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Reitsport: Der gelebte Traum einer jungen Reiterin

Reitsport : Der gelebte Traum einer jungen Reiterin

Julia Schlaghecken ist 15 Jahre jung, reitet für den RFV Praest und gewann kürzlich das Jugend-Kombi-Championat in Gahlen.

Der Name Julia Schlaghecken ist immer wieder auf den Siegerlisten verschiedener Reitwettbewerbe zu finden. Auf ihrem Pferd "Appi L" bewältigt sie Spring- und Dressurprüfungen mit großem Erfolg. Dass sie aber jetzt das Jugend-Kombi-Championat Rheinland der Klasse A in Gahlen gewann, damit hatte keiner gerechnet. "Das war aber auch bis zum Schluss richtig spannend", erinnert sich die junge Reiterin, die dem Reit- und Fahrverein (RFV) Praest angehört und von Corinna Peters und Marion Giesbers trainiert und auf die Prüfungen vorbereitet wird.

Julia wuchs mit Pferden auf dem elterlichen Bauernhof auf. Ihre Tante Corinna Peters reitete auf Turnieren und nahm mit Pony "Bianca" sogar an Deutschen Meisterschaften teil. So saß Julia schon früh mit viel Begeisterung auf einem Pony. Mit sechs Jahren bekam sie ein eigenes und nannte es "Momo". Sie wurde Mitglied beim RFV Praest und bestritt zahlreiche Turniere bis zur Klasse E. Auch als sie fürs Pony zu groß wurde und stolze Besitzerin von Großpferd "Simone" wurde, sammelte sie Vereins- und Stadtmeistertitel in Dressur- und Springwettbewerben. Leider erkrankte "Simone" an Arthrose und konnte nicht mehr wettbewerbsmäßig geritten werden.

Seit zwei Jahren nun trainiert die 15-jährige Schülerin, die die zehnte Klasse des Willibrord-Gymnasiums in Emmerich besucht, auch einmal pro Woche im niederländischen Beek. Ihr Trainer Jan Oortveld vermittelte ihr ein neues Pferd, das auf den Namen "Appi L" hört. "Appi ist ein sehr liebes Pferd, aber sie hat auch ihren eigenen Kopf", sagt Julia. Da brauche sie oft ganz viel Überredungskunst. "Wenn man sie aber erst einmal auf seiner Seite hat, dann macht sie aber auch alles mit." Und genau das ist es, was Julia Schlaghecken am Reitsport so mag. Man muss sich jeden Tag aufs Neue auf das Pferd einstellen, mit dessen Eigenheiten umzugehen lernen und sich darauf einstellen. "Das ist immer wieder eine Herausforderung und macht den Sport abwechslungsreich", erläutert die talentierte Reiterin, für die das Überqueren von Hindernissen nur eine von mehreren interessanten Seiten des Reitsports ist.

Wenn man das Reiten so versteht, wie es Schlaghecken tut, dann erfordert es großes zeitliches Engagement. Am Morgen füttert zwar Mutter Manuela, aber am Nachmittag, nach der Schule, kümmern sich Julia und ihre Schwester Sofia (13), die hobbymäßig reitet, um die Pferde. Der Stall muss ausgemistet und das Futter vorbereitet werden. Auf dem Hof gibt es auch noch die beiden Deutschen Münsterländer "Ulme" und "Mara" und einige Kaninchen, die Pflege benötigen.

Dreimal in der Woche geht Julia zum Training, jedes zweite Wochenende zu Turnieren. Ohne die Unterstützung der Eltern wäre das nicht möglich, die Mutter oder Opa Josef Kremer fahren die Pferde zu den Wettbewerben, die auch schon mal in Bergisch-Gladbach oder Niederkrüchten stattfinden. "Da ist man dann den ganzen Tag unterwegs", erklärt Manuela Schlaghecken. Doch bei so tollen Erfolgen macht das natürlich Spaß. Auch wenn Julia schon mal auf eine Disko oder eine Fete verzichten muss, für ihren Sport nimmt sie das gerne in Kauf. "Ich trainiere weiter und hoffe, irgendwann mal bei einem M-Springen in den Parcours reiten zu können. Da sind die Hindernisse zwischen 1,20 und 1,30 Meter hoch", erklärt die Reiterin.

Doch bis dahin ist es noch etwas hin. Zunächst hängt Julia Schlaghecken in ihren Erinnerungen noch dem sehr schönen Erfolg beim Jugend-Kombi-Championat in Gahlen nach. Sie gewann einen Geldpreis und bekam eine Trense und eine Decke für ihr Pferd und einen Blumenstrauß. Doch was noch mehr zählt: der Sieg in Gahlen wird sie zusätzlich motivieren, um weiter am Ball zu bleiben. Damit irgendwann einmal bei einem M-Springen ihr Namen und der ihres Pferdes auftaucht.

(RP/ac)