagt Wolfgang Damen. Nur eins ist sicher - die Bataver werden auch zukünftig mit einem Lächeln ins Ziel laufen.

(RP)