1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich
  4. Sport

Segeln: Der schnellste Segler der Welt

Segeln : Der schnellste Segler der Welt

Ein Emmericher gehört bei der Weltmeisterschaft der Strandsegler, die im Juli vor der französischen Atlantikküste ausgetragen wird, zu den Topfavoriten. Hans-Werner Eickstädt möchte seine einmalige Laufbahn mit dem Titelgewinn krönen.

Man mag's kaum glauben. Aber Deutschlands bester Strandsegler lebt in Emmerich. 25 Deutsche Meistertitel, vier Europameisterschaften und zweimal Vizeweltmeister — so liest sich die einmalige Erfolgsbilanz von Hans-Werner Eickstädt. Der 52-jährige Manager arbeitet beim Hamminkelner Mode-Unternehmen "Bonita" und wohnt seit fünf Jahren in Hüthum.

Doch seine große Leidenschaft ist von Kindesbeinen an das Strandsegeln. Aufgewachsen ist Hans-Werner Eickstädt in Sankt Peter-Ording. Der beliebte Urlaubsort an der Nordsee gilt in Deutschland als Mekka für die rasanten Wassersportler. Dort gibt's einen zwölf Kilometer langen Sandstrand, auf dem die außergewöhnlichen "Fahrzeuge" so richtig Tempo aufnehmen können. Die flachen Boliden, in denen der "Pilot" liegt, haben drei Räder und ein spitzes Segel. Bei Windstärken vier oder fünf erreichen die Spitzenfahrer, zu denen der Emmericher gehört, Geschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde. Ab Windstärke sechs kann's unangenehm werden, weil die Segler dann gerne einmal abheben.

Eickstädt, der auch Präsident des Yacht-Clubs Sankt Peter-Ording ist, bereitet sich zurzeit intensiv auf die Weltmeisterschaft vor, die vom 8. bis zum 15. Juli in Cherrueix bei Mont St. Michel an der französischen Atlantikküste ausgetragen wird. "Der WM-Titel fehlt mir noch in meiner Sammlung. Vor zwei Jahren musste ich mich mit nur einem Punkt Rückstand geschlagen geben. Diesmal fahre ich nach Frankreich, um Weltmeister zu werden", kündigt der Emmericher selbstbewusst an.

Die nötige Fitness und Grundschnelligkeit — Strandsegler bringen ihre Boliden ähnlich wie Bob-Piloten zunächst mit der eigenen Muskelkraft auf Touren — holt sich Eickstädt im Fitness-Center "Vital Sports" am Embricana. Mit seinem edlen Segler, der weitgehend aus Kohle- und Glasfaser besteht, fährt er regelmäßig in seine Heimat nach Sankt Peter-Ording und an die belgische Nordseeküste. Der Kaufmann, der in der schnellsten Klasse 3 startet, betrachtet es nicht als Nachteil, gegen zum Teil wesentlich jüngere Konkurrenten antreten zu müssen. "Ich habe schon mit zwölf Jahren angefangen. Mir geht's wie Obelix, der früh in den berühmten Topf mit Zaubertrank gefallen ist", erzählt Eickstädt.

Und so rechnet sich der Emmericher gute Chancen aus, ausgerechnet im Mutterland dieser Sportart — für viele Franzosen ist Strandsegeln das Hobby Nummer eins — seine einzigartige Laufbahn krönen zu können. Seine Chancen stehen nicht schlecht. Im Herbst gewann Eickstädt das Sechs-Stunden-Rennen im französischen Berck, das als härteste Strandsegel-Regatta der Welt gilt.

(RP)