Der SuS Isselburg wird 100 Jahre alt

Jubiläum : Geschäftsführer glänzt als Keeper

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des SuS Isselburg verfolgen 600 Zuschauer das Gastspiel der „Weisweiler-Elf“.

Ein Raunen geht durch das Isselstadion, als Stefan Telaar im Strafraum an den Ball kommt. An alter Wirkungsstätte legt der ehemalige Isselburger Torjäger die Kugel an Claus Reitmaier im Tor der Weisweiler-Elf vorbei und netzt aus spitzem Winkel ein. Die Freude über den Treffer ist auf und neben dem Platz gleichermaßen groß – die Freude über den 1:7-Anschlusstreffer. Kurz danach ist erst mal Halbzeitpause. „Für mich war kein Klassenunterschied zu erkennen“, witzelte ein Zuschauer. Das Ergebnis war Nebensache beim Aufeinandertreffen der Gladbacher Traditionself und des Isselburger Jubiläumsteams anlässlich des 100-jährigen Jubiläums beim Spiel- und Sportverein.

Über 600 Zuschauer sorgten für einen gelungenen Auftakt des mehrtägigen Festprogramms, besonders erfreut waren die Verantwortlichen über den Besuch zahlreicher Weggefährten des Vereins. Auch die ehemaligen Profis, teilweise mit der Familie angereist, zeigten sich entspannt und genossen das Gastspiel in lockerer Atmosphäre. Daher wurde bei den Gästen das Aufwärmprogramm auch kurzfristig umgeplant und durch Kaffee und Kuchen in der Kabine ersetzt.

„Wirklich total tiefenentspannt die ganze Truppe, ganz bodenständig“, freute sich Isselburgs Vorsitzender Olaf Biermann über unkomplizierte Gäste. Beim Betreten des Platzes, Hand in Hand mit den Einlaufkindern, war die von Herbert Laumen trainierte Traditionsmannschaft dann aber dennoch in bester Verfassung und machte auch beim gemeinsamen Foto beider Teams eine gute Figur. Natürlich durfte der obligatorische Wimpeltausch vor dem Anpfiff nicht fehlen, für den Verein gab es dazu noch ein XXL-Poster mit allen Gladbacher Unterschriften.

Die früheren Fohlen hatten an Spielfreude nichts eingebüßt, auch wenn explosive Sprints über den halben Platz eher die Ausnahme blieben. Nicht nur Thorben Marx und Eugen Polanski brachten ordentlich Bundesligaerfahrung auf den Platz. Wie zu seinen besten Zeiten beackerte Peter Wynhoff das Mittelfeld, daneben zog Karl-Heinz Pflipsen die Fäden und Sturmtank Bachirou Salou sorgte vorne für Gefahr. Chiquinho präsentierte sich in Torlaune und trug sich gleich mit sechs Treffern in die Torschützenliste ein. Noch mehr wären es geworden, hätte Christoph Angenendt, der die Isselburger Traditionself als Kapitän auf den Platz führte, nicht einen Sahnetag erwischt. Der frühere Geschäftsführer des SuS hütete das Tor der Gastgeber und bekam Szenenapplaus für seine Glanzparaden. Nach zweimal 40 Minuten hieß es am Ende 10:3 für die Profi-Kicker.

Für Karl-Theodor „Charlie“ Blatt wurde es ein besonderer Nachmittag. Ohne sein Wissen hatten die Vereinskameraden die Fußballtasche des verdienten Mitgliedes in das Isselstadion geschmuggelt. „Er ist dann für ein paar Minuten bei der Gladbach-Elf aufgelaufen, ein sehr emotionaler Moment“, fand Biermann. Für Charlie gab es zusätzlich ein signiertes Trikot. Insgesamt durften sich die Verantwortlichen über viele bekannte Gesichter an der Seitenlinie freuen.

Zum 100. Geburtstag des SuS Isselburg kickte die Weisweiler-Elf gegen ein Team des Jubilarvereins. Thorsten Lindekamp FFS. Foto: Thorsten Lindekamp
Peter Wynhoff (li.) und Karl-Heinz Pflipsen (re.) überreichten Charlie Blatt ein Gladbach-Trikot. Thorsten Lindekamp FFS. Foto: Thorsten Lindekamp

So war auch Rudi Rademacher gekommen, der inzwischen 80-Jährige führte die Isselburger als Trainer in die Kreisliga A. Da gab es beim abschließenden Dämmerschoppen also noch viele Geschichten und Anekdoten zu erzählen und es konnte auf das ein oder andere Wiedersehen nach langer Zeit angestoßen werden. Heute Abend wird im Festzelt auf der Platzanlage noch einmal feierlich.

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