Der TVN hat seine Regeln angepasst - die Szene reagiert positiv

Tennis : Neue Tennis-Regel überzeugt die Szene

Seit der laufenden Freiluftsaison dürfen Vereine erstmals Spieler in zwei Altersklasse einsetzen. Das Meinungsbild fällt vor Ort positiv aus. Zur nächsten Spielzeit wird zudem die Regelung bezüglich des Einsatzes von Ausländern angepasst.

Die Tennis-Medensaison ist in vollem Gange: In den kommenden Wochen stehen zwischen Isselburg, Rees, Emmerich und Elten die ersten Entscheidungen über Aufstieg, Abstieg und Meisterschaft an. Mittlerweile hat sich dabei herausgestellt: Eine Regeländerung des Tennis-Verbands Niederrhein (TVN) ist auf positive Resonanz gestoßen. Diese findet sich in der aktuellen Wettspielordnung unter Paragraf 12, Absatz 4: „Spieler dürfen in einer Spielzeit in zwei Erwachsenen-Altersklassen eines Vereins gemeldet und unbegrenzt eingesetzt werden.“ Einschränkend ist dort jedoch aufgeführt: „Ein Spieler darf am selben Kalendertag nur in einer Mannschaft und damit auch Altersklasse eingesetzt werden.“ Diese Anpassung wirkte anfangs auf viele Medenspieler befremdlich. Ein taktisches Umdenken bei Sportwarten und Mannschaftskapitänen war nötig.

Doch das Statut scheint angekommen zu sein. „Das Spielen in zwei Altersklasse ist eine Möglichkeit, personelle Engpässe auszugleichen. Sie soll aber nicht dazu führen, dass Spieler an zwei Tagen am Wochenende spielen und andere dadurch gar nicht“, sagt Roman Mohnen, Sportwart des TC Rotweiss Emmerich. Die Regel sei als Ersatz ideal, dürfe aber von den Protagonisten nicht ausgenutzt werden. Mohnen muss es wissen: Immerhin hat er sich im Leistungszentrum des Verbands zum Oberschiedsrichter ausbilden lassen. Mittlerweile hat er federführend drei hochklassige Partien geleitet, an diesem Wochenende ist er erneut im Einsatz. Er hütet in der Niederrheinliga der Herren und Damen 30 sowie in der offenen Klasse die Regeln. „Der Lehrgang beim TVN war sehr intensiv. Die Durchfallquote ist recht hoch und man dürfte den Lehrgang bei Nichtbestehen im Folgejahr einmal wiederholen“, sagt Mohnen rückblickend.

Mit Blick auf die ersten Wochen der neuen Spielzeit lässt sich beobachten: Ausgenutzt wird die Regel nicht. Nur vereinzelt greifen die hiesigen Klubs auf diese Möglichkeit zurück. So unter anderem die Damen 40 des TC RW, die in der zweiten Verbandsliga gegen die gelbe Filzkugel schlägt. Dort half Monika Verweyen-Zdebel bei der Auftaktpartie gegen den Rochusclub Düsseldorf aus. Normalerweise schlägt sie für die Damen 55 in der ersten Verbandsliga auf. Zuletzt hatte das Gerücht die Runde gemacht, die Regel würde wieder einkassiert werden. „Das wäre für uns überhaupt nicht gut gewesen. Das altersklassenübergreifende Spielen ist eine super Idee, die vielen Mannschaften enorm hilft“, sagt Katja Meenen, Mannschaftsführerin der Damen 40.

Auch ein Blick nach Haldern verdeutlicht, dass die Regel Anwendung findet. So spielte Manuela Joormann, Spitzenspielerin der Damen 40, Anfang des Monats im Lokalderby gegen die TF Haffen-Mehr für die Damen I des SV mit - und gewann mit 6:2, 6:1. Gleiches gilt für den TC Blau-Weiß Rees. Dort sind gleich mehrere Akteure der Herren 50 auch für die Herren 40 gemeldet. Anfangs war in der Szene noch Zurückhaltung und Verunsicherung zu spüren. Nun aber wird insbesondere im ländlichen Raum, in dem viele Vereine nicht allzu groß sind, deutlich: Kleinere Clubs schaffen es durch den Absatz 4, Mannschaften ohne Angst vor Personalengpässen an den Start zu bringen. Der TVN hatte im Zuge der Einführung angekündigt, die Praxis der Regel zu überprüfen. Nun teilte der Verband den Sportwarten am Niederrhein mit, dass es bei der Regelung bleibt - mit einer Ausnahme: Das Spielen in zwei Altersklassen bleibt zukünftig nur bis zur Regionalliga ohne Beschränkung möglich. Davon sind Klubs in Rees, Isselburg und Emmerich jedoch nicht betroffen.

Eine andere Regelanpassung aber dürfte für das Grenzland sehr wohl wichtig sein. In Paragraf 13 heißt es nämlich ab 2020: „In jedem Mannschaftsspiel darf nur ein Spieler eingesetzt werden, der nicht die Staatsangehörigkeit   eines Mitgliedsstaates der EU besitzt“. Weiter wird dargelegt: „Spieler mit der Staatsangehörigkeit eines Mitgliedsstaates der EU können in beliebiger Anzahl eingesetzt werden.“ Das heißt: So können beispielsweise - für den Niederrhein durchaus interessant - zukünftig Niederländer in unbegrenzter Zahl in einer Mannschaft gemeldet werden. „Durch die Änderung erreichen wir eine gemeinsame Regelung in den drei NRW-Tennisverbänden. Somit wird die gesamte Wettspielordnung einheitlicher und klarer in der Regelauslegung“, sagt Roman Mohnen.

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